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Frauen kämpfen gegen den Strom

Frauen kämpfen gegen den Strom

Ein Fisch in falschen Gewässern. Ticha Na Nakorn war es müde, gegen den Strom im Verfassungskomitee und im Nationalen Reformrat anzuschwimmen.
Ticha agierte als Gleichstellungsbeauftragte und wollte die Geschlechtergleichheit in der neuen Verfassung geschützt sehen. Sie versuchte, Parteien dazu zu zwingen, Frauenquoten einzuführen. Sie argumentierte, dass ein Drittel der Mitglieder Frauen sein sollten. Ihre Ideen wurden überstimmt, daher entschloss sie sich zurückzutreten und wurde ersetzt – durch einen Mann.

Tichas Ersatzmann ist gut qualifiziert und wird sicherlich seinen Beitrag für die neue Verfassung leisten, aber seine Wahl bekräftigt Tichas Argumente, dass die Stimmen der Frauen ignoriert werden. Ticha sagte, dass Geschlechterfragen nach wie vor als Unsinn abgetan werden. Das Ziel sei es, weder die Macht der Frauen zu stärken, noch die Macht der Männer zu schmälern. Ihr Ziel aber sei es gewesen, Frauen zu beteiligen, damit die Gesellschaft vorankomme und das Gleichgewicht behalte.

Es ist enttäuschend, dass Ticha in einem System scheiterte, das von den Militärs geschaffen wurde. Aber alles sprach gegen sie. Nur sechs der 36 Mitglieder des Verfassungskomitees sind Frauen. Das ist keineswegs repräsentativ, auch, wenn dieses Komitee mehr Frauen hat als andere Institutionen.

Im Kabinett von Premierminister General Prayuth Chan-ocha gibt es zwei Frauen. Von den 200 bestellten Mitgliedern der Nationalversammlung sind nur zehn Mitglieder Frauen und im Nationalen Rat für Ruhe und Ordnung gibt es überhaupt keine Frauen.

Das Parlament, das 2011 gewählt wurde, war ebenfalls alles andere als ein leuchtendes Bespiel der Geschlechtergleichheit.
Im Abgeordnetenhaus waren von 421 Parlamentariern 79 Frauen, 15,8 Prozent. Im Senat saßen 23 Senatorinnen und 126 Senatoren (15,4 Prozent). Damit stand Thailand zwar vor Burma (1,79 Prozent) und Malaysia (10,41 Prozent), kam in den ASEAN-Ländern aber auf den drittletzten Platz.

In der Region gibt es kaum positive Beispiele von Frauen an der Macht. Wie die ehemalige Premierministerin Yingluck Shinawatra kommen Frauen, die an der Macht sind oder waren, fast immer aus alteingesessenen Familien.
Auf den Philippinen ist Gloria Arroyo die Tochter eines ehemaligen Präsidenten und ihre neuneinhalb Jahre an der Macht sind vom Vorwurf des Wahlbetrugs gezeichnet. Corazon Aquino war die Witwe eines Senators, der einem Anschlag zum Opfer fiel, und mit ihrem Sohn, der ihr in die Fußstapfen der Präsidentschaft folgt, geht die politische Dynastie der Familie bereits in die vierte Generation. Megawati Sukarnoputri ist die Tochter eines indonesischen Präsidenten und war selbst drei Jahre in diesem Amt. Sie war eine Enttäuschung und gewann keine Wahlen. Aung San Suu Kyi ist die Tochter eines Revolutionärs, aber Burmas Verfassung lässt nicht zu, dass sie Präsidentin wird.

Es gab viele Diskussionen darüber, ob diese Frauen nur Symbole ihrer Väter, Brüder oder Ehemänner waren: Pächter der patriarchalischen Macht“, heißt es in einer 2012 veröffentlichten Studie über asiatische Politik für das Konfliktpräventions- und Friedensforum. „Doch sie waren in politischen Ämtern erfolgreich, in denen ihre männlichen Verwandten es nicht waren. Sie repräsentierten auch die Eliteschichten der Gesellschaft mit strikten sozialen Hierarchien und dieser Status übertrumpft Geschlechter, insbesondere während einer nationalen Krise.

Als Thaksin Shinawatras Schwester passt Yingluck ebenfalls in diese Kategorie, auch wenn ihr Erfolg bestenfalls dubios erscheint, zumal sie abgesetzt, des Amtes enthoben und gegen sie Anklage erhoben wurde. Yaowapa Shinawatra, Schwester zweier ehemaliger Premierminister und Ehefrau eines dritten ehemaligen Premierministers, stand als „Back-up-Premier“ zur Auswahl, aber nur, damit die Macht in der Familie bleibt.

Es gibt bessere Beispiele von Frauen, die politisch erfolgreich waren. Da sind Sudarat Keryuraphan und Paveena Hongsakula.
Sudarat war in Thaksins Kabinett, in den 90er Jahren war sie zweimal stellvertretende Ministerin gewesen. Nach dem Putsch 2006 wurde es still um sie, es wurde berichtet, dass sie sich dem Buddhismus verschrieb. Es gibt jedoch Gerüchte, dass sie ein politisches Comeback anstrebt.
Paveenas Leistungen als Politikerin können milde gesagt als obskur bezeichnet werden, doch ihre Arbeit in der Wohlfahrt und ihre humanitären Erfolge sind unumstritten.

Wie Ticha und ihre Sympathisanten zeigten, so gibt es viele Frauen, die der Öffentlichkeit dienen und politische Entscheidungen auf nationaler Ebene fällen wollen. Eine neue Generation potentieller Wortführerinnen wächst an den Universitäten heran, doch zurzeit ist das System gegen sie gerichtet.

Die oben zitierte Studie macht Empfehlungen, die ein Spiegel von Tichas Worten sein könnten. In dem Papier heißt es, dass „konstitutionelle Vorschriften unterstützt werden sollten, die eine Mitbestimmung der Frauen garantieren.“ Weiterhin verweist die Studie auf eine Frauenquote.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/491237/women-fight-to-swim-against-tide

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