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Die Privathaushalte haben immer höhere Schulden

Die Privathaushalte haben immer höhere Schulden

Die Schulden der Privathaushalte steigen, die Leute versuchen verzweifelt, über die Runden zu kommen. So wie die 31-Jährige Pimpa Panlao, die einen Kredit von 80.000 Baht zurückzahlen muss. Sie verkauft auf einem Bangkoker Markt Frauen-Accessoires und muss mit einem Drittel ihrer Einkünfte diesen Kredit bedienen.

Die Geschäfte laufen nicht gut, und es ist sehr hart, wenn man dann noch Schulden hat“, sagte Pimpa, die einen Teil des Kredites benutzte, um ihr Geschäft auf dem Markt zu eröffnen.

Sie steht nicht allein da.

Ende März häuften sich die Privathaushaltsschulden auf 12,17 Billionen Baht an, das sind mit 77,6 Prozent fast vier Fünftel des Bruttoinlandsprodukts. Thailändische Haushalte gehören zu den größten Kreditnehmern in Asien, und es wird immer schwieriger, die Ratenzahlungen aufrecht zu erhalten.

Hinzu kommt, dass die Schulden weiter steigen könnten, weil die thailändische Zentralbank signalisierte, wie andere Banken in der Welt, nach langer Zeit des Rekordtiefs womöglich die Zinsen anzuheben.

Notleidende Hypotheken, das sind solche, die seit mehr als drei Monaten nicht bedient wurden, machten zum Ende des zweiten Quartals 3,39 Prozent aller Hypotheken aus, das ist die höchste Rate seit der Finanzkrise 2009, die in den USA wegen fauler Hypotheken ihren Anfang genommen hatte.

Fahrzeugkredite, die zwischen einem und drei Monaten nicht bedient wurden, stiegen Ende Juni auf 7,25 Prozent, die höchste Rate seit September letzten Jahres.
Privatkonsum ist in der thailändischen Wirtschaft ein kritisches Element, denn er macht die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts aus.

Konsumenten liehen sich auch im zweiten Quartal viel Geld, und insgesamt stiegen die Schulden der Privathaushalte im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent. Das beinhaltet 6,2 Prozent bei Hypotheken und 12,4 Prozent beim Fahrzeugkauf.
Es besteht das Risiko, dass diese massiven Schulden die zweitgrößte Wirtschaft Südostasiens nach unten ziehen.

Die aktuell vorliegenden Zahlen über das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal zeigen, dass sich das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum ersten Quartal verlangsamt, auch wenn die staatliche Behörde für nationale Wirtschaft und soziale Entwicklung nach wie vor von einem Wachstum von zwischen 4,2 und 4,7 Prozent ausgeht.

Doch Wirtschaftswissenschaftler sind der Meinung, dass die Expansion nach wie vor stark von Exporten abhängig ist, und die hohen Schulden auf den Schultern der Konsumenten lasten, die sich dann einfach nicht mehr so viel leisten können. Unterstrichen wurde das von Zahlen der Zentralbank, die zeigen, dass der Privatkonsum im Juni im Vergleich zum Mai nicht stieg.

Die Privathaushalte haben immer höhere Schulden
Die Privathaushalte haben immer höhere Schulden

Notleidende Kredite

JMT Network Services ist einer der größten Schuldeneintreiber in Thailand. Das Unternehmen erwartet, dass in diesem Jahr die Privathaushaltsschulden weiter steigen, wobei Hypotheken hier etwa die Hälfte ausmachen.

Während die Konsumentenkredite steigen, werden auch die faulen Kredite steigen. Jetzt bemerken wir, dass auch sichere Kredite, insbesondere Hypotheken, faul werden. Solche kaufen wir auch auf“, sagte Sutthirak Traichira von JMT. Die Firma treibt nicht nur Schulden ein, sondern kauft auch faule Kredite.

Laut Sutthirak rechnet JMT in diesem Jahr mit einem Anstieg des Profits von 30 Prozent, nachdem das Unternehmen schon letztes Jahr ein Rekordwachstum erzielt hatte.
Das Unternehmen verwaltet 3,2 Millionen faule Kredite mit einem Wert von 128 Milliarden Baht. In diesem Jahr wird es noch viel mehr werden.

Wir können auf dem Markt jeden faulen Kredit kaufen“, sagte Sutthirak. „Der ist so groß, so viel größer als wir.“

Die Schuldnerin Rosukon Chakkrapongwan befürchtet, dass sie ihr Haus verlieren könnte. Sie hatte vor drei Jahren eine Hypothek in Höhe von vier Millionen Baht aufgenommen.
Vor zwei Jahren war das kein Problem. Aber in diesem Jahr läuft das Geschäft sehr schlecht, und die Leute geben nichts aus“, sagte die 44-Jährige Händlerin, die Kosmetika verkauft und monatlich 30.000 Baht macht. Über die Hälfte des Geldes geht für die Hypothek drauf.

Ich konnte drei Monate lang keine Rate mehr zahlen.“ Sie befürchtet das Schlimmste, auch weil die Zentralbank womöglich die Zinsen anheben will.

Das würde mein Leben noch schwieriger machen. Ich weiß nicht, ob ich mein Haus behalten kann.

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