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Die häufigen Selbstmorde und das Leben in der Stadt

Die häufigen Selbstmorde und das Leben in der Stadt

Ein Mann wurde tot in seinem Fahrzeug in Bangkok aufgefunden. Erst ein paar Tage zuvor war ein Modell auf der anderen Seite der Stadt von einem Gebäude in den Tod gesprungen. Zwei weitere Selbstmordfälle in Bangkok. Aber nicht nur dort: In der ganzen Welt wird auf dieses Problem aufmerksam gemacht.

Setthayus Apisatthapitak, 38, wurde tot in seinem Pick-up im Bezirk Prawet gefunden. Er hatte einen Kohlegrill im Fahrzeug, er atmete den Rauch ein und starb. Seine Familie sagte der Polizei, er habe Schulden gehabt und sich Sorgen gemacht, weil ein Geschäftsabschluss nicht zustande gekommen war.

Zuvor war Kanyakorn Supakarnkacharoen, bekannt als Kae Lederer, aus dem Fenster ihres Bangkoker Apartments gesprungen, nachdem sie ein Unkrautvernichtungsmittel getrunken hatte. Sie starb am darauffolgenden Tag. Eine Freundin berichtete, sie habe seit vielen Jahren unter Depressionen gelitten.

Die beiden Lebensmüden gehörten offenbar zu den Zehntausenden Thais, die unter psychischen Problemen leiden, und jedes Jahr werden es mehr. Das Problem geht einher mit gesellschaftlichen Tabus. Die Behörde für geistige Gesundheit wies darauf hin, dass es sich um ein ernstes Problem handle, das überwiegend mit dem sich ändernden Lebensstil zusammenhängt.

Der Lebensstil der thailändischen Bürger ist heutzutage ziemlich besorgniserregend, vor allem bei Leuten, die in städtischen Gebieten leben“, sagte Behördenchef Boonreung Traireungworarat. Sie gewöhnen sich daran, in Eile zu leben … passen sich unbewusst an bestimmte Probleme an, haben das Gefühl, keine Zeit zu haben, über irgendetwas nachzudenken.

Wenn sie dann unter Druck geraten oder unter Stress stehen, kann es sein, dass sie versuchen, einen rücksichtslosen und überstürzten Ausweg aus ihren Problemen zu finden.

Boonrueng sagte, pro Stunde versuchen sich in Thailand sechs Leute das Leben zu nehmen, das seien pro Jahr etwa 53.000 Selbstmordversuche. Die meisten sind nicht erfolgreich. Laut jüngsten Zahlen der Behörde brachten sich 2017 3.934 Menschen um. Etwas weniger als im Jahr zuvor, 2016 waren es 4.131 Personen. Der wirtschaftliche Schaden wird auf über 400 Millionen Baht jährlich geschätzt.

Letztes Jahr war das jüngste Selbstmordopfer unter zehn Jahre alt, während die Altergruppe 30 bis 59 am stärksten selbstmordgefährdet ist. Außerdem sagte Boonrueng, dass Leute mit einem Drogen-, Alkohol- oder psychischem Problem vier- bis hundertfach gefährdet sind, Selbstmord zu begehen.

Beamte sagen, dass die Selbstmordrate bei Leuten zwischen 60 und 64 Jahren um bis zu zehn Personen pro 100.000 Einwohner liegt. Der Grund sei eine steigende Zahl von Senioren, die Depressionen haben, weil sie von ihren Familien im Stich gelassen wurden.

2016 lag die Selbstmordrate in Thailand für alle Altersgruppen laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei 14,4 pro 100.000 Einwohner und laut thailändischer Behörde für psychische Erkrankungen bei 6,35.

Die WHO bezifferte die Selbstmordraten in Thailands Nachbarländern wie folgt: Kambodscha 5,3, Malaysia 5,5 und Burma 7,8. Laut WHO ist die Selbstmordrate in Thailand demnach um rund das Doppelte höher als in den benachbarten Ländern. Weltweit hat laut WHO die Selbstmordrate in den letzten 50 Jahren um 60 Prozent zugenommen.

Nach wie vor mangelt es in Thailand an Verständnis für psychische Erkrankungen. Leute, die darunter leiden, werden gesellschaftlich stigmatisiert und zögern daher, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Nattakorn Jampathong vom nationalen Zentrum zur Verhinderung von Selbstmorden drängte Familien und Freunde von möglichen Selbstmordkandidaten, diese nicht zu kritisieren, sondern vielmehr über deren Probleme zu reden.

Die häufigen Selbstmorde und das Leben in der Stadt

Wenn man versuche, mit Leuten, die psychische Probleme haben, zu reden oder diese zu verstehen, sei dies bereits ein signifikanter Fortschritt auf dem Weg, einen möglichen (weiteren) Selbstmordversuch zu verhindern.

Wenn man sich gegenseitig unterstütze und immer frage, wie es jemandem ginge, zuhöre und Ratschläge erteile, dann sei das etwas, das allen Leuten mit Problemen helfen könne, sagte Nattakorn zum Schluss.

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