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Fitness: Die 10.000 Schritte

Fitness: Die 10.000 Schritte

Es gibt im Leben mehrere Dinge, die sicher scheinen. Neben der Steuer, der wohl niemand entkommen kann, sollen das die 10.000 Schritte sein, die man täglich gehen muss, um gesund zu bleiben. So jedenfalls heißt es. Stimmt diese Zahl, und woher kommt sie?

Man kann es auf den Punkt bringen: Bewegung ist gut für die Gesundheit. Mehr Bewegung ist gesünder als weniger. Das ist eine unbestreitbare Tatsache, denn der Mensch ist ein Läufer, er wurde von der Natur geschaffen, um zu jagen und zu sammeln. Das ging nur, indem er nicht die ganze Zeit in seiner Höhle vor einem Lagerfeuer hockte. Nicht umsonst schafften es unsere Vorfahren aus Afrika, der Wiege der Menschheit, zu Fuß zu anderen Kontinenten. Und gut zu Fuß sind wir immer noch. Bei aller Bequemlichkeit, die die Errungenschaften der Technik ermöglicht, sollte nie vergessen werden, dass wir auch heute noch Läufer sind. Und wenn wir uns nicht bewegen, dann werden wir krank. So einfach ist das.

Es gibt allerdings keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die „gesunden 10.000 Schritte pro Tag“ tatsächlich so gesund sind. Ärzte und Wissenschaftler sind sich lediglich einig, dass mehr Bewegung besser ist als weniger. Könnten es genauso gut 5.000 Schritte sein? Denn wenn man 10.000 Schritte umrechnet, kommt man auf ca. sieben Kilometer pro Tag.

Wenn der Expat also völlig entspannt bei einer Flasche Bier am Steintisch sitzt und das Badezimmer aufsucht und wieder zum Steintisch geht, kommen die sieben Kilometer pro Tag eher nicht zusammen. Das ist nämlich ein ganz schöner Stiefel.

Die 10.000 Schritte sind vereinfacht gesagt die Erfindung eines Herstellers von Schrittzählern. Das japanische Unternehmen brachte seine Produkte anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio auf den Markt. Der Name lautete man po kei, wortwörtlich übersetzt: 10.000 Schritte Maß. Das japanische Wort man für 10.000 klang einfach zu gut, daher wurde es verwendet. Aus diesem Grunde stammen die 10.000 Schritte aus dem Marketing und haben mit Gesundheit zunächst nichts zu tun.

Daher kann man argumentieren, dass sich in den letzten über 50 Jahren so einiges verändert hat. In den 60er Jahren aßen Japaner rund 2.600 Kalorien pro Tag. Da die Japaner bekanntlich sehr gesund essen, müssten Menschen in anderen Regionen viel mehr laufen. Zum Beispiel die Amerikaner, die durchschnittlich über 3.600 Kalorien jeden Tag zu sich nehmen. Die müssten dann gleich mal 20.000 Schritte täglich gehen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wer schon einmal in den USA war, weiß, dass die Menschen dort sich in der Regel zu wenig bewegen.

Erwachsenen wurde bis Mitte der 90er Jahre empfohlen, zwei- bis dreimal die Woche ca. 45 Minuten lang Ausdauer- bzw. Kraftsport zu treiben. Inzwischen gilt das aber nicht mehr, weil die tägliche Bewegung als viel wichtiger erachtet wird.

Beispielsweise könnte dies ein Spaziergang sein, wenn er in Marschgeschwindigkeit durchgeführt wird. Der wäre auf keinen Fall ein Fehler. Wer hier eine Stunde geht, könnte auf die 10.000 Schritte kommen.

Bewegung und Ernährung stellen immer eine Balance dar. Dieses Gleichgewicht wird aber gestört, nicht unbedingt wegen falscher Ernährung, sondern vor allem wegen zu wenig Bewegung. Wer zu viel Fett und Zucker zu sich nimmt, muss sich keinerlei Gedanken machen, wenn er sich täglich ausreichend bewegt. Falls die Ernährung aber einseitig ist und Bewegungsmangel hinzukommt, sind Übergewicht und Folgeerkrankungen vorprogrammiert. Das sind unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Arteriosklerose oder alles zusammen.

Die Volkskrankheit Diabetes ist in diesem Zusammenhang sicherlich ein gutes Beispiel. Der Blutzuckerspiegel sinkt bei Bewegung sofort. Es reicht ein halbstündiger Spaziergang bei normaler Geschwindigkeit, um die Wirkung wie nach einer Tabletteneinnahme gegen Diabetes zu erzielen.

Faul sein und Tabletten nehmen oder sich richtig bewegen und gesund bleiben? Das liegt bei jedem selbst. Da Diabetes eine Volkskrankheit ist, scheint klar, wie sich viele Leute entscheiden.

Fitness: Die 10.000 Schritte
Fitness: Die 10.000 Schritte

Man könnte natürlich weniger und gesünder essen, aber das fällt schwer. Wer will schon ständig auf Leckeres verzichten? Das Leckere ist so lecker, weil Fett und Zucker enthalten ist. Hier kann man also gerne zugreifen – ohne schlechtes Gewissen, wenn der tägliche Sport in Form der 10.000 Schritte hinzukommt.

Es ist wie oben bereits ausgeführt, wenig effektiv, zweimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Da mag man sein Gewissen beruhigen, aber das ist auch schon alles. Es kommt auf die tägliche Bewegung an.

Wer zuvor überhaupt nichts gemacht hat, merkt das schon nach ein oder zwei Wochen. Man fühlt sich besser und gesünder, und bei Übergewicht dauert es nicht lange, und die Kilos beginnen zu purzeln.
Es gibt keine Studien darüber, wie viele Schritte die Deutschen pro Tag laufen. In Großbritannien wurde vor ein paar Jahren einmal nachgezählt. Da kam man auf lediglich 3.000 Schritte pro Tag. Dieses Ergebnis lässt sich bestimmt auch auf die Deutschen übertragen. Das ist natürlich viel zu wenig und gerade mal ein Drittel von dem, was als Maß aller Dinge gilt.

Und damit zurück zur Eingangsfrage: Die berühmten 10.000 Schritte mögen im Rahmen einer Werbekampagne für einen Schrittzähler entstanden sein, aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass hier etwas Wahres dran ist.

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