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Ein Traumurlaub wird zu einem Ferienalptraum

Ein Traumurlaub wird zu einem Ferienalptraum

Wenn in Thailand nicht die Gleichgültigkeit an der Tagesordnung wäre, hätte verhindert werden können, dass vor Phuket ein Ausflugsboot sank und über 40 chinesische Touristen in den Tod riss, schreibt die Journalistin Ploenpote Atthakor.

Diese Touristen sind die jüngsten Opfer der Tourismusindustrie, die Opfer wurden, weil vor der Ferieninsel Phuket ein Boot sank. Oder soll ich sagen, um es genauer zu formulieren, dass die Touristen Opfer von Nachlässigkeit und totaler Pflichtversäumnis seitens der Behörden wurden, die eine „Das ist Thailand“-Kultur pflegen?

Viele Tage nach dem Unglück wurden immer noch Menschen vermisst. 105 Personen befanden sich auf dem zum Untergang bestimmten Boot: Touristen, Besatzungsmitglieder und Reiseleiter. Die Yacht sank bei einem Sturm rund sieben Seemeilen von der Anlegestelle Chalong im Stadtbezirk Phuket.

Die tragischen Nachrichten über das Bootsunglück wurden von der Rettungsaktion der Höhlenkinder in den Schatten gestellt. Dennoch sollte das Unglück nicht aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwinden.

Ich möchte auf das Thema aufmerksam machen, auch wenn es Kommentare geben wird, dass damit das Image des Landes und der Tourismusindustrie gefährdet wird, weil alle Toten Chinesen waren. Ich denke, der Verlust an Menschenleben hätte verhindert werden können, wenn sich nur jemand gekümmert hätte, und das macht mich trauriger als eine negative wirtschaftliche Auswirkung.

Wie viele andere Leute, die die Nachrichten verfolgten, stellte ich mir sofort die Frage, weshalb der Reiseveranstalter bzw. der Kapitän die Bootsfahrt nicht abgesagt haben? Tatsächlich waren noch andere Boote unterwegs, die diese Fahrt machten – die hatten einfach nur Glück.

Indes sank an anderer Stelle ein anderes, aber hier konnten alle Passagiere und Besatzungsmitglieder unversehrt gerettet werden.

In einem Interview sagte der Gouverneur von Phuket, Norapat Plodthing, dass an diesem Tag eine Unwetterwarnung herausgegeben wurde.

Diese Informationen wurden vom stellvertretenden Polizeichef Surachate Hakparn bestätigt, der die Besatzungsmitglieder dafür verantwortlich machte, keine Konsequenzen aus der Unwetterwarnung zu ziehen. Die Polizei ermittelt gegen den Kapitän wegen fahrlässiger Tötung.

Können Bootsführer es sich wirklich leisten, keine Rücksicht auf Unwetterwarnungen zu nehmen? Können sie einfach ablegen und so tun, als sei alles wie immer?
Natürlich wäre alles ganz anders verlaufen, wenn die Fahrt abgesagt worden wäre. Es wären vielleicht auch Leben gerettet worden, hätte es die richtige Art von Schwimmwesten an Bord gegeben und man den Touristen gezeigt hätte, wie man diese korrekt anlegt. Einige Experten meinten, dass die Schwimmwesten an Bord vielleicht die richtigen für einen Tauchausflug waren, aber bei einem aufgewühlten Meer nicht viel halfen und sich zu einfach von den Körpern lösten. Das war für mich und viele andere eine neue Erkenntnis, kam aber zu spät für die verstorbenen Touristen.

Viele mögen den Bootseigner verantwortlich machen und ihm Gier vorwerfen, denn eine Absage hätte einen Einkommensverlust bedeutet. Einige denken, die Besatzungsmitglieder wollten einfach ihren Gästen gefallen, die meisten waren zu einem Kurzbesuch in Thailand und wären vielleicht verärgert gewesen, wäre ein Bootsausflug wegen schlechten Wetters ausgefallen. Was auch immer der Grund war, der 5. Juli zeigte, dass die Behörden völlig versagen. Sie erlauben rücksichtslosen Menschen mit dem Leben anderer zu spielen. Und innerhalb eines Augenblicks wird ein Traumurlaub zum Ferienalptraum.

Wer Nachrichten regelmäßig verfolgt, der kennt solche Meldungen über unnötige Verluste von Menschenleben nur zu gut.

Erinnern Sie sich noch an das überladene Ausflugsboot, das im September 2016 in Ayutthaya auf dem Chao Phraya River sank? 28 Menschen starben bei dem Unglück. Die Opfer waren Pilger, die einen Tempel besucht hatten. Sie ahnten nicht, dass die Zahl der Passagiere an Bord die Kapazität des Ausflugsbootes überstieg.

Nach diesem Unglück geschah, was in Thailand immer nach Unglücken geschieht: Es wurde versprochen, die Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern und die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Schon bald verschwand die schreckliche Nachricht aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit, und auch aus dem der verantwortlichen Behörden. Geändert hat sich daher nichts.

Die Boote in Bangkok sind mitunter ebenfalls überladen, manchmal transportieren sie drei- oder viermal mehr Passagiere als erlaubt. Einmal sprach ich mit einem Beamten über dieses Problem, der zugab, dass dieses existiert. Seine Behörde, die dafür zuständig sei, habe aber nicht vor, hier etwas zu ändern, sagte er mir.

Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wie viele „unnötige Todesfälle“ es noch geben wird, wenn es mit dieser Mai-Pen-Rai-Kultur der Gleichgültigkeit so weitergeht, und man von Leuten, die dafür verantwortlich sind, etwas zu ändern, nur ein Schulterzucken erhält.

Wie ich bereits sagte, das macht mich alles nur noch trauriger.

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