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Dürre und kein Ende

Dürre und kein Ende

Seit Monaten leidet Thailand nicht nur unter einer außerordentlichen Hitzewelle, sondern auch unter einer anhaltenden Dürre. Ursache ist das das Wetterphänomen El Niño.

Als El Niño („Das Christkind“) wird eine Strömungsänderung im äquatorialen Pazifik bezeichnet, die meist um Weihnachten herum beginnt. Dabei heizt sich der Pazifik auf. El Niño hat in verschiedenen Regionen unterschiedliche Auswirkungen. In Nordamerika sind die Sommer feuchter, in Südamerika gibt es mehr Regenfälle. In Südostasien und Australien ist es heiß und trocken.
Nicht nur Thailand ist betroffen, sondern auch Indonesien, Indien und die Philippinen. Zu einer Zeit, in der die Reispreise seit über fünf Jahren auf einem Tiefststand sind, könnte El Niño zu einem Preisanstieg führen. Um bis zu 40 Prozent könnten die Preise in die Höhe schnellen, sagte Jack Scoville von Price Futures Goup in Chicago.

El Niño stürzt den Markt für Reis ins Chaos, das ist die Nahrungsgrundlage der halben Weltbevölkerung. Die Philippinen, die zudem von Wirbelstürmen gebeutelt wurden, müssen mehr Reis denn je importieren, um die Bevölkerung zu versorgen, sagte der internationale Währungsfonds. Indonesien braucht Importe, um die Preise vor Ort im Zaum zu halten, sagten die Vereinten Nationen.

Ernteausfälle in Indien, dem zweitgrößten Reisexporteur der Welt, werden die Reisbestände um 17 Prozent sinken lassen, das ist der tiefste Stand seit fünf Jahren, sagte die US-Landwirtschaftsbehörde. Es ist daher zu erwarten, dass Reis erheblich teurer wird.

Das US-Zentrum für Klimaprognose schätzt, dass die Auswirkungen von El Niño noch bis Januar zu spüren sein werden, vielleicht länger. Genau voraussagen kann das niemand.

Die Auswirkungen beziehen sich nicht nur auf Reis. In Indien könnte sich der Monsun verzögern, was Auswirkungen für die gesamte Landwirtschaft hat. In Australien wird es wegen der dort herrschenden Trockenheit weniger Landwirtschaftsprodukte geben.

Bis Mitte Juni lag die Regenmenge in Thailand und den Philippinen 40 Prozent unter dem jährlichen Durchschnitt, in Indonesien waren es 15 Prozent weniger, sagte Speedwell Weather in Charleston, South Carolina.

Das thailändische Landwirtschaftsministerium kündigte unterdessen an, Soldaten einsetzen zu wollen, die die Bewässerungskanäle bewachen, damit Farmer nicht auf die Idee kommen, diese anzuzapfen.

Da helfen nur noch die Götter

Landwirtschaftsminister Pitipong Phuengboon Na Ayudhaya äußerte sich dahingehend, dass das Wasser ausreiche, um 3,4 Millionen Rai Landwirtschaftsflächen im Einzugsbereich des Chao Phraya River zu kultivieren. Dies sei bei weiteren vier Millionen Rai in 22 Provinzen aber nicht der Fall. Die Farmer sollen daher die Bestellung ihrer Felder so lange verzögern, bis die Regenfälle beginnen. Die Armee soll Farmer davon überzeugen, dass es besser sei, zu kooperieren. Soldaten sollen Stauwehre bewachen, weil Farmer diese womöglich öffnen könnten, weil sie das Wasser für ihre Felder brauchen.

Gleichzeitig soll darauf geachtet werden, dass unter den Farmern keine Streitereien ausbrechen, denn „wir wollen keinen Wasserkrieg unter den Bürgern“, sagte Pitipong.
Die Farmer sollen sich laut Pitipong auch nicht auf Reis festlegen, sondern lieber Mais anbauen, der schneller geerntet werden kann als Reis und weniger Wasser verbraucht. Ein anderer Vorschlag ist, dass die Farmer sich auf Viehwirtschaft konzentrieren.

