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Die See der Müllinseln

Die See der Müllinseln

Gigantische Plastikinseln wachsen im Pazifik. Umweltschutzgruppen drängen die ASEAN-Staaten und damit auch Thailand, gegen die Verschmutzung der Meere und der Umwelt vorzugehen.

Die Mitgliedsstaaten der ASEAN können die Verschmutzung mit Plastikmüll aufhalten und unsere Ozeane schützen, indem die Nutzung von Tragetaschen aus Plastik eingeschränkt wird“, sagte Von Hernandez von der Organisation Break Free From Plastic (BFFP).

In Asien sollten weiterhin Technologien aus anderen Ländern eingeführt werden, die dazu führen, dass mit Müll richtig umgegangen und das Problem gelöst wird.

Leider ist vorherzusehen, dass von den ASEAN-Staaten bezüglich des Problems nicht viel unternommen wird. Von den zehn größten Plastikverschmutzern der Welt liegen fünf Länder in Asien. China ist mit 2,22 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr auf Platz eins, gefolgt von Indonesien mit 1,29 Millionen Tonnen. Die Philippinen folgen auf Rang drei, dann Vietnam, Platz vier, Thailand Platz sechs und Malaysia auf Rang 8.

Surya Chandak vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen sieht die wachsende Wirtschaft und Bevölkerung der Region als Hauptschuldige an.

Die Situation im Pazifik läuft aus dem Ruder, weil an dessen Küsten Millionen Tonnen Plastikmüll in Flüssen und Bächen oder an Stränden entsorgt werden. Der Müll wird in das Meer gespült oder von Schiffen gleich direkt in den Ozean entsorgt. Es wird geschätzt, dass 91 Prozent des Plastikmülls nicht recycelt wird.

Im Juli hatte Kapitän Charles More, Gründer der Stiftung Alagita Research erklärt, dass er einen sogenannten „Wirbel“, eine Plastikinsel, entdeckt habe. Dieser Wirbel sei eine Million Quadratmeilen groß und befinde sich im Südpazifik. Diese „Plastikinsel“ soll nach Schätzungen größer sein als Mexiko.

Es war auch Moore, der den Nordpazifik-Wirbel entdeckte, der als Großer Pazifischer Müllhaufen 1997 bekannt wurde. Der hat nach Schätzungen die Größe von Texas oder der gesamten USA. So genau weiß das niemand. Wissenschaftler können die Größe nur schwer bestimmen, weil Plastik die Angewohnheit hat, in kleine Einzelteile zu zerfallen, die dann auch nur schwer einzusammeln sind, falls das überhaupt gelingen könnte. Die meisten dieser Stücke schwimmen unter der Meeresoberfläche.

Moore bestimmt die Größe der Inseln, indem er Wasserproben in den einzelnen Regionen untersucht.

Die gigantischen Inseln entstehen durch die Strömungen in den Ozeanen, die das Plastik zu einem Wirbel vereinen. Es gibt sieben solcher Wirbel in jedem Ozean der Erde.

In den letzten sechs Jahren hat sich das Problem laut Moores gesammelten Daten dramatisch verschärft. Laut Medienberichten wurde Henderson Island im Südpazifik als die am meisten mit Plastik verschmutzte Insel der Erde „gekrönt“. Forscher entdeckten dort 38 Millionen Partikel Müll. 90 Prozent der Seevögel nehmen diesen Müll zu sich.

Wie viele Gemeinden in asiatischen Ländern wie Indonesien, den Philippinen, China, Südkorea, Indien, nur um ein paar zu nennen, gezeigt haben, ist „Null Müll“ ein wirtschaftlich mögliches und nachhaltiges Programm, das eine Lösung für das Müllproblem in unserer Region sein kann“, sagte Groilan Gate von Global Alliance for Incinerator Alternatives (GAIA). „Doch damit das in einem großen Maßstab funktionieren kann, müssen Regierungen das Programm fördern und institutionalisieren.“

Zero Waste“ oder „Null Müll“ ist ein Programm, bei dem der Müll getrennt wird, Produkte schon so hergestellt werden, dass wenig Müll entsteht, der Müll systematisch gesammelt und wiederverwertet oder verbrannt wird.

Für Thailand könnte vielleicht ein Anfang sein, wenn Plastiktüten in Supermärkten, Tante-Emma-Läden und Einkaufszentren nicht mehr kostenlos sind, sondern ähnlich wie in Deutschland eine Gebühr erhoben wird.

Viel bedürfte es da nicht. Ein Machtwort des Premierministers, unter Umständen in Kombination mit Artikel 44, und Thailand wäre mit einem Schlag umwelttechnisch ein sehr fortschrittliches Land. Fünf oder zehn Baht pro Tüte wären sicherlich ein Anfang, mit dem alle leben könnten.

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