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Die Gesundheitsreform und die Krankenversicherung

Die Gesundheitsreform und die Krankenversicherung

Die Militärregierung hat schon länger vor, die Funktionsweise der Allgemeinen Krankenversicherung, im Volksmund auch gern 30-Baht-Versicherung genannt, zu ändern.

Immer wieder einmal gab es Berichte, dass diese abgeschafft werden soll. Sobald Kritik an diesen Plänen laut wurde, hieß es, dass es so nicht gemeint gewesen sei. Doch Premierminister General Prayuth Chan-ocha plant eine Gesundheitsreform, die das Ende der Allgemeinen Krankenversicherung bedeuten könnte, zumindest aber wird, diese erhebliche Auswirkungen auf die Leistungen der Krankenversicherung haben – und das zu Ungunsten der dort versicherten Bürger.

Die 30-Baht-Versicherung kostet den Staat in diesem Jahr voraussichtlich über 111 Milliarden Baht. Pro Kopf werden hier 3.197 Baht ausgegeben, das sind grob gerechnet fast 50 Millionen Patienten.

Die 111 Milliarden Baht sind sicherlich eine Menge Geld, aber wenn man die Krankenversicherung für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes (CSMBS) dem gegenüber stellt, dann sieht das doch ganz anders aus: Im Rahmen der CSMBS wurden 2017 weit über 73 Milliarden Baht ausgegeben. Das waren pro Kopf 16.740 Baht bei 4,4 Millionen Patienten.

An den Zahlen kann man erkennen, dass die Kosten für die CSMBS im Vergleich zur Allgemeinen Krankenversicherung völlig aus dem Ruder laufen und hier bei einer Reform anzusetzen wäre, und nicht bei den Ärmsten der Gesellschaft, die nur in der 30-Baht-Versicherung versichert sind.

Die dritte Säule des Krankenversicherungssystems in Thailand sind die Versicherungsleistungen, auf die Arbeitnehmer Anspruch haben (SSS). Die Kosten betrugen letztes Jahr knapp 50 Milliarden Baht bei 14,4 Millionen Patienten. Pro Patient entstanden Kosten von gut 3.300 Baht, ein ähnlicher Betrag wie bei der 30-Baht-Versicherung.

In den bisherigen vier Jahren Militärherrschaft gab es keine drastischen Änderungen bei den der Krankenversicherungen, doch einige Experten befürchten, dass Reformen durch den Nationalen Rat für Ruhe und Ordnung (NCPO) bevorstehen und die dann anstehenden Änderungen allein zu Lasten der Allgemeinen Krankenversicherung und dort Versicherten gehen.

Wieder einmal wären die Armen in der Gesellschaft betroffen, die nicht woanders versichert sind bzw. sich keine Zusatzversicherung leisten können.
Dass die Militärs keine Freunde der durch den ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra eingeführten Krankenversicherung sind, ist laut Experten aber nur ein Teil des Problems. Ein weiteres ist, dass die oben beschriebenen drei Versicherungsarten derartig unterschiedlich sind, dass dringende Änderungen nötig sind, um das jetzige System aufrecht zu erhalten.

Nimit Tien-udom vom Netzwerk People’s Health System Movement sagte, Thailands Allgemeine Krankenversicherung sei durch die Reformpläne des NCPO akut gefährdet. Es sei seine, Nimits, Pflicht, dieses Gesundheitssystem zu schützen, fügte er hinzu.

Unser Gesundheitssystem, insbesondere die Allgemeine Krankenversicherung ist ein System, das den Bürgern hilft, weil sie wegen hoher Behandlungskosten nicht mehr insolvent werden, während diese Bürger gleichzeitig adäquaten und erschwinglichen Zugang zum Gesundheitssystem haben“, sagte Nimit.

Die Regierung hat jedoch einen militärisch-bürokratischen Hintergrund, daher sind sie dem System gegenüber feindlich eingestellt, insbesondere gegenüber der Allgemeinen Krankenversicherung, von der sie behaupten, sie sei eine Belastung für den Staatshaushalt. Daher wollen sie sie schwächen.

Er enthüllte, dass die Regierung versuche, das Gesetz zum Gesundheitssystem (NHSO) zu ändern und eine Nationale Gesundheitskommission einzusetzen. Die Reformen führten zu weiterer Zentralisierung, der öffentliche Sektor hätte dann weniger Einfluss auf das Gesundheitssystem.

General Prayuth hatte mehrmals dementiert, die Allgemeine Krankenversicherung abschaffen zu wollen, sagte aber gleichzeitig, dass die steigenden Kosten durch Reformen gedämpft werden müssten.

Einer der Reformpläne sieht vor, dass nur noch Zugang zur 30-Baht-Versicherung hat, wer als „arm“ registriert ist, das sind zurzeit 14 Millionen Bürger. Patienten sollen auf jeden Fall Zuzahlungen leisten.

Nimit sagte, dass allein diese beiden Änderungen ausreichten, die ursprüngliche Intention des Systems zu zerstören, nämlich allen Bürgern gleichermaßen Zugang zur Krankenversorgung zu gewährleisten. Wenn dies nur noch 14 Millionen Bürgern gestattet sei, dann handle es sich um ein humanitäres Hilfssystem für die Ärmsten, in Wahrheit seien aber 48 Millionen Bürger von der Versicherung abhängig.

Zuzahlungen seien grundsätzlich keine schlechte Idee, sagte Nimit, aber Patienten sollten nicht zahlen müssen, wenn sie krank werden, weil sie das in den finanziellen Ruin stürzen könnte.

Ammar Siamwalla vom Thailand Development Research Institute sagte, um ein nachhaltiges System zu schaffen, sei eine Reform nötig. Diese Reform solle allerdings darauf ausgerichtet sein, die Unterschiedlichkeit der drei Krankenversicherungssysteme zu mindern, damit alle Bürger, insbesondere die Mittelklasse, von dem System profitieren können.

Wenn die Regierung nur den Armen diese Versicherungsart anbietet, würden Kosten, aber auch Qualität minimal bleiben. Wenn aber alle Bürger, auch die politisch aktive Mittelklasse einbezogen werden, dann könnte sie eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, wie das System verbessert wird und wie erreicht werden kann, dass das Gesundheitssystem für alle erschwinglich bleibt.

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