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Flugplatz kein Platz für den Zweitbesten

Flugplatz kein Platz für den Zweitbesten

Bei der Kontroverse um den Design-Gewinner für das neue Terminal auf dem Flughafen Suvarnabhumi geht es nicht nur um den Plagiatsvorwurf, sondern auch um den Mangel an eigener Identität.

Die umstrittene Entscheidung der Flughafenbetreiberin Airports of Thailand (AoT), dem in der Ausschreibung Zweitbesten bezüglich Gestaltung und Design des neuen Terminals auf dem Flughafen Suvarnabhumi einen Vertrag über 329 Millionen Baht zu gewähren, hat zu der Frage geführt, welches Ziel mit solch einer Ausschreibung überhaupt verfolgt wird.

Die Flughafenbetreiberin reagiert mit dem Bau des zweiten Terminals auf den starken Anstieg der Passagierzahlen. Die Baukosten des Terminals werden mit 35 Milliarden Baht veranschlagt, das Terminal soll 2021 oder 2022 fertig sein.

Im März wurden Privatunternehmen zu einer Ausschreibung über das Design des Terminals eingeladen.

Gewonnen hatte eigentlich der SA-Konzern, der aus SPAN Consultants und Sign-Tech Engineering Consultant besteht. Aber die AoT disqualifizierte den Konzern wegen fehlerhafter Dokumente, auch wenn er die höchste Punktzahl bezüglich technischer Kriterien erhielt.

Die AoT behauptete, bei den Ausschreibungsunterlagen habe ein Original-Dokument über die Kosten gefehlt, auch wenn ein ähnliches Dokument gleichen Inhalts vorgelegt wurde. Aus diesem Grunde lud die AoT den Zweitbesten zu Verhandlungen ein, das ist das DBALP Konsortium, angeführt vom bekannten thailändischen Architekten Duangrit Bunnag. Das Konsortium erhielt schließlich den Zuschlag.

Die Gestaltung der DBALP wird jedoch kritisiert, weil sie dem Yasuhara Wooden Bridge Museum vom japanischen Architekten Kengo Kuma sehr ähnlich sieht.

Duangrit streitet ab, das Design geklaut zu haben und sagte, dass die Leute, die seine Arbeiten kennen, wissen, dass er schon ähnliche Gebäude entworfen hat, dazu gehören auch Hotels in Sri Lanka.

Der Architektenverband Thailand fragte, weshalb die AoT sich mit ihrer Entscheidung so sehr beeilte. Ob das wohl damit zusammenhänge, dass nur zwei Tage später nach der Entscheidung ein neues Gesetz bezüglich staatlicher Ausschreibungen in Kraft trat. Das neue Gesetz sieht strengere Vorschriften vor, wenn es um staatliche Ausschreibungen geht.

Die AoT dürfte das neue Gesetz gekannt haben, denn es wurde in der Royal Gazette veröffentlicht, bevor es sechs Monate später Gültigkeit erlangte.

Der SA-Konzern beschwerte sich darüber, von der AoT ungerecht behandelt worden zu sein und will Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichen.

Die Behauptungen beider Seiten müssen von Behörden und Experten geprüft werden. Davon abgesehen sollte die AoT ihre Entscheidung, dem Zweitbesten den Zuschlag zu geben, noch einmal überdenken.

Es spielt in diesem Zusammenhang erst einmal keine Rolle, ob das Design von DBALP ein Plagiat ist oder nicht, denn es geht zunächst einmal darum, dass dieses Konsortium nicht den ersten Platz bei der Ausschreibung belegte.

Hinzu kommt, dass die Gestaltung des Terminals, in dem pro Jahr 30 Millionen Passagiere abgefertigt werden sollen, nicht der Vorwurf nachhängen sollte, von einem japanischen Architekten geklaut worden zu sein. Und selbst wenn das nicht der Fall ist, so erinnert das Design stark an Duangrits Arbeit bei einem Hotel in Sri Lanka. Das Flughafenterminal sollte doch etwas Besonderes, etwas Einzigartiges sein. Das bedeutet, dass hier womöglich kein Plagiat vorliegt, aber Duangrit hat seinen eigenen Entwurf für das Hotel noch einmal neu aufgelegt.

Ist das neue Terminal dann einzigartig oder hat es eine geteilte Identität?

