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Die Politik steht in den Sternen

Die Politik steht in den Sternen

In einer abergläubischen Gesellschaft können Astrologen das Wählerverhalten beeinflussen.
Die mögliche Rückkehr der Demokratie nach den Wahlen am 24. März ist nicht das einzige Thema, das Politiker und Bürger beschäftigt.

Für viele von ihnen ist die thailändische Politik von den Aussagen von Astrologen nicht zu trennen. Auch wenn ihre Voraussagen nicht wirklich auf Wissenschaft beruhen, so haben diese sehr wohl psychologische und auch politische Auswirkungen. Wenn die Voraussagen als Werkzeug benutzt werden, kann Einfluss auf die öffentliche Meinung genommen werden.

Dozenten und Politiker sind der Meinung, dass die Astrologie auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, wenn es um Politik geht. Und zwar so lange Thais zum Beispiel die richtigen Lottozahlen in Bananenblüten suchen, wenn die eine ungewöhnliche Form haben.

So wie Astrologen das Schicksal von Leuten „sehen“ können, verbinden sie die Positionen der Sterne mit politischen Ereignissen in der Zukunft, und viele Leute sehen in diesen Voraussagen die Antworten, die Nachrichten und Medien nicht geben können.

Politiker können sehr schnell von diesen Wahrsagungen profitieren, da sie „instrumentalisiert werden können, um die öffentliche Ansicht zu manipulieren“, sagte Wirot Ali, Politikwissenschaftler an der Thammasat Universität.

Wirot zitierte einige Voraussagen über den neuen Premierminister von dem in Chiang Mai ansässigen Astrologen Warin Buawiratlert. Der war bekannt geworden, nachdem er vorausgesagt hatte, was nach dem Putsch 2006 geschieht. Warin sagte, er glaube, dass General Prayuth Chan-ocha nach den Wahlen wieder Premierminister werden würde.

Sobald diese Voraussage an die Öffentlichkeit dringt, wird dies zu einem öffentlichen Thema und schon bald zu einer politischen Bewegung, und die Leute glauben das, meinte Wirot.

Die Wahrsagerei sollte nicht unterschätzt werden, denn sie kann in der Politik eine eigene „Macht“ werden, vor allem bei Leuten, die an die Astrologie glauben, sagte er.

Psychologisch können Politiker, denen vorausgesagt wird, dass ein leichter Weg vor ihnen liegt, motiviert werden, während solche, denen ein steiniger Pfad prognostiziert wird, womöglich entmutigt werden, sagte Nipit Intarasombat, Vizevorsitzender der Demokratischen Partei.

Leute, die zögern, bestimmten Politikern ihre Stimme zu geben, neigen dazu, diejenigen zu wählen, die große Gewinnchancen habe, meinte er. Aus diesem Grunde sei Wahrsagerei ein politisches Werkzeug.

Wenn man sich die politische Astrologie auf diese Weise betrachtet, führte Nipit weiter aus, so könne bis zu einem gewissen Grad die öffentliche Meinung gelenkt oder sogar beeinflusst werden. Wegen einer möglichen Beeinflussung ist es nicht gestattet, kurz vor den Wahlen noch die Sonntagsfrage zu stellen. Wahrsager sollten dieserhalb ebenfalls vorsichtig sein und sich an die Gesetze halten, sagte er.

Wenn die Worte von Astrologen solche Auswirkungen haben, dann ist eine weitere wichtige Frage, ob ihre Voraussagen immer eintreffen, sagte er. „Es kann stimmen oder auch nicht“, sagte der Generalsekretär der Phuea Thai Party, Phumtham Wechayachai.

Er und andere Politiker sind der Meinung, dass Astrologen nicht nur die Sterne über zukünftige politische Ereignisse befragen, sondern auch Statistiken lesen und die öffentliche Meinung studieren. Es kommt darauf an, was sie wahrnehmen und welche Informationsquellen sie haben“, sagte Phumtham.

Die Astrologin Fongsanan Chamornchan, die jetzt als Reporterin arbeitet, betrachtet nicht nur den Himmel, wenn sie über die politische Zukunft befragt wird, sondern berücksichtigt auch die Meinungen der Bürger.

Ein wichtiger Faktor, der für das Wahlergebnis am 24. März und der Regierungsbildung von Bedeutung sein könnte, sind die Kommunikationskanäle des digitalen Zeitalters, sagte sie. Informationen verbreiten sich im Internet und auf den Handys und werden die Denkweise der Leute ändern, wenn nicht sogar revolutionieren, sagte Fongsanan.

Thailand befindet sich seit dem 2. März in der – so nennen es die Astrologen – „13. Periode von Rattanakosin“, dem Namen des thailändischen Königreiches, das 1782 von der Chakri Dynastie gegründet wurde. Es ist eine Zeit, in der es Kämpfe um Denkweisen und Glaubensrichtungen gibt, sagte sie.

„Ich möchte nicht, dass die Leute die Sterne zu ernst nehmen“, sagte der Astrologe Soratcha Nuanyu. Probleme mag es in diesem Jahr geben, aber „sie werden nur eine gewisse Zeit lang andauern.“

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/news/special-reports/1630142/reading-elections-in-the-stars

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