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„Er ist ein Schatz“

„Er ist ein Schatz“

Das Video ging um die Welt: Ein britisches Tauchteam fand die in der Tham-Luang-Höhle eingeschlossenen jugendlichen Fußballspieler und ihren Trainer. Es entspann sich eine kurze Unterhaltung über das Befinden der Gruppe und die Herkunft der Retter.

Nur einer der Jungen sprach mit den Engländern, weil er der einzige in der Gruppe war, der Englisch konnte. Das liegt vielleicht daran, dass er kein Thai ist, sondern staatenlos. Bei dem Jungen handelt es sich um Adul Sam-on, geboren in Burma, und aufgewachsen bei christlichen Lehrern in Thailand.

Bilder des Teenagers mit den großen Augen gingen um die Welt, als er und die anderen jungen Fußballspieler und ihr Trainer in der Höhle entdeckt wurden.
Thai spricht er natürlich auch. „Ich bin Adul, mir geht es gut“, sagte der 14-Jährige in einem Video, das später auftauchte. Er begrüßte die Zuschauer mit einem Wai.

Das erste, was mir einfällt, wenn ich an ihn denke, ist, dass er gute Manieren hat. Er macht immer einen Wai, wenn ein Lehrer in der Nähe an ihm vorbeiläuft. Jedes Mal“, sagte Lehrerin Phannee Tiyaprom von der Ban Pa Moead School.

Adul wird auch für sein Englisch gelobt – in einem Land, in dem nur ein kleiner Teil der Bevölkerung eine Fremdsprache beherrscht.

Er war der einzige, dem es möglich war, mit den britischen Tauchern zu kommunizieren, als sie die Jungen am 2. Juli entdeckten.

„Er ist ein Schatz“

Was für ein Tag ist heute?“, rief er, und sagte den Tauchern, die Jungen seien hungrig.

Adul kam im autonomen burmesischen Staat Wa zur Welt. Er spricht außer Englisch und Thais auch Burmesisch und Chinesisch. Seit seinem siebten Lebensjahr geht er zur Schule.

Er ließ seine Familie zurück, um in Nord-Thailand eine bessere Ausbildung zu erhalten als er in Burma haben könnte, und ab und zu kommen ihn seine Eltern in der Christian Church besuchen. Bei den Missionaren ist Adul untergekommen.

Wa ist international nicht anerkannt, auch nicht von Burma, die Leute aus Wa haben keine gültigen Pässe. Der Krieg zwischen Rebellen der Vereinigten Wa-Staatsarmee und burmesischen Regierungstruppen hat Tausende aus Wa in sicherere und friedlichere Länder vertrieben, dazu gehört auch das in der Nähe liegende Thailand.

Adul gehört zu den rund 400.000 Menschen, die laut UNHRC als Staatenlose in Thailand registriert sind. Es gibt aber Schätzungen, dass die Zahl weitaus höher liegt, so um die 3,5 Millionen Personen.

Staatenlose haben keine thailändische Geburtsurkunde und bekommen daher weder Personalausweis noch Reisepass. Adul kann nicht auf dem Standesamt heiraten, einer legalen Arbeit nachgehen, ein Bankkonto eröffnen, ins Ausland reisen, Grundbesitz kaufen oder wählen gehen.

Thailand hat versprochen, bis 2024 alle Staatenlosen zu registrieren, aber selbst wenn das Datum eingehalten wird, stecken diese Leute bis dahin nach wie vor in einem rechtlichen Niemandsland fest.

Adul kann froh sein, dass er zur Schule gehen darf. Früher war das für Staatenlose auch mit Schwierigkeiten verbunden. Der passionierte Fußballer ist auch musikalisch und spielt gern Klavier und Gitarre. Er ist ein guter Schüler.

Er ist ein Schatz“, sagte Schulrektor Phunawhit Thepsurin. „Er ist sowohl beim Lernen als auch im Sport gut. Er hat dank seiner Leistungen für unsere Schule schon mehrere Medaillen und Auszeichnungen gewonnen.

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