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Dreimal ist eine Verschwörung

Dreimal ist eine Verschwörung

Wieder einmal ist einer der Leute von Premierminister General Prayuth Chan-ocha in eine Kontroverse verstrickt, um nicht zu sagen Affäre. Es bleibt abzuwarten, ob der Premierminister sich dazu äußern wird.

Es geht im Innenminister Anupong Paojinda, einem General, der früher Chef des Heeres war. Er ist einer der engsten Vertrauten des Generals, auch wenn General Anupong nicht gerade häufig in Erscheinung tritt. Doch jetzt machte er Schlagzeilen.
Es geht um die Anschaffung von 849 Radarpistolen, die insgesamt 573 Millionen Baht kosten.
Zuständig für die Anschaffung ist General Anupong, der einem Wunsch des Katastrophenschutzamtes (DDPM) folgte. In den sozialen Medien wird berichtet, dass der Preis unglaublich hoch sei. Es ist nicht das erste Mal, dass General Anupong dieser Vorwurf trifft.

General Anupong verteidigte sich und sagte, er habe bei der Bestellung gar nicht den Preis gewusst. Er habe doch nur den Behördenwunsch an das Kabinett weitergeleitet. Das Kabinett hat auch nicht viele Fragen gestellt, wohl auch nicht nach dem Preis, und General Anupong wurde mit der Bestellung der Radarpistolen beauftragt. Pro Stück kosten die 675.000 Baht.
Bei diesem Preis handelt es sich wohl um die vergoldete, mit Diamanten besetzte Variante. Oder ist eine Radarpistole derartig exklusiv und einzigartig, dass es Sonderanfertigungen für Thailand gibt?

DDPM-Chef Chayapol Thitisak sagte, die 675.000 Baht pro Stück seien ein mittlerer Preis, der von Verkäufern genannt wurde, als diesen die Spezifikationen der benötigten Radarpistolen vorlagen.
Die Geräte sollen auf Landstraßen eingesetzt werden, die Bezirke, Gemeinden und Dörfer miteinander verbinden und die Verkehrssicherheit erhöhen.
Ein Komitee, bestehend aus mehreren Regierungsbehörden wurde eingesetzt, um die Bestellung durchzuführen. Die Medien wurden eingeladen, damit die Anschaffung transparent ist.
Die Stellungnahme Chayapols geht allerdings am Thema vorbei: Warum sind die Geräte so teuer?

Der Gelbhemden-Aktivist Veera Somkwamkid ist über die Bestellung wenig begeistert. Er sagte, dass eine Radarpistole für 130.000 Baht gehandelt wird.
Mit der Hilfe von Google können Journalisten selbst recherchieren – und das sollten vielleicht auch Minister können. Die modernste und laut Hersteller beste Radarpistole auf dem Markt ist das Modell LTI 20/20 der Marke TrueCAM. Pro Stück kostet das Gerät 5.495 US-Dollar oder ca. 181.000 Baht. Das ist immer noch viermal billiger als das Gerät, das General Anupong bestellte.

Neben dem Preis stellt sich eine weitere Frage. Was hat das Katastrophenschutzamt mit Verkehrsunfällen zu tun? Zurzeit des Monsuns sollte die Behörde eigentlich mit Hilfe nach Hochwasser und Hochwasserprävention voll ausgelastet sein.
Doch zurück zu General Anupong. Es ist nicht das erste Mal, dass er Schlagzeilen machte.
Erst vor gut einem Monat war wieder einmal von dem thailändischen Zeppelin die Rede, der so gut wie nie flog, weil er fluguntauglich war. Das 340 Millionen Baht teure Luftschiff wurde gekauft, als General Anupong Heereschef war. Der vor knapp zehn Jahren gekaufte Zeppelin kam so gut wie nie zum Einsatz und wurde vor ein paar Monaten außer Dienst gestellt.

Kritiker behaupten nicht nur, dass es schon vor knapp zehn Jahren Drohnen gab, sondern prangern auch die Geldverschwendung an. Daraufhin entgegnete General Anupong, dass der Zeppelin „nur“ 100 Millionen Baht kostete, der Rest seien Kosten für technische Ausrüstung, die jetzt an Flugzeuge oder Helikopter montiert werden könne.
Wenn man an General Anupong denkt, dann denkt man auch an die berüchtigten Bombendetektoren vom Typ GT200. Auch die wurden durch Federstrich von General Anupong angeschafft. Die Detektoren, die bekanntlich nicht funktionierten, weil sie von einem Betrüger gebaut worden waren, kosteten das Land nicht nur viel Geld, sondern auch unzählige Menschenleben, weil sich Soldaten auf GT200 verließen.

Hier kommt auch der jetzige Premierminister General Prayuth ins Spiel. Nachdem bewiesen war, dass GT200 Betrug war, befahl er, dass diese dennoch verwendet werden. Sein Argument: Wir haben nichts Besseres. Auch als Premierminister wollte er nicht mehr an der Sache rühren, selbst als es in seiner Macht lag, General Anupong für dessen Fehlverhalten zu bestrafen. General Prayuth sagte, die Angelegenheit sei lange her und andere Länder seien auch auf den Betrug hereingefallen. Thema erledigt.

Nun mag man glauben, dass General Anupong womöglich keinen Fehler machte, als er die GT200 bestellte. Er hätte nicht wissen können, dass sie nicht funktionierten. Man könnte glauben, dass General Anupong womöglich keinen Fehler machte, als er den Zeppelin bestellte. Er hätte nicht wissen können, dass er nicht fliegt. Und man mag glauben, dass er womöglich keinen Fehler machte, was die Radarpistolen betrifft. Er wusste vielleicht nichts über die Preise anderer Hersteller.

Es gibt ein schönes Sprichwort: Einmal ist ein Unfall, zweimal ist ein Zufall, dreimal ist eine Verschwörung.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1347458/anupong-caught-napping-over-speed-guns

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