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Drama in der ersten Klasse

Drama in der ersten Klasse

Thai Airways International veröffentlichte die Untersuchungsergebnisse über den viel diskutierten Zwischenfall, bei dem ein Flugzeug von Zürich nach Bangkok erst mit zwei Stunden Verspätung abfliegen konnte. Grund war eine Auseinandersetzung um zwei Sitzplätze in der ersten Klasse, die von Passagieren für Piloten geräumt werden sollten.

Die eingeleitete Untersuchung ergab, dass sowohl die beiden Piloten als auch das Bodenpersonal in Zürich dafür verantwortlich waren, auf dem Flug TG971 Passagieren keine Priorität eingeräumt zu haben. Das Flugzeug hob erst ab, als zwei Passagiere ihre Plätze für zwei Piloten der Airline räumten.

Der Präsident von Thai Airways, Sumeth Damrongchaitham, sagte, die Angestellten werden nach Vorschriften des Unternehmens bestraft und alle Passagiere des Fluges werden wegen der zweistündigen Verspätung eine Entschädigung erhalten.

„Ich räume den Fehler ein und will mich für das, was passiert ist, entschuldigen“, sagte er. „Das Unternehmen wird den Service verbessern, um diese Art von Problemen zukünftig zu vermeiden.“

Der Vorfall löste eine Debatte darüber aus, ob Piloten bevorzugt behandelt werden sollen und bejahendenfalls, ob dies nötig ist, damit sie ihre Pflichten erfüllen können.

Sumeth sagte, dass weder die Piloten noch die anderen Mitarbeiter Vorschriften der Fluggesellschaft oder des Flughafens missachtet hätten, es jedoch versäumten, effektiv zu kommunizieren, was zur Verspätung des Fluges führte. Damit sei der Ruf des Unternehmens geschädigt worden, das doch ansonsten Passagieren Priorität einräume.

Der Vorfall wurde bekannt, weil ein Beschwerdeschreiben an Thai Airways seinen Weg in die sozialen Medien fand. In diesem Schreiben beschwerten sich zwei Passagiere, dass sie für zwei Piloten ihre First-Class-Upgrades aufgeben mussten. Vier Piloten flogen „Deadhead“ eine Bezeichnung für Besatzungsmitglieder, die von einem Ort zum anderen fliegen, ohne eine Aufgabe auf diesem Flug zu haben. Die beiden diensthabenden Piloten weigerten sich zu starten, bis nicht alle vier Piloten einen Sitzplatz in der ersten Klasse hatten.

„Wenn meine Frau und ich die Sitzplätze nicht abgegeben hätten, dann wäre eine weitere Verzögerung eingetreten“, heißt es in dem Beschwerdeschreiben. „Uns taten die anderen Passagiere leid, die auch davon betroffen waren.“

Ein internes Memorandum von Thai Airways zeigt auf, dass das Flugzeug ausgewechselt worden war. Anstatt einer Boeing 777-300 flog eine B747-400. Der Jumbo ist eine ältere Maschine und hat keine Unterkünfte für Besatzungsmitglieder an Bord. Im Gegensatz zum neueren Flugzeug hat die B747 aber First-Class-Sitze, die wie ein Bett hergerichtet werden können.

Doch auf diesen Sitzen saßen Passagiere, die ein Upgrade aus der Business Class bekamen, als klar wurde, dass diese Sitzplätze „eigentlich“ nicht benötigt werden.

Das Bodenpersonal in Zürich buchte die Piloten in die Business-Klasse, aber die beiden Dienst habenden Piloten weigerten sich abzuheben, wenn nicht zuvor alle Deadhead-Piloten in der First Class untergebracht würden.
Es gibt kein spezifisches Gesetz, wie die Deadhead-Crew untergebracht werden soll, doch die Vorschriften der Zivilluftfahrt erlauben nicht, dass Piloten mehr als 34 Stunden pro Woche fliegen – sie müssen sich nach einem Flug auch mindestens für die Dauer des gerade absolvierten Fluges ausruhen.

In dem vorliegenden Fall geht es demnach darum, ob Passagiere als Geisel ihres eigenen Wohlergehens genommen wurden oder darum, wie wichtig es ist, dass Piloten gut ausgeruht ihren Dienst antreten.

Sanong Mingcharoen, Vorsitzender der thailändischen Pilotenvereinigung, sagte, den Piloten seien zu Unrecht Vorwürfe gemacht worden. Er beschwerte sich über eine Vertragsänderung bei Piloten: Sie hätten bei Deadhead-Flügen nur noch dann ein Anrecht auf Plätze in der ersten Klasse, wenn welche frei seien. Ansonsten würden sie in der Business-Klasse untergebracht.

„Wenn wir zu sehr zurückstecken, wird es eines Tages überhaupt keinen Platz mehr für uns geben“, kommentierte er.

Die Fluggesellschaft wies ihre Mitarbeiter schließlich an, den Fall nicht zu kommentieren.

Damrong Waikanee, der Gewerkschaftsvorsitzende von Thai Airways, äußerte sich noch zu dem Vorfall. Er sagte, die Besatzung habe ein Recht auf die Sitzplätze in der ersten Klasse, und laut Vorschriften hätten sie keinen Fehler gemacht. Aber, so führte er weiter aus, Passagieren sollte Priorität eingeräumt werden.

„Wenn Piloten nicht im Dienst sind, werden sie wie andere Passagiere behandelt und bekommen Sitzplätze entweder in der First oder Business Class“, sagte er. „Aber wenn sie unterwegs sind, um dann ihren Dienst anzutreten, bekommen sie Sitzplätze in der ersten Klasse. Diese Praxis gibt es bei jeder Fluggesellschaft, weil Piloten komplett ausgeruht sein und sich auf ihren nächsten Flug vorbereiten müssen … ansonsten wird die Sicherheit der Passagiere kompromittiert.“

In diesem speziellen Fall hätten die Piloten seiner Meinung jedoch mit der Business Class zufrieden sein sollen.

Drama in der ersten Klasse
Drama in der ersten Klasse

„Die Piloten haben nichts Falsches getan, denn es ist ihr gutes Recht, aber sie waren nicht pflichtbewusst“, führte Damrong weiter aus. „Wenn ich sie gewesen wäre, hätte ich den Passagieren meinen Sitzplatz überlassen oder einen anderen Flug genommen, denn unser Gehalt wird von Leuten bezahlt, die unseren Service in Anspruch nehmen.“

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