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Deutschland in einem Satz

Deutschland in einem Satz

Der Spiegel-Titel „Sachsen“ zeigte das Wort, im zweiten Teil in brauner Fraktur geschrieben, vor schwarzem Hintergrund. Mit diesem Titel wurde nicht nur einer Stadt, Chemnitz, sondern einem ganzen Bundesland vorgeworfen, dass dort „Rechte nach der Macht greifen“, wie der Spiegel schrieb.

Was die Bürger im Ostteil des Landes von der Berichterstattung über sie in den Medien halten, zeigte sich bei einer Meinungsumfrage, die Anfang August durchgeführt wurde. Das erste Mal überholte die AfD in den neuen Bundesländern die CDU und stand bei 27 Prozent. Erst danach folgte die CDU mit 23 Prozent.

Vorausgegangen war ein Ereignis, anhand dessen man Deutschland mit einem Satz erklären kann: Ein Deutscher wird von Migranten getötet, und es gibt ein Konzert „Rock gegen Rechts“.

Auf dem Chemnitzer Stadtfest wird ein Deutscher von drei Ausländern (zwei in Haft, nach einem wird gefahndet) erstochen. Zwei weitere Deutsche werden verletzt. Mindestens einer der Täter hätte sich gar nicht mehr in Deutschland aufhalten dürfen, weil er zuvor hätte abgeschoben werden müssen. Das ist aber, wie es in Deutschland eben so ist, nicht geschehen. Einmal im Land, immer im Land.

Als es nach der Tat zu einer Demonstration kam, bei der es zu Übergriffen gekommen ist, sprach die Bundesregierung von „Zusammenrottung“, das war in der DDR ein Strafrechtsparagraph, und verurteilte die Hetzjagden auf Ausländer.

Jede Art von Übergriff ist selbstverständlich zu verurteilen, aber gab es Hetzjagden?
Als Beweis dient ein 19 Sekunden langes Video. Es zeigt einen Mann, der einem anderen Mann auf einer Straße vier Sekunden lang hinterher rennt und dabei eine ausländerfeindliche Parole brüllt.

Zuletzt meldete sich der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, zu Wort. Seiner Behörde lägen keine belastbaren Informationen darüber vor, dass es diese Hetzjagden gegeben habe. Es sprächen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handele, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken, fügte er hinzu.

Zuvor schon hatte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer gesagt, es habe keinen Mob gegeben, keine Hetzjagd und keine Pogrome, und er forderte, man möge das Geschehen in Chemnitz doch korrekt beschreiben.

Die Wochenillustrierte Die Zeit hatte als erste über die angeblichen Hetzjagden berichtet. Die übrigen Medien übernahmen diesen Bericht ungeprüft. Es folgte eine Pauschalisierung, mit der alle Chemnitzer Bürger und ganz Sachsen verurteilt wurden, obwohl zum einen noch nichts bewiesen war und zum anderen doch immer wieder darauf hingewiesen wird, dass man doch um Gottes Willen nicht verallgemeinern soll – wenn beispielsweise ein Migrant zum Messer gegriffen hat oder anderweitig kriminell geworden ist. Dann darf man laut Medien die Migranten nicht alle in einen Topf werfen. Diese Forderung ist richtig und soll auch nicht bestritten werden. Es wäre aber dann auch schön, wenn nicht alle Sachsen oder Ostdeutsche pauschal als Rechts oder gar Nazis betitelt werden.

Als Zweifel an der wohl nicht stattgefundenen Hetzjagd laut wurden, waren die Mainstream-Medien und linke und grüne Politiker eilig um Schadensbegrenzung bemüht. Es wurde darauf hingewiesen, dass Hetzjagd nicht genau definiert und auch kein juristischer Begriff sei. In anderen Worten: Man darf sehr wohl Hetzjagd sagen, auch wenn es nur ein zweifelhaftes Video als Beweis gibt.

Bundeskanzlerin Merkel wollte sich weder für das Wort „Zusammenrottung“ noch für das Wort „Hetzjagd“ entschuldigen. Sie sagte man müsse sich „von denen distanzieren“, das mache sie, habe sie schon gemacht und „damit ist alles gesagt.

Jetzt versucht Merkel, die Vorfälle in Chemnitz zu nutzen, die Diskussion über die Gefahren der Migrationspolitik abzuwenden und stattdessen eine Diskussion zu beginnen, die vor den Gefahren eines angeblich erstarkenden neuen Nationalsozialismus warnt.

Wer Merkel dabei im Wege steht, muss weg. Dazu könnte der Chef des Verfassungsschutzes gehören.

Die Leser erinnern sