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EEC sollte genau geplant werden

EEC sollte genau geplant werden

In den drei östlichen Provinzen Chonburi, Rayong und Chachoengsao soll bekanntlich der Östliche Wirtschaftskorridor (ECC) entstehen, der einheimische, vor allem aber auch ausländische Investoren anziehen soll. Der ECC ist für die Regierung einer der wichtigsten Motoren der „Thailand 4.0“-Kampagne, die das Land modernisieren und den Bewohnern höhere Einkommen bescheren soll.
Auch wenn die Investitionen für ein kurzfristiges Wirtschaftswachstum sorgen, so sollte das ultimative Ziel des EEC doch sein, dass die Ausbildung der Facharbeiter intensiviert wird, dass Verordnungen und öffentliche Dienstleistungen reformiert werden, Umweltfragen beachtet und die Gemeinden gestärkt werden.

Es ist kein Zufall, dass der EEC genau an der Stelle entstehen soll, an der in den 80er Jahren Industrieprojekte angesiedelt wurden. Das größte Industriegebiet in der Region ist Map Ta Phut in Rayong.

Die Regierung will den EEC auf drei Säulen aufbauen:
Ausbau der Infrastruktur, erhebliche Anreize für und Begünstigungen bei Investitionen.

Der Ausbau der Infrastruktur, die erste Säule, beinhaltet Pläne, wonach die bereits bestehende Infrastruktur vergrößert werden soll. Dazu gehören der Flughafen U-Tapao, zweigleisige Bahnstrecken und Autobahnen. Es soll aber auch neue Projekte geben wie Hochgeschwindigkeitstrassen.

Bei der zweiten Säule geht es um Steuererleichterung oder Steuererlass. Investoren im ECC dürfen sich beispielsweise darüber freuen, dass sie bis zu 15 Jahre lang keine Körperschaftssteuer zahlen müssen. „Weltklassespezialisten“ sollen nur eine „Flatrate“ von 17 Prozent Einkommensteuer zahlen. Investoren können Land bis zu einer Dauer von 99 Jahren steuerfrei pachten und Umweltverträglichkeitsstudien sollen in Rekordzeit mit dem EIA-Zertifikat erlassen werden.

Die letzte Säule besteht aus der Erleichterung von Investitionen, die nur bei der Behörde Eastern Area Development Zone beantragt werden müssen. Diese Behörde kann eine ganze Reihe von Lizenzen und Bewilligungen für Investoren in dem EEC ausstellen, dazu gehören Baugenehmigungen und Registrierungen und damit die Befreiung von bürokratischen Hürden.

Mit all diesen Privilegien, die in der thailändischen Geschichte einmalig sind, ist die EEC die attraktivste Region Thailands für Investoren. Die Regierung hofft, dass im Rahmen dieser Förderung die Investitionen nur so fließen und der Wirtschaft zugute kommen. 40 Milliarden Dollar sollen es innerhalb von fünf Jahren sein.
Eine vom thailändischen Forschungsinstitut (TDRI) kürzlich erstellte Studie hob hervor, dass ein solch generöser Anreiz tatsächlich zu Investitionen in einigen Wirtschaftszweigen führen würde, bei denen Thailand einen Wettbewerbsvorteil hat. Dazu gehören neben dem Tourismus die Automobilindustrie und das Gesundheitswesen. Hinzu kommen Dienstleistungen wie Wartung (beispielsweise in der Luftfahrtindustrie), Logistik und Automation. Hier könnten globale Unternehmen wie Airbus, Toyota oder Lazada Thailand zu ihren regionalen Zentren machen.

Das TDRI erwartet in seiner Studie auch, dass bestimmte Infrastrukturprojekte wie der Flughafen U-Tapao, zweigleisige Eisenbahnstrecken und Autobahnen sehr wahrscheinlich wie geplant ausgebaut werden, auch, wenn die Entwicklung der Hochgeschwindigkeitsstrecken doch so auf einige Hürden stößt und der Bau länger dauern wird als geplant.

Ausländische Direktinvestitionen (FDI) und die Entwicklung der Infrastruktur sollten jedoch nicht die ultimativen Ziele des EEC sein. Immerhin hat Thailand in der Vergangenheit schon große internationale Unternehmen angezogen. Was die Automobilindustrie betrifft, sind die Japaner, Europäer und Amerikaner schon hier. Die Produktion von elektronischen Gütern liegt in Händen wie Seagate und Western Digital. Diese Weltkonzerne haben zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen und verlinken Thailand mit der Globalisierung und machten aus dem Land ein Exportzentrum. Dennoch kommt Thailand nicht aus der mittleren Einkommensfalle heraus, d.h. die Durchschnittslöhne steigen nicht mehr.

Die Lektion ist, dass ausländische Direktinvestitionen nur bis zu einem bestimmten Punkt stattfinden, wenn das technologische Potential nicht ausreicht und es nicht genügend gut ausgebildete Fachkräfte gibt. Bislang konnte noch kein Land der mittleren Einkommensfalle entkommen, indem es sich ausschließlich auf Direktinvestitionen verließ. Hinzu kommt, dass die drei Provinzen im Osten ganz sicher reicher werden, aber der Rest des Landes wird kaum etwas davon haben, was zu einem weiteren Einkommensgefälle und den daraus resultierenden sozialen Spannungen führt.

Das ultimative Ziel des EEC sollte daher anders aussehen.
Zunächst einmal muss das technologische Potential besser ausgeschöpft werden. Das bedeutet, dass Universitäten und Forschungsinstitute mit multinationalen Firmen an neuen Technologien arbeiten sollten und lokale Unternehmen in den EEC investieren. Eine Alternative könnte sein, dass im EEC ein Forschungszentrum für Industrien entsteht. Es könnte entweder neu geschaffen oder durch einige Abteilungen des Nationalen Wissenschafts- und Forschungsinstituts gegründet werden.

Die Aus- und Fortbildung thailändischer Facharbeitskräfte ist sehr wichtig. Insbesondere Universitäten und Berufsschulen sind hier gefragt, damit sie sicherstellen, dass Studenten und Schüler die notwendige Ausbildung erhalten.
Der Wegfall vieler bürokratischer Hürden im EEC sollte für das ganze Land ein Vorbild sein. Die Bürokratie behindert die Entwicklung des Landes, daher wird hier eine dringende Reform benötigt.

Um Probleme an der Ostküste zu vermeiden, muss auf den Umweltschutz verstärkt geachtet werden. Hierdurch würden Gemeinden gestärkt werden, weil Informationen und Pläne der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten und die einzelnen Gemeinden an der Entwicklung der jeweiligen Projekte beteiligt werden.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1340451/eec-requires-joined-up-thinking-to-benefit-everyone

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