Die Landwirtschaftsbehörde rechnete aus, dass die Verluste durch die Dürre bis zu 60 Milliarden Baht betragen könnten, wenn es nicht alsbald regnet. Wegen der Dürre wird erwartet, dass die Landwirtschaft in diesem Jahr nicht mehr als 1,15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, vorher war mit 2,3 Prozent gerechnet worden.
Der stellvertretende Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd forderte die Leute auf, Wasser zu sparen und Aktivitäten einzustellen, die einen hohen Wasserverbrauch fördern, dazu gehöre beispielsweise das Auffüllen eines Schwimmbeckens.

Die Dürre wirft Fragen auf, welche Wasserwirtschaftspolitik das Bewässerungsamt betreibt. Nach der Jahrhundertflut 2011 änderte das Amt seine Richtlinien für Staudämme, die Wasser schon zu Anfang der Regenzeit ablassen können.
In den letzten Jahren regnete es jedoch ungewöhnlich wenig, was dazu führte, dass die Wasserpegel in den Hauptdämmen Bhumibol in Tak und Sirikit in Uttaradit immer weiter fielen. Durch das Wetterphänomen El Niño verschlimmerte sich die Lage.
Hannarong Yaowalers, Vorsitzender der Thai-Water Partnerships, sagte, das Bewässerungsamt und andere Wasserwirtschaftsbehörden sollten ihre Politik überdenken, indem sie sich nicht nur auf die Verhinderung von Hochwasser, sondern auch auf Wasserkonsum und Sicherheit konzentrieren.
Sie haben Angst, dass es noch einmal zu einem Hochwasser kommt, daher kümmern sie sich nicht so sehr um das Dürreproblem.“ Die Behörde sollte aber dafür Sorge tragen, dass beide Probleme ausbalanciert werden.

Das Bewässerungsamt gab zu, dass es einen Fehler gemacht hat, als es in der Regenzeit plötzlich zu einer Dürre kam. Man werde aber die Götter um Hilfe bitten, namentlich Phra Phirun. Bei ihm handelt es sich um den Gott des Regens. Mittels einer Zeremonie auf dem Sirikit-Staudamm soll er milde gestimmt werden, damit er es aus Dankbarkeit regnen lässt.

Flussschifffahrt ebenfalls gefährdet

Von der Dürre sind nicht nur Farmer betroffen, die ihre Felder nicht mehr bewässern können, und nicht nur die Bangkoker, die sich darauf einstellen müssen, bald Salzwasser in den Wasserhähnen zu haben. Auch die Flussschiffer leiden, weil die Pegelstände fallen.

Aus der Provinz Nan wurde gemeldet, dass die Flussschiffer ihre Flöße nicht mehr benutzen können und auf Regen warten.
Seit Jahren leben 400 Menschen auf und von den Flößen. Sie dienen als Fähren oder Restaurants auf dem Nan River. Dieser Fluss ist Teil des Stausees, der entstand, als der Sirikit-Staudamm in Uttaradit gebaut wurde.
Wegen des fallenden Pegelstandes sind die Flöße jetzt unbrauchbar, weil der Nan River fast ausgetrocknet ist. Einige Flöße wurden auch beschädigt, als sie auf Grund liefen.

Die Floßbewohner können auf ihren Flößen nicht mehr wohnen und kamen bei Verwandten unter. Da das zurückgehende Wasser allerlei Umweltsünden freilegte, klagen die noch vor Ort verbliebenen Flussschiffer über Hautkrankheiten.
Das Fischerdorf Pak Nai ist eine bei Touristen beliebte Sehenswürdigkeit. Die Besucher wohnen auf Hausbooten und genießen frische Meeresfrüchte, die auf Restaurant-Flößen verkauft werden.
Fährmann Seksan Yeamkayai, 50, sagte, er musste sein Geschäft vorübergehend schließen. Normalerweise bringt er Passagiere und Fahrzeuge vom Bezirk Nam Pad in Uttaradit zur anderen Seite des Stausees.
Er sagte, Fischer würden während der Regenzeit normalerweise 200 Kilogramm Fische täglich fangen, jetzt seien es weniger als zehn. Aus diesem Grunde haben viele Fischer das Dorf verlassen und arbeiten in anderen Provinzen in der Hoffnung, dass das Wasser nicht noch weiter zurückgeht.
Wenn der Pegel weiter fällt, dann müssen wir vielleicht auch gehen“, sagte Seksan.

Beitragsquelle :
http://www.bangkokpost.com/news/general/593349/army-to-deploy-amid-water-crisis
http://www.bangkokpost.com/news/general/594105/as-stockpiled-rice-rots-el-ni-o-threatens-more-damage

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