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Ein Katzenbiss mit Folgen

Ein Katzenbiss mit Folgen

Sehr geehrte HALLO-Redaktion,

zuerst einmal möchte ich mich für die in jeder Ausgabe durchaus interessanten Beiträge bedanken. Im letzten HALLO war unter der Rubrik Gesundheit ein Bericht über Tollwut. Ich denke, dass das viele Leute interessiert hat. Ich wollte erst nicht glauben, was da steht, nämlich, dass viele Thais zwar wissen, was Tollwut ist, aber nicht wissen, dass man in jedem Fall daran stirbt, wenn sie nicht recht rechtzeitig behandelt wird.

Ich habe etwas erlebt, was in diesem Zusammenhang steht, daher möchte ich diesen Leserbrief an Sie richten. Ich denke, dass das, was ich zu berichten habe, ebenfalls den einen oder anderen HALLO-Leser interessieren könnte.

Angefangen hat alles damit, dass eine Katze meine thailändische Frau in den Zeigefinger der rechten Hand biss. Sie verarztete das selbst mit etwas Jod und einem Pflaster. Natürlich fragte ich nicht ohne den HALLO-Artikel im Hinterkopf zu haben, wann sie denn zuletzt eine Tetanusspritze erhalten hatte und wie es sich denn mit Tollwut verhielte. Ob sie nicht lieber zum Arzt gehen wolle? Wer die Thais kennt, der kennt auch die Antwort: Mai pen rai. Alles nicht so schlimm.

Vier Tage später ist sie dann doch zu ihrem Hausarzt gegangen. Aber da war wohl schon alles zu spät, denn er meinte, er könne sie nicht mehr behandeln. Sie möchte sich bitte in ein Krankenhaus begeben.

Daraufhin ist sie in ein staatliches Hospital gegangen. Dort wurde die Wunde sehr umfangreich untersucht, meine Frau bekam mehrere Spritzen.

Ein Katzenbiss mit Folgen

Es war sogar von einer „Spritzenkur“ die Rede, die der Hausarzt dann weiterführen sollte. Das machte er auch. Insgesamt bekam meine Frau acht Spritzen, allerdings in viel zu geringer Dosierung, wie sich später herausstellen sollte.

Sie fühlte sich die ganze Zeit nicht fit, später ging es ihr immer schlechter. Nach drei Wochen klagte sie über starke Kopfschmerzen, und sie hatte hohes Fieber. Über 40 Grad!
Diesmal gingen wir in ein Privatspital. Da der Katzenbiss nun schon lange her war, wie gesagt über drei Wochen, dachten wir zunächst nicht daran, dass das hohe Fieber damit etwas zu tun haben könnte. Die Ärzte untersuchten meine Frau zunächst einmal auf Typhus oder Gelbfieberverdacht.

Bei beiden Krankheiten hat man hohes Fieber, die Stadt, in der wir leben, würde ich mal vorsichtig als nicht ganz so blitzeblank bezeichnen, daher wäre es nicht verwunderlich, wenn man sich hier Typhus oder eine andere grausige Infektionskrankheit einfangen könnte.
Wie die Ärzte auf Gelbfieber kamen, das gibt es eigentlich nur in Afrika und Südamerika, weiß ich nicht. Wir waren in letzter Zeit jedenfalls weder da noch dort.

Wie auch immer, gegen Mitternacht kam der Arzt und sagte, meine Frau müsse im Krankenhaus bleiben. Mit ihrem Blut stimme etwas nicht.

Nach und nach stellte ich nun doch eine Verbindung zu dem Katzenbiss her, zumal im staatlichen Krankenhaus, in dem meine Frau zuerst war, ihr Blut nicht untersucht worden war.

Die Ärzte im Privatspital stellten zu viele weiße Blutkörperchen im Blut meiner Frau fest und schlossen daraus auf eine Sepsis. Diese Blutvergiftung könnte mit dem Katzenbiss ihren Anfang genommen haben.

Nach der Diagnose brach plötzlich die totale Hektik aus. Meiner Frau wurden Katheter gelegt, sie wurde mit Medikamenten voll gepumpt. Zwei lange Tage ging das so, im Stundentakt wurde ihre Temperatur gemessen, zweimal täglich wurde ihr Blut abgenommen.
Am vierten Tag ließen die Fieberschübe nach, und das Blutbild wurde besser.

Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt schon stark geschwächt, und in der Nacht vom vierten auf den fünften Tag ging es wieder von vorne los. Wieder wurde sie von Fieber geplagt.
Der Arzt, der zur morgendlichen Visite kam, konnte sich keinen Reim daraus machen. Man konnte förmlich das Fragezeichen sehen, das über seinem Kopf schwebte.

Meine Frau konnte aber zur Aufklärung beitragen. Sie sagte, sie habe in der Nacht starken Husten und auch Brechreiz gehabt. Da ging dem Arzt ein Licht auf. Er hörte sie ab und stellte fest, dass sie sich wegen ihres stark geschwächten Immunsystems jetzt auch noch eine Lungenentzündung eingehandelt hatte.

Es dauerte noch geraume Zeit, bis meine Frau auf dem Weg der Besserung war. Sie ist immer noch etwas schwach auf den Beinen, ihre Widerstandskraft hat natürlich gelitten.
Wollen wir hoffen, dass sie bald wieder ganz hergestellt sein wird.

Mit diesem Leserbrief will ich anderen HALLO-Lesern sagen, dass man Katzen- oder Hundebisse keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte und am besten sofort zu einem kompetenten Arzt geht.

Willi Schneider, Pattaya

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