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Die Gefährdung der Meere muss aufhören

Die Gefährdung der Meere muss aufhören

Unsere Meere befinden sich in einer kritischen Situation, weil sie seit Jahrzehnten überfischt werden. Insbesondere sind Schleppnetze hieran beteiligt, die am Boden des Ozeans alles einfangen, was sich bewegt. Und genau diese Umweltkatastrophe wird von dem neuen Fischereigesetz unterstützt.

Weltweit durchgeführte Untersuchungen haben ergeben, dass Schleppnetze auf dem Meeresboden der Hauptgrund für den Rückgang des Fischreichtums und das Aussterben von Fischarten verantwortlich sind. Jedes Meereslebewesen, ob klein oder groß, wird von diesen Trawlern mit gigantischen feinmaschigen Schleppnetzen eingefangen. Die Schleppnetze, die über den Meeresboden schleifen, zerstören diesen ebenso wie Korallen und Felsen, in denen sich Fische aufhalten. Durch die Netze werden Sedimente aufgewirbelt, die sauerstoffarme Zonen schaffen, in denen Algen blühen, mehr Sauerstoff wegnehmen und diese zu Todeszonen machen, in denen das maritime Leben weiter eingeschränkt wird.

Thailand ist da keine Ausnahme. Die Fischereibehörde hat selbst eine Studie in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen von Trawlern zu untersuchen. Die Ergebnisse waren alarmierend. Als die Trawler im Jahre 1961 damit begannen in thailändischen Gewässern zu operieren, fingen sie pro Stunde 300 Kilogramm Fisch. 1982 waren es nur noch 49 Kilogramm stündlich, 1991 waren es 22 Kilogramm und 2009 noch ganze 14 Kilogramm.

In der Studie wurde ferner festgestellt, dass nur 30 Prozent des Fangs wirtschaftlich genutzt wird. Der Rest bestand aus Jungfischen und kleinen Meeresbewohnern, die hätten am Leben bleiben sollen, um den Ozean gesund zu halten und die Fischbestände der Zukunft wieder aufzubauen. Stattdessen werden sie als „Müllfische“ behandelt und als billige Zutaten für die Futtermittelindustrie verarbeitet.
Obwohl das alles bekannt ist, sagt das neue Fischereigesetz über die Trawler: Die Kosten für die Netze von Trawlern betragen 500 Baht pro Meter.

Abgesehen davon, dass hier weggesehen wird, wenn es um den Einsatz von Schleppnetzen auf dem Meeresgrund geht, so wird nicht die Größe der Maschen festgelegt, damit kleine Fische nicht eingefangen werden können. Es wird auch nicht verboten, dass nachts Lampen eingesetzt werden, mit denen man Fische anlockt, was zu einem weiteren Schwund des Fischbestandes führt.

Das alte Fischereigesetz verbot Trawlern, in geschützte Seegebiete einzudringen, die sich drei Kilometer auf das Meer hinausziehen. Behörden versagten jedoch, dieses Gesetz umzusetzen, was auch die Lebensgrundlage von etwa 300.000 Fischerfamilien entlang der Küste betraf. Anstatt die Schwachpunkte des Gesetzes durch Änderungen zu stärken, gibt es in der neuen Version überhaupt keinen Artikel mehr, der die Küstenregionen unter Schutz stellt.

Laut Fischereibehörde können in thailändischen Gewässern nicht mehr als 5.000 Trawler fischen. Um der EU entgegenzukommen, die wegen des exzessiven illegalen Fischens mit einem Importstopp thailändischer Meeresfrüchte drohte, will die Regierung die Fischerei besser regulieren und amnestierte zunächst alle illegalen Kutter, die lizenziert werden sollen. Damit wird die Anzahl der Trawler auf 12.000 anwachsen. Die meisten werden wegen des Fischverbots in Indonesien die Heimat ansteuern. Ohne gesetzlichen Schutz der Küstenregionen wird hier bald der Teufel los sein.

Behörden mögen argumentieren, dass das neue Fischereigesetz lokalen Gemeinden mehr Macht gibt, die Größe der Schutzgebiete festzulegen und welche Arten von Fischerei erlaubt sind. Das ist im besten Falle irreführend.

Die nationalen und provinzialen Fischereikomitees werden von hochrangigen Bürokraten und der Geschäftswelt dominiert. Repräsentanten aus der Fischergemeinde sind stark in der Unterzahl.

Selbst wenn sie sich durchsetzen können, dass die geschützten Gebiete ausgeweitet werden, in denen Trawler ihre zerstörerischen Methoden nicht anwenden dürfen, so haben sie doch keine Werkzeuge und Autorität, diese Regeln durchzusetzen.

Unterdessen haben die Betreiber von Trawlern nichts zu befürchten. Abgesehen davon, dass sie lange und enge Beziehungen zu Parlamentariern und Provinzbehörden pflegen, sieht das neue Fischereigesetz nur leichte Strafen bei Verstößen vor. Es könnte zu gewaltsamen Zusammenstößen kommen, wenn Fischereigemeinden ihre See und damit die Quelle ihrer Lebensgrundlage schützen wollen.
Es gibt nur einen Weg, die leidenden Meere zu schützen und Blutvergießen zu verhindern. Die Regierung muss Schleppnetze und andere zerstörerische Fischmethoden verbieten. Nur dann kann illegales Fischen bekämpft werden und verhindern, dass die Europäische Union ein Importverbot verhängt. Und auch erst dann können sich die thailändischen Küstengewässer wieder erholen.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/562131/stop-menace-of-the-seas

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