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Erstaunliches Chaos

Erstaunliches Chaos

Thailands Tourismusboom führt zu ernsthaften Problemen, auf die die Bürokratie nicht vorbereitet ist – sagt der neue Tourismusminister Weerasak Kowsurat, der entgegen seiner Vorgängerin nichts schönredet.

Die Probleme wurden 30 Jahre lang unter den Teppich gekehrt. Jetzt wird er ein wenig angehoben“, sagte der 52 Jährige, der in Harvard Jura studierte. „Ich habe nicht genügend Zeit für einen neuen Teppich. Ich werde die Ecken anheben. Man kann zeigen, was unter dem Teppich liegt, wenn man die rechte Ecke anhebt.

Weerasak löste seine Vorgängerin Kobkarn Wattanawrangkul im November letzten Jahres ab. Sie wurde dafür bekannt, dass sie in Bezug auf Tourismus in Thailand alles rosig sah – Weerasak scheint eine andere Herangehensweise zu haben und Probleme benennen und angehen zu wollen.

Seine Hauptthemen sind die Touristenhorden, die immer größer werden, und auf empfindlichen Stränden herumtrampeln, Städte, die niemals etwas vom Kuchen abbekommen haben, und Bürokraten, die nicht wissen, wie man Probleme bekämpft.

Wir wünschen uns dasselbe“, sagte Weerasak über die Leute, die seine Behörde kritisieren. „Aber wir haben nicht die richtigen Werkzeuge, diese Probleme zu lösen. Was wir haben, das sind Vorschriften auf Papier.

Weerasak ist nicht das erste Mal Tourismusminister. 2008 war er es gleich zweimal. In diesem turbulenten Jahr kam es zu Straßenprotesten der Gelbhemden, die auch die internationalen Flughäfen in Bangkok besetzten. Zwei Regierungen stürzten in diesem Jahr.

Weerasak sagte, er habe nur drei Tage vorher erfahren, dass er Minister werde, der er zuvor nie war.

Urlauberstress

Seit dieser Zeit hat sich viel verändert. Auf der einen Seite sprang die Anzahl der Touristen in die Höhe – von 14 Millionen 2008 auf 35 Millionen 2017 –, und es ist kein Ende absehbar. Es handelt sich um eine Explosion chinesischer Touristen in den letzten Jahren, die Städte, Inseln und Strände im Sturm nehmen.

Zwischen Januar und Oktober letzten Jahres wurden von der Tourismusindustrie 1,47 Billionen Baht generiert. Die Monate November und Dezember, die sogenannten Peak Season, ist hier noch nicht enthalten, weil die Zahlen noch nicht vorliegen.

Weerasak sagte aber auch, dass Thailands Segen gleichzeitig ein Fluch sei. Reiseziele, die sich wie Phuket und den in der Nähe liegenden Inseln mit „See, Sand und Sonne“ verkaufen, sind hoffnungslos überfüllt, haben erhebliche Müllprobleme und leiden unter Trinkwasserknappheit. In den letzten zehn Jahren habe es hier keine groß angelegte Erneuerung der Infrastruktur gegeben, sagte er.

Auf der anderen Seite sehen die Städte im Norden – mit der großen Ausnahme Chiang Mai – und Nordosten so gut wie überhaupt keine Touristen und werden von dem Boom ausgeschlossen. Weerasak selbst stammt aus dem Isan, aus Ubon Ratchathani.

Es ist eine Ungleichheit zwischen denen, die sehr viel haben und denen, die zu wenig haben, sagte Weerasak. „So wie die allgemeine Ungleichheit in Thailand“.

Er wolle nicht so weit gehen und sagen, dass Thailand ein Opfer des eigenen Erfolgs sei. Länder wie Spanien und Frankreich hätten in Bezug auf die Bevölkerung mehr Touristen, und den Ländern ginge es gut. Laut Weerasak ist das Management das Problem. „Ich beschwere mich nicht über Quantität“, sagte er.

Zwei Seiten einer Medaille

Zwei Behörden kümmern sich um den Tourismus. Da ist die thailändische Touristenbehörde TAT, die Kampagnen organisiert und im Ausland die heimische Tourismusindustrie fördert, und da ist das Ministerium für Tourismus und Sport, das die Industrie reguliert und für die Infrastruktur zuständig ist.

Weerasak verglich die Arbeit der Behörden mit einem Restaurant. TAT arbeitet vorne und holt die Kunden, und das Ministerium kümmert sich um die Gerichte und den Service.
Und das Ministerium ist schlicht überfördert. Über 35 Millionen Besucher kamen letztes Jahr, und Weerasak hat nur 130 Mitarbeiter.

Diese 130 Bürokraten, die in Bangkok arbeiten und keinen professionellen Tourismushintergrund haben, müssen eine Reihe von Aufgaben absolvieren, die besser aufgeteilt werden sollten. Es geht um Lizenzen für Reiseleiter und Reiseunternehmen, Inspektionen von Sehenswürdigkeiten und um die Betreuung von 700 ausländischen Filmproduktionen jährlich. Ausgebildet sind die Beamten nicht.

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