Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Flirtend in die Katastrophe

Flirtend in die Katastrophe

Seit vielen Jahren ist Thailand für einen Spitzenplatz in der Weltverkehrsunfallstatistik bekannt. Die vielen Verkehrstoten, meist ist rücksichtsloses Fahren oder Fahren unter Alkoholeinfluss der Grund, haben den Staat dazu veranlasst, in Kampagnen zur Sicherheit auf Thailands Straßen zu investieren. Das Ergebnis ist allerdings nicht gerade überzeugend.

Die Weltgesundheitsorganisation ordnete Thailand 2015 als das Land nach Libyen mit den meisten Straßenverkehrstoten ein. Das heißt in Zahlen, dass von 100.000 Verstorbenen 36 im Straßenverkehr ums Leben kamen. Pro Jahr sind das weit über 20.000 Tote.

Insbesondere an Feiertagen wie die Zeit über Neujahr und Songkran, dem traditionellen Neujahrsfeierlichkeiten, passsieren viele Unfälle, weil Thais dann zu ihren Familien auf dem Land fahren. Trotz intensiver Sicherheitskampagnen, stieg die Zahl der Verkehrstoten während Songkran 2016 auf einen neuen Rekord.

Es geht bei den Unfällen zunächst um die Opfer. Dabei sollte aber nicht aus den Augen verloren werden, dass Verkehrsunfälle auch zu Lasten der thailändischen Wirtschaft gehen. Die Gesellschaft hat die Verstorbenen für immer verloren, die Verletzten können einige Zeit lang nicht arbeiten gehen, worunter Angehörige und Wirtschaftsleistung leiden. Hinzu kommen indirekte Kosten für die Zerstörung öffentlichen Eigentums, Verkehrsstaus etc.

Laut Daten des Gesundheitsministeriums, der Polizei und dem Netzwerk zur Verhütung von Straßenverkehrsopfern, sterben jedes Jahr auf Thailands Straßen 22.000 Menschen. Die Anzahl der Verletzten wird mit 108.000 jährlich angegeben. Auf diesen Zahlen beruht die Rechnung, dass der wirtschaftliche Schaden pro Jahr über eine halbe Billion Baht beträgt.

Das thailändische Institut für Forschung und Entwicklung (TDRI) führte zwischen Mai 2016 und September eine Studie in Saraburi durch. Neben wirtschaftlichen Schäden, die untersucht wurden, sind auch die Leute in der Provinz über das Thema Verkehrsunfälle befragt worden.

Flirtend in die Katastrophe
Flirtend in die Katastrophe

Obwohl die Unfallrisiken eigentlich jedem bewusst sein sollten, stellte sich heraus, dass sich 27 Prozent darüber keinerlei Sorgen machten. Weitere 38 Prozent meinten, die Unfallrisiken seien für sie nur mittelmäßig wichtig, wobei nur zwei Prozent der Befragten bereit waren, Geld auszugeben, damit in einer hypothetischen Situation das Risiko von Tod oder Verletzung im Straßenverkehr minimiert werden kann.

Das Hauptproblem ist daher der Mangel an Einsicht, der schließlich zu den vielen Verkehrsunfallopfern führt. Hinzu kommen dann die „üblichen Verdächtigen“ wie zu riskantes Fahren, Fahren ohne Helm (Motorradfahrer) oder Fahren unter Alkoholeinfluss.

Der Amerikaner Sam Peltzman kam bei einer Studie über Verkehrssicherheit zu dem Ergebnis, dass die Leute dazu tendieren, mit dem Risiko zu flirten, wenn sie sich sicher fühlen.

Daher müsste den Bürgern deutlich gemacht werden, dass auf Thailands Straßen alles andere als Sicherheit herrscht. Sie müssten umsichtiger und verantwortlicher fahren, wenn sie sich ins Auto oder aufs Motorrad setzen.

Ähnliche Beiträge