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Flugzeugträger ohne Flugzeuge

Flugzeugträger ohne Flugzeuge

Für kurze Zeit, es war Ende der 90er Jahre, war Thailand das einzige Land in Südostasien, dass das ultimative Symbol militärischer Stärke besaß: einen Flugzeugträger.

Der Träger, die HTMS Chakri Naruebet, war für Thailand der ganze Stolz und sollte die Macht des aufstrebenden Entwicklungslandes demonstrieren.
Dann wurde das Land von der asiatischen Finanzkrise getroffen. Bangkoks großen Plänen für den Flugzeugträger wurde ein Bein gestellt. 1997 wurde der Flugzeugträger angeschafft, in demselben Jahr, in dem die Finanzkrise begann. Die Chakri Naruebet – was „Souveränität der Chakri-Dynastie“ bedeutet – wurde daraufhin dazu verdammt, im Hafen vor Anker zu liegen, weil es kein Geld mehr für den Unterhalt gab.

Jetzt gibt es in Asien viele Flugzeugträger, Länder wie China, Indien, Japan und Südkorea haben Träger unterschiedlicher Größen. Da Singapur nicht außen vor bleiben will, soll dort bald einer gebaut werden.
Dieser Wettbewerb führte dazu, dass Thailands einstiger stolzer Flugzeugträger jetzt ein Symbol der Funktionsuntüchtigkeit des Landes ist und keinesfalls, wie geplant, ein Symbol wachsenden Prestiges.
Thailands Flugzeugflotte AV-8S Matador (Harrier) wurde 2006 außer Dienst gestellt, damit hat das Land einen Flugzeugträger ohne Flugzeuge.

Thailand bestellte 1992 den Flugzeugträger in Spanien, fünf Jahre später, 1997 wurde das Schiff geliefert. Fast sofort gab es Budgetengpässe. Die Chakri Naruebet lag meistens im Hafen, 2006 wurden die 30 Jahre alten Flugzeuge eingemottet.
Selbst wenn er einsatzbereit ist, hat der Träger den größeren Schiffen aus Indien und China, ganz zu schweigen von der US-Flotte, nichts entgegenzusetzen. Er ist jetzt der kleinste Flugzeugträger in der Welt.

Die Chakri Naruebet ist für neun Harrier-Flugzeuge und 14 Hubschrauber ausgelegt, und hat 605 Besatzungsmitglieder. Der Flugzeugträger hat kein Flugzeugabwehrsystem an Bord, wäre demnach angreifenden Flugzeugen schutzlos ausgeliefert. Es gibt auch kein Katapult, daher können von dem Flugzeugträger aus nur Senkrechtstarter operieren. Das gilt auch für die Landung, weil es keine Vorrichtungen gibt, Flugzeuge bei der Landung abzubremsen.

Wegen dieser Sachlage bleiben humanitäre Missionen, soweit die Chakri Naruebet nicht in Satthahip vor Anker liegt. Der Träger wurde 2004 nach dem Tsunami eingesetzt und während der Hochwasserkatastrophe 2010/2011.
Die Chakri Naruebet steht mit ihrem Schicksal nicht alleine da. In Satthahip gibt es eine U-Boot-Basis ohne U-Boote. Die Armee schaffte einen so gut wie fluguntüchtigen Zeppelin für Aufklärungsflüge an, obwohl zu dieser Zeit schon klar war, dass moderne Drohnen Luftschiffen um ein Vielfaches überlegen sind.

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