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Die Geschichte vom Spital

Die Geschichte vom Spital

Er schläft schlecht, ihm liegt der Besuch im Spital sehr auf dem Magen. Heute wird sich zeigen, ob die Naturheilmedizin der Chemotherapie ebenbürtig ist. Seine Freundin Darling ist an Brustkrebs erkrankt.

Die letzten drei Monate sind an Darling nicht spurlos vorüber gegangen, wobei sie optisch attraktiver daher kommt und sich moralisch nach dem ersten schlechten Monat auch gefasst hat. Dies führt er wirklich auf die Medikamente des Naturheilkundlers Dr. Sommai zurück.

Aber wie sieht es in ihrem Körper aus? Der Knoten in der Brust fühlt sich nicht anders an als vor sieben Monaten, ist sicher nicht kleiner geworden. Darling beklagt sich in den letzten Wochen vermehrt über Schmerzen, die sie stoßartig kurz, aber über den Tag verteilt, spürt.

Sie finden sich frühzeitig im Spital ein, sind aber nicht zuerst an der Reihe. Nach dem Besuch beim charismatischen Dr. Sommai, sind sie nun wieder im nüchternen und sterilen Normalspital mit den sachlichen Ärzten.

Die hören den Äußerungen Darlings genau zu, untersuchen sie gründlich und teilen ihr am Schluss mit und konnten sie ebenfalls auch überzeugen, dass nun wirklich der Zeitpunkt für die Operation gekommen sei.

So wie sie es von außen sehen, könnten die Prognosen von Dr. Sommai richtig sein, der Tumor scheint gesondert in der Brust zu stehen, und es sei durchaus möglich, ihn ohne Amputation der ganzen Brust zu entfernen. Aber in einer Woche könne man nicht mehr von Stadium A sprechen, denn je länger sie mit der Operation zuwarte, umso komplizierter und erfolgloser werde die Operation verlaufen.

Darling nimmt die Erläuterungen ohne eine Gefühlsregung entgegen, meint nur beim Hinausgehen: „Wie soll ich das Geld für eine Operation in einer Privatklinik aufbringen? Ich werde in zwei Jahren sterben.

Beide überlegen sich, wie sie ans Geld für die Operation kommen könnten. Er selbst macht ihr den Vorschlag seine Vorgänger, ehemalige Sponsoren, mit denen sie länger in Kontakt war, Männer die sie mochten, doch zu kontaktieren und um Hilfe zu bitten, da er nicht im Besitz von viel Geld sei, es sich im schlimmsten Fall auch ausleihen müsse.

Auch hier zeigt sie keine Reaktion, aber offensichtlich behält sie die Idee im Kopf und setzt sie in die Tat um, jedoch ohne ihm jeweils einen Zwischenbericht abzugeben, wie er später herausfindet.

Der einzige Mann, der ihr offiziell in den Sinn kommt, ist ein alter Knochen, den sie seit Beginn ihrer Pattaya-Präsenz kennt und dessen Betreuerin, Pflegerin sie jeweils bei seinen mehrmonatigen Aufenthalten im Badeort war. Nichts Sexuelles zwischen ihnen, versichert sie ihm. Erstens sei er jede Nacht betrunken gewesen und zweitens wirke das Viagra bei ihm nicht. Er verfüge aber nicht über ein Vermögen. Immerhin schicke ihr monatlich 3.000 Baht, damit sie für ihn da ist, wenn er in Thailand weilt. Nach Knochens Alter fragt er nicht.

In der Zeit bis zum Operationstermin beginnt er immer mehr und mehr an Darlings Loyalität zu zweifeln. Er fragt sich öfter, wie sie mit den angeblichen 3.000 Baht über die Runden kommt – ohne zu arbeiten und ohne Geld von ihm zu verlangen. Ihr Zimmer kostet bereits 4.500 Baht.

Später: Er ist innerlich erregt. Der ATM-Kasten rattert wie verrückt, um den aktuellen Kontostand auszuspucken. Darlings Bankbüchlein wurde schon längere Zeit nicht mehr aktualisiert, er hat es auch rein zufällig entdeckt. Dank seines Putzfimmels, den er seit seiner frühesten Pubertät in sich hat, dies in Zusammenhang mit seinem damaligen Asthma. Das Büchlein steckte hinter einer Kommode. Eingeklemmt zwischen Möbelstück und der Wand. Wahrscheinlich einmal aus Versehen dorthin gerutscht. Okay, so ganz stimmt das nicht.

Darling hat sich um zwei Uhr morgens auf den Weg nach Chantaburi gemacht, um wie jeden Donnerstag einen Tag im Tempel zu verbringen. Als sie das Zimmer verlassen hat, kann er nicht mehr einschlafen und hat daher begonnen, aufzuräumen und umzustellen.

Auf der Suche nach Indizien, um ehrlich zu sein. So öffnet er auch Schubladen und Schränke, wühlt in herumliegenden Handtaschen herum, um irgendeinen Hinweis, Fotos zu finden, die bestätigen würden, dass es noch mehr dumme, blauäugige Freunde oder besser gesagt Kunden als nur ihn gibt. Dabei fallen ihm etliche Fotos diverser Paarungen in die Hände, wobei die Braut jedes Mal Darling ist.

Nicht ganz zufällig stößt er dann auch das verstaubte Bankbüchlein. Darin ein Schein mit der Überweisung eines gewissen Mario Milano aus Italien. Die Zahlung ist zwar schon älteren Datums, aber zu diesem Zeitpunkt hat er Darling schon gekannt. Genau genommen kam die Zahlung zu dem Zeitpunkt, zu dem sie im Tempel weilte. Angeblich weilte?

Daraufhin hat er sich umgehend auf den Weg zur Bank gemacht.

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