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Die Freunde des Generals

Die Freunde des Generals

Funktionäre der Phuea Thai Party besuchten Thaksin Shinawatra in Singapur und vielleicht auch anderswo. Das war nicht nur ein freundliches Treffen der guten alten Zeiten wegen – da steckte ein politisches Motiv dahinter. Die Wahlen kommen – eher später als früher –, aber sie kommen.

Suthep Thaugsuban, der mit seinen Märschen durch die Hauptstadt, Stichwort „Bangkok Shutdown“, den Putsch 2014 provozierte, mit dem die Regierung Yingluck Shinawatra abgesetzt wurde, gründet vielleicht eine Partei, um General Prayuth Chan-ocha zu unterstützen, vielleicht auch nicht. Die Spekulationen sind wild, und der ehemalige Protestführer hält sich zurück.

Es gibt ganz sicher nichts, was General Prayuth lieber hätte, als eine Wahl zu gewinnen. Er, der kürzlich sagte, er sei kein Militärangehöriger mehr, sondern ein Politiker, würde dafür sicher sogar zwei chinesische U-Boote hergeben.

Das Spiel hat begonnen, und die Teamchefs suchen sich die Spieler aus. Süßholzraspeln. Kabinettsposten werden versprochen. An die Loyalität appelliert. Oder es wird Zwang angewendet. Was immer gebraucht wird. Die wichtigen und richtigen Spieler müssen auf die eigene Seite gebracht werden.

Thaksin muss versuchen, dass die Spieler auf seiner Seite bleiben, die General Prayuth selbst haben will. Er will nicht wie bei seiner Machtergreifung Panzer, sondern der General will Mitlieder des Parlaments. Wenn sich die Wahlen verzögern, dann nur, weil der General noch einige Abgeordnete mehr braucht.

Noch einmal: Auch wenn die neue Verfassung beinahe garantiert, dass der neue Premierminister handverlesen wird, wäre es doch so viel besser, wenn er Stimmen bekäme. Demokratische Legitimität, wenn auch nur halbherzig, ist doch das, was alle wollen. Sogar Nordkorea nennt sich Demokratische Volksrepublik.

Es ist ein Spiel, das schon zuvor gespielt wurde.

Die Demokratische Partei unter Abhisit Vejjajiva wurde im Dezember 2008 von einer Gruppe an die Macht geführt, die sich „Freunde von Newin“ nannten. Newin Chidchob war ein mächtiger Politiker, der 30 Parlamentarier im Repräsentantenhaus kontrollierte. Er war einst ein Alliierter Thaksins.

Als Thaksins Partei bzw. Nachfolgepartei 2008 per Gerichtsurteil aufgelöst wurde und viele Funktionäre mit Berufsverbot belegt wurden, lief Newins Gruppe über und ging einen Pakt mit der Demokratischen Partei ein. So geschah es, dass Abhisit von der Demokratischen Partei Premierminister wurde ohne eine Wahl gewonnen zu haben. Als Gegenleistung erhielten Newins Freunde ministeriale Positionen innerhalb der von den Demokraten angeführten Koalitionsregierung.

Einfach eine Partei zu gründen, die General Prayuth unterstützt, heißt nicht, dass die Wahlen gewonnen werden, es sei denn, vor den Wahllokalen stehen Panzer. Um eine Wahl zu gewinnen, muss man dafür sorgen, dass wichtige politische Spieler einem einen Gefallen schulden. Um die thailändischen Wahlen zu gewinnen, muss man die Loyalität lokaler Persönlichkeiten im bevölkerungsreichen Nordosten und Norden des Landes gewinnen. Damit man die auf seine Seite ziehen kann, muss man sie Thaksin abjagen.

Es gibt drei Gründe, weshalb man in die Politik geht. Da ist der ehrliche Wunsch, seinem Land und Volk zu dienen. Ein anderer Grund ist Stolz. Ein dritter Grund ist Gier. Da sind schon zwei Todsünden dabei, eine weitere wäre Lust. Wenn Sie, sehr geehrter Leser, über Grund Nummer eins nicht mehr lachen, kann der in eine Schublade gepackt und vergessen werden. So etwas mag es geben, kommt aber nicht häufig vor.

Die Freunde des Generals
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Es bleiben demnach Stolz und Gier. Nicht sehr befriedigend, wenn solche Leute Bestandteil einer Regierung werden. Diese weiße Operettenuniform zu tragen, die aus dem militärischen Europa des 19. Jahrhunderts abgekupfert wurden, muss etwas Schönes sein. Und die werden dann in dieser tropischen Bratpfanne getragen, wo sich jeder Sonnenstrahl anfühlt, als werde die Haut gepeitscht.

Die Leute verbeugen sich überall, nennen einen „Ihre Exzellenz“, man hat ein supertolles Auto mit Chauffeur, dem eine Polizeikonvoi vorausfährt. Man setzt seine Unterschrift unter öffentliche Projekte, gewährt Konzessionen an Familie, Freunde und Geschäftspartner.

Das ist ein Angebot, das man fast nicht ablehnen kann. Die Frage für politische Spieler ist dann, wer könnte am wahrscheinlichsten Träume im Februar 2019 (oder vielleicht später) wahr machen. Thaksin oder General Prayuth?

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