Über 300 Millionen Baht an staatlichen Geldern sollen für das Design ausgegeben werden, das die Identität des neuen Terminals widerspiegeln soll. Es sollte Besucher eigentlich nicht an ein Hotel in einem anderen asiatischen Land erinnern.

Laut thailändischem Architektenrat sollte die AoT-Ausschreibung bezüglich des Terminal-Designs mindestens zwei Schritte umfassen.
Der erste wäre, Vorschläge und Ideen bezüglich des Design-Konzepts einzuholen. Bewerber, die diesen Schritt überstehen, können dann am zweiten Schritt teilnehmen, bei dem es sich um den eigentlichen Gestaltungswettbewerb handelt.

Bereits beim ersten Schritt könnte die AoT fragen, woher die Inspiration für das vorgelegte Design stammt, welche Ideen dahinter stecken und wie es um die Identität bestellt ist, die hier repräsentiert werden soll.

Gleichzeitig kann hier überprüft werden, ob einer der vorgelegten Vorschläge an eine Gebäudegestaltung erinnert, die es schon einmal gegeben hat bzw. einem anderen Design ähnlich ist.

Bei der AoT-Ausschreibung für das neue Terminal gab es diesen ersten Schritt nicht. Die AoT mag dazu berechtigt sein, den Gewinner zu disqualifizieren und sagen, der SA-Konzern habe ein Dokument nicht vorgelegt. Das ist schön und gut. Aber dann muss die AoT schon erklären, weshalb der Zweitbeste den Zuschlag verdient hat.

Sicherlich will die AoT das beste Design für das neue Terminal. Das ist der Grund, weshalb es überhaupt eine Ausschreibung gegeben hat.
Wenn der Gewinner disqualifiziert wurde und der Zweitbeste sich mit Plagiatsvorwürfen herumschlagen muss, dann sollte die AoT der Einfachheit halber doch eine neue Ausschreibung organisieren unter Berücksichtigung der beiden vorgenannten Schritte, anstatt einen Vertrag mit dem Konsortium DBALP zu schließen.

Die Regierung sollte in diesem Fall ernsthafte Maßnahmen in Erwägung ziehen. Ein fragwürdiges Design ist für das neue Terminal dieses prestigeträchtigen internationalen Flughafens unwürdig.

Außerdem bahnt sich wegen der Gestaltung des Terminals noch ganz anderes Ungemach an. Das thailändische Ingenieursinstitut (EIT) warnte, dass Feuergefahr bestehe, weil beim Gewinner-Design viel Holz verbaut werden soll.

Der stellvertretende EIT-Präsident Kecha Thirakomen sagte, das Design des Gewinnerkonsortiums sehe vor, dass riesige Mengen an Holz verbaut werden. Holzsäulen und Dachbalken aus Holz würden die Brandgefahr verstärken.

Sie können schnell Feuer fangen. Es könnte zu einem großflächigen und heftigen Brand kommen. Die hölzernen Dachbalken unter dem eigentlichen Dach wären starker Hitze ausgesetzt, und dann helfen standardmäßige Feuerlösch- und Sprinkleranlagen nicht mehr“, sagte er und führte fort: „In einem Passagierterminal können sich jederzeit Zehntausende Menschen aufhalten.

Kecha sagte, der Designer habe bereits bestätigt, dass im neuen Terminal Holz verbaut werde, und das sei ein Problem, was den Brandschutz betreffe. Außerdem stelle das komplizierte Muster der Holzstrukturen ein Säuberungsproblem dar.

EIT-Mitglied Chuchai Sujivorskul sagte, dass der Brandschutz darunter leide, wenn im Terminal so viel Holz verbaut werde.
Falls die AoT ein anderes Design sucht, womöglich mittels neuer Ausschreibung, sollten Ingenieure auch ein Mitspracherecht haben, sagte Chuchai.

EIT-Präsident Thanes Weerasiri sagte, dass die Gestaltung eines Passagierterminals nicht nur auf Schönheit abgestellt sein, sondern auch Faktoren wie Sicherheit und Umweltschutz beinhalten sollte.

EIT stelle klar, dass diese Aussagen gemacht wurden, ohne detaillierte Baupläne zu kennen. Man habe sich hier lediglich darauf berufen, was in den Medien über das geplante Design verbreitet wurde. EIT sei aber, so führte Thanes aus, von der AoT nicht eingeladen worden, um an der Ausschreibung teilzuhaben und einen Blick auf die einzelnen Entwürfe zu werfen.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1534278/no-room-for-second-best-in-prestige-project

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