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Ein Vogel zieht um die Welt: Der Haussperling (Spatz)

Ein Vogel zieht um die Welt: Der Haussperling (Spatz)

Sind Sie auch ein Immigrant? Asyl können wir in Thailand ja nicht beantragen und so richtig immigrieren ist auch nur sehr schwer möglich. Einer hat’s aber geschafft, der kleine Spatz oder auch Sperling (Passer domesticus) genannt, ist in ganz Asien angekommen. Er ist einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel. Der Spatz hat sich vor über 10.000 Jahren als Kulturfolger dem Menschen angeschlossen. Nach zahlreichen absichtlichen oder versehentlichen Einbürgerungen ist er fast überall anzutreffen, wo Menschen sich das ganze Jahr aufhalten. Der weltweite Bestand wird auf etwa 500 Millionen Individuen geschätzt.

Nach deutlichen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem im Westen Mitteleuropas wurde die Art in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen.

Hier bei uns ist er aber überall präsent und selbst auf den Philippinen (7.000 Inseln) vermehrt er sich prächtig.

Der Haussperling ernährt sich hauptsächlich von Sämereien und dabei vor allem von den Samen kultivierter Getreidearten, auch Reis, die in ländlichen Gebieten 75 Prozent der Gesamtnahrung ausmachen können. Regional und saisonal kann der Anteil der Samen von Wildgräsern und – kräutern den Getreideanteil erreichen oder übertreffen.

Vom Frühjahr bis Sommer spielen auch Insekten eine wichtige Rolle und können bis zu 30 Prozent der Gesamtnahrung ausmachen. Vor allem in der Stadt zeigen Spatzen ein opportunistisches Verhalten und werden zu Allesfressern. Besonders an Imbissständen und in Freiluftlokalen stellen sie das unter Beweis.

Die Geschlechtsreife tritt bei Haussperlingen am Ende des ersten Lebensjahres ein. Sie führen in der Regel eine lebenslange Ehe. Wenn ein Partner stirbt, finden Neuverpaarungen jedoch schnell statt, ganz wie bei uns. Auch wenn sich Spatzen nicht häufiger als andere sozial lebende Vogelarten paaren, brachte ihr Verhalten ihnen im Mittelalter den Ruf der Unkeuscheit ein.  Dies lag wohl auch daran, dass die Paarung direkt vor den Augen der Menschen stattfand und Spatzen dabei geräuschvoller zu Werke gehen als manch andere Vögel, aber das kennen wir ja auch von unseren Vögeln. Man glaubte damals, dass Spatzen bei so vielen Begattungen höchstens ein Jahr leben könnten (ist bei uns jedenfalls nicht so!). Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern mit einer Größe von circa 15 × 22 Millimetern und einem Gewicht von etwa 3 Gramm. In Gestalt, Größe und Farbe sind die Eier sehr unterschiedlich, bei einem individuellen Weibchen aber recht konstant.

Die durchschnittliche Lebenserwartung, geschlechtsreifer Haussperlinge beträgt 1,5 bis 2,3 Jahre. In der Stadt ist die Lebenserwartung höher als in ländlichen Gebieten. In Holland wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass im Bereich von Vororten 18 Prozent der Spatzen fünf und mehr Jahre alt wurden, in ländlichen Gebieten hingegen nur vier Prozent. In Freiheit wurden durch Beringung verschiedentlich um die 14 Jahre alte Haussperlinge nachgewiesen. In Gefangenschaft ist ein höheres Alter möglich. Das bisher beobachtete maximale Alter beträgt angeblich 23 Jahre.

Früher glaubte man, dass die Familie der Sperlinge eng mit den afrikanischen Webervögeln verwandt sei, und ordnete demzufolge die Sperlinge als Unterfamilie (Passerinae) der Familie der Webervögel zu. Vergleiche der DNA-Sequenzen verschiedener Arten haben ergeben, dass auch Verwandtschaftsbeziehungen zu Stelzen, Piepern und Braunellen bestehen.

Der Haussperling
Der Haussperling

Auch wenn dies weiterhin umstritten ist, sieht man die Sperlinge heute als eigenständige Familie (Passeridae). Der die Nähe des Menschen suchende Spatz ist für viele Menschen der Inbegriff des Vogels überhaupt, da er meist der erste Vogel ist, den man als Kind richtig zu Gesicht bekommt. Sein Verhältnis zum Menschen ist zwiespältig, lange wurde der lästige Haussperling bekämpft. Andererseits liegt er den Menschen am Herzen, auch wenn oder weil er klein und unscheinbar ist, und man traut ihm eine gute Portion Raffinesse zu.

Da die Lebensräume von Spatz und Mensch schon lange eng beieinander liegen, haben sich zahlreiche Redewendungen und Legenden entwickelt. Auch hierbei überwiegt das negative Image des Spatzen. Die bekanntesten sind folgende:  „Dreckspatz“ – „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ – „Mit Kanonen auf Spatzen schießen“ – „Die Spatzen pfeifen es von den Dächern“ – „Ein Spatzenhirn haben“.

Auch heute wird der Haussperling teilweise noch als Hygieneschädling betrachtet und findet sich deshalb auch in einem „Lexikon für Schädlinge“ wieder. Problematisch ist dabei insbesondere das Eindringen und Einnisten in Lebensmittelmärkten und Großküchen, da der Spatz als potentieller Überträger von Krankheiten gilt. In Deutschland geraten hier das Bundesnaturschutzgesetz und die Lebensmittelhygieneverordnung in Konflikt, so dass die Rechtslage bei der Bekämpfung der Sperlinge unklar ist.

Große Medienresonanz erlangte der Abschuss eines Spatzen, der bei den Vorbereitungen des „Domino Day 2005“, einer Fernsehsendung des Senders RTL, in die Halle geflogen war und vor Sendebeginn bereits etliche Steine umgeworfen hatte.

Egal wie man es sieht, er ist uns nach Thailand gefolgt und ich mag die kleinen „Flieger“ gerne, besonders wenn sie uns die Moskitos vom Leibe halten. Achten Sie Mal auf Spatzen, wenn Sie vor der Haustüre stehen.

Mit freundlichem „piep piep“ bis zur nächsten Ausgabe.

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euer Herby

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