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Die Zeichen der Zeit

Die Zeichen der Zeit

Es gibt Leute, die wollen einfach nicht die Zeichen der Zeit erkennen und nicht wahrhaben, dass die chinesische Bevölkerungsgruppe in Pattaya eine immer größere Rolle spielt, die noch viel stärker ausgeprägt sein wird.

Wir hatten in den letzten HALLO-Ausgaben mehrfach über die chinesischen Besucher berichtet und waren zu dem Ergebnis gekommen, dass gegen die Chinesen eigentlich nur die Leute eingestellt sind, die mit ihnen kein Geld verdienen.

Die Zeichen der Zeit
Die Zeichen der Zeit

Hier handelt es sich um die Klientel, die Hotels und Pensionen, Restaurants und Bars für Mitteleuropäer oder allgemein Touristen und Auswanderer aus dem Westen anbietet. Die Anzahl dieser Kunden und Gäste wird nicht unbedingt weniger (wenn man offiziellen Zahlen Glauben schenken will), aber werden durch Asiaten, allen voran Chinesen, gefolgt von Koreanern, Japanern und Indern bei weitem überboten.
Pattaya hat sich seit seiner Entdeckung durch ausländische Touristen, sprich amerikanischen Soldaten, immer wieder selbst neu erfunden. Es erkannte die Zeichen der Zeit und stellte sich darauf ein.

Als Mitte der 70er Jahre der Vietnamkrieg vorüber war, setzte Pattaya auf den gerade neu erfundenen Ferntourismus. Es kamen Mitteleuropäer, Amerikaner und auch Australier nach Pattaya, um im Seebad Urlaub zu machen. Damals waren es noch wenige Besucher. Irgendwann waren Fernreisen nichts Besonderes mehr, und ab den 80er Jahren ging es steil bergauf, was die Touristenzahlen im Seebad anbelangte.

Wenn man eine Zäsur an einem Datum festmachen will, wenn auch eher symbolischer Natur, dann war das vielleicht der November 2008. Die Gelbhemden besetzten die Flughäfen. Pattaya war zu dieser Zeit so gut wie menschenleer, weil neue Touristen nicht kommen konnten und gestrandete Besucher verzweifelt versuchten, über den Landweg aus Thailand auszureisen. Danach war alles nicht mehr so, wie es zuvor gewesen war.

Es kamen mehr und mehr russische Touristen, die Pattayaner stellten sich darauf ein. Es gab immer häufiger Schilder in kyrillischer Schrift, auch bei Speisekarten in Restaurants war das so. Hoteliers und Gastronomen und andere Leute, die Geschäfte mit Westeuropäern machten, jammerten darüber, dass mit den Osteuropäern kein Geld zu verdienen sei. Es ist aber nicht so, dass die Russen kein Geld ausgaben. Sie gaben es eben einfach nur anders aus.

Mit dem Einbruch des Rubels war der Spuk vorbei, und alle Pattayaner dachten (hofften?), dass jetzt wieder das Goldene Zeitalter anbrechen und alles so sein würde wie früher. So war es aber nicht. Wieder verlagerte sich das Geschehen, diesmal wegen der Chinesen hin zum chinesischen Markt.

Da gibt es sicherlich den einen oder anderen Auswanderer, der, um nicht Zeit seines Lebens als Analphabet herumzurennen, kyrillische Buchstaben gelernt hat. Die Schrift ist eng mit dem Griechischen verwandt, und so schwierig ist das wirklich nicht. Diese Leute stehen bei den chinesischen Schriftzeichen vor einer ganz neuen Herausforderung.

Das Kyrillische wurde durch das Chinesische abgelöst. Mitunter sucht man lateinische Buchstaben vergebens. Und selbst wenn man Thai lesen kann, ist man aufgeschmissen, weil die Beschriftung ausschließlich auf Chinesisch ist. Da kann man manchmal anhand des Ladens oder Gebäudes erraten, worum es geht – manchmal aber auch nicht.

Pattaya erfindet sich zurzeit wieder selbst neu und dient dieser chinesischen Klientel. Dass Chinesen nicht viel Geld haben und ausschließlich an Gruppenreisen mit Vollpension teilnehmen, gehört der Vergangenheit an. Sicher machen das Chinesen immer noch, die Gruppe der Individualreisenden wird aber immer größer. Und das sind Leute, die teils sehr viel Geld haben.

Die Chinesen kaufen Eigentumswohnungen – zum Beispiel in „The Base“ an der Second Road, also in bester Wohnlage – und auch Häuser. Es wurde über Fälle berichtet, da haben die Chinesen zur Unterzeichnung des Kaufvertrages beim Rechtsanwalt gleich den Geldkoffer mitgebracht und bar bezahlt.

Chinesische Besucher interessieren sich nicht unbedingt für das Rotlichtmilieu, daher wird sich dieses – in den Augen der jetzigen Regierung – „Problem“ irgendwann einmal von selbst erledigen. Nämlich dann, wenn die Stadt von chinesischen Besuchern, sagen wir einmal, „beherrscht“ wird.

Ähnlich wie es im kambodschanischen Sihanoukville jetzt schon der Fall ist. Dort sind, wir berichteten kürzlich in der Online-Ausgabe, die Chinesen eingefallen und haben alles aufgekauft.

Die Mieten sind gestiegen, Auswanderer und Besucher aus dem Westen sind geflohen und meiden die Stadt. Sihanoukville war doch immer als Alternative zu Pattaya gepriesen worden. Die Zeiten haben sich sehr geändert – und die Zeichen der Zeit sollte jeder erkennen. Das gilt vor allem auch für Pattaya.

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