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Formel 1: Neuerungen wohl schon im nächsten Jahr

Formel 1: Neuerungen wohl schon im nächsten Jahr

Die Neuerungen in der Formel 1 waren eigentlich erst für 2017 geplant, doch angesichts drastisch sinkender Zuschauerzahlen und TV-Quoten in vielen traditionellen Motorsportländern, sehen sich die Verantwortlichen aber inzwischen zum Handeln gezwungen. Bernie Ecclestone (84) betonte in einem Interview: „Wir müssen das ändern. Und zwar nicht für die Saison 2017, sondern schon im nächsten Jahr.“ Nach Meinung des mächtigen Briten „gibt es viel zu viele Einschränkungen“ im aktuellen Reglement.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene sagte: „Wir haben das Problem erkannt und arbeiten an Lösungen. Die Formel 1 wird ein anderes Gesicht erhalten.“ Aber eines sei auch sicher: „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“ Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko forderte auch: „Die Änderung der Autos sollte so schnell wie möglich kommen. Wenn alle wollen, schon 2016.“ Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff plädierte für schnellere und breitere Rennwagen ebenfalls schon in der kommenden Saison.

Zum diesjährigen Grand Prix in Spielberg kamen am gesamten Wochenende nur noch knapp halb so viele Fans wie im Vorjahr, was den Verantwortlichen die alarmierende Situation schmerzhaft veranschaulichte. „Unser Produkt Formel 1 ist für die Leute nicht sexy genug. Die Regeln sind zu kompliziert, die Autos nicht dramatisch genug, die Rennen zu langweilig“, gab Red-Bull-Teamchef Christian Horner dafür als Gründe an.

Die Macher sind sich darin einig, dass vor allem die Piloten als eigentliche Protagonisten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und auch körperlich mehr gefordert werden müssen. „Sie sind Gladiatoren“, verglich Wolff die Fahrer mit den legendären Kämpfern der Römerzeit. „Sie sollen nach den Rennen aussehen wie Rennfahrer und nicht wie eine Ballerina.

Auch das ständige Herumnörgeln am eigenen Produkt soll aufhören. Niki Lauda meinte: „Wir umgeben uns mit lauter Blödheiten und reden uns die Formel 1 schlecht.“ Wolff sagte: „Wir dürfen die Formel 1 nicht schlechtreden.“ Diese Kritik richtete sich auch gegen Ecclestone, denn der 84-Jährige hatte sich in einem Interview beklagt, er müsse jetzt „ein beschissenes Produkt“ verkaufen. Inzwischen bestritt er, dies jemals so gesagt zu haben. Fakt bleibt indes, dass Ecclestone und die Teams sich wegen teils konträrer Interessen in zentralen Fragen weiterhin blockieren, obwohl die Zeit drängt.

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