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Die mittlere Einkommensfalle

Die mittlere Einkommensfalle

Nach drei Jahren im Amt scheint es, dass die Regierung die Probleme der thailändischen Wirtschaft langsam versteht.
In den letzten Jahren hat die Regierung ihre Maßnahmen bezüglich der Wirtschaft immer wieder verteidigt und verwies auf das Bruttoinlandsprodukt und die Exportzahlen.

Jetzt gab der für die Wirtschaft zuständige Vizepremierminister Somkid Jatusripitak zu, dass es einige wichtige Probleme in Schlüsselbereichen gebe, die verhinderten, dass die Maßnahmen so fruchten wie geplant. Es ist das erste Mal, dass ein Minister dieser Regierung so deutliche Worte fand.

Niemand bestreitet, dass der Ausblick im Bereich der Makrowirtschaft viel versprechend erscheint. Laut den jüngst veröffentlichten Zahlen betrug das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal des Jahres 4,3 Prozent. Das ist mehr als erwartet.
Das Wachstum für das gesamte Jahr könnte 3,9 Prozent erreichen.
2018 könnten es sogar 4,1 Prozent sein.
Merkwürdigerweise beschweren sich aber die Leute der mittleren und unteren Einkommensklassen darüber, dass sie kaum über die Runden kommen.
Daher ist es ein gutes Zeichen, dass Somkid das Problem nicht nur erkannt hat, sondern auch darüber spricht. In einer Rede gab der Vizepremierminister zu, dass sich die Wirtschaftszahlen zwar verbessert haben, es aber nach wie vor große Herausforderungen für die thailändische Wirtschaft gebe, insbesondere bei der Ungleichheit und den Einkommensunterschieden.
Die thailändische Wirtschaft erholt sich wieder, aber, in seinen eigenen Worten, „verhält es sich mit der lokalen Wirtschaft weiterhin schwierig.“ „Die Herausforderungen sind Armut in Kombination mit Ungleichheit. Und normalerweise, wenn sich die Lage verbessert, spürt man das auf der obersten Ebene zuerst, bevor sich das zur Basis fortsetzt“, meinte er.

Den letzten Regierungen ist es nicht gelungen, die wirtschaftliche Ungleichheit und die Probleme der unterschiedlichen Einkommen zu lösen. Die jetzige Regierung hat sich wie die Vorgängerregierungen auch nur auf Wirtschaftszahlen konzentriert und nicht versucht, in den unteren Ebenen etwas zu ändern.
Daher ist es gut, dass der für die Wirtschaft zuständige stellvertretende Premierminister jetzt darüber redet und die Probleme angehen will.
Er sagte, er werde dem Kabinett einen Vorschlag unterbreiten, wonach einige Vorschriften gelockert werden sollen. Lokalverwaltungen soll erlaubt sein, von ihrem Budget 100 Milliarden Baht auszugeben, um damit die Konjunktur vor Ort zu beleben, den Tourismus zu fördern und Projekte mit dem Ziel anzustoßen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Konsum zu beleben.

Auch wenn Fragen bleiben wie die, ob das Projekt einer Lokalverwaltung produktiv und effizient sein kann, so ist es eine gute Idee, die Einkommen an der Basis mittels Arbeitsplatzschaffung zu verbessern.

Es stellt sich auch die Frage, ob die Maßnahmen Teil von Somkids Versprechen sind, dass es im kommenden Jahr in Thailand keine Armen mehr geben soll – darüber hat man sich schon lustig gemacht –, aber die Schaffung von Arbeitsplätzen ist weitaus besser als Stimuluspakete, die von der Regierung geschnürt werden. Dazu gehört insbesondere die Verteilung von 200 oder 300 Baht pro Monat an Bedürftige via Sozialkarten, die elf Millionen Bürger beantragt haben.
Die Regierung hat behauptet, dass die Sozialkarte die Einkommensungleichheit mindert. Das ist aber nicht wahr.
Die Karteninhaber sollen das Geld benutzen, um Konsumprodukte in bestimmten Geschäften zu kaufen. Das bedeutet, dass die staatlichen Gelder, zwischen 2,2 und 3,3 Milliarden Baht, an Geschäftsinhaber und Produzenten der in den Läden angebotenen Güter gehen.

Wie könnte man so die Einkommensschere überwinden? Abgesehen von der Frage, ob die elf Millionen Karteninhaber auch wirklich zum Empfang von Sozialhilfe berechtigt sind.

Die im November für ein paar Wochen eingeführten Steuererleichterungen auf Einkäufe und Inanspruchnahme von Dienstleistungen bis zu 15.000 Baht sind ebenfalls fragwürdig. Wer ist der größte Nutznießer dieser Politik?
In dieser Zeit wird der Konsum angeregt, das ist auch beabsichtigt, aber die Leute werden die Gelegenheit nutzen und Produkte und Güter zu Hause horten und im kommenden Jahr dann entsprechend weniger ausgeben, zumal die Aktion dann auch schon lange vorbei ist.
Diese Leute leihen sich quasi von ihrem zukünftigen Einkommen Geld, damit sie die Steuerersparnis mitnehmen können. Ultimativ kann man daher nicht so sicher sein, inwieweit hier die Wirtschaft profitiert. Es handelt sich eher um ein Strohfeuer, damit die Wirtschaftszahlen Ende des Jahres noch einmal nach oben gedrückt werden.
Es scheint auch, dass Leute mit einem geringen Einkommen, weniger profitieren als solche mit einem hohen Gehalt.
Auf jeden Fall werden wiederum der Einzelhandel und Geschäftsleute über die Shopping-Aktion begeistert sein. Es gab Berichte darüber, dass es zu Preiserhöhungen gekommen ist, weil ein Massenansturm von Käufern erwartet wurde.
Wie man es auch dreht und wendet, diese Maßnahme wird die Ungleichheit nicht vermindern.

Da die Regierung, zumindest aber Vizepremierminister Somkid, das Problem erkannt hat, bleibt nur zu hoffen, dass die Wirtschaftspolitik sich in Zukunft nicht nur auf Quantität beschränkt, sondern auch auf die Lebensqualität abzielt und Ungleichheit und ungerechte Einkommensverteilung bekämpft.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1364863/regime-needs-to-mind-the-income-gap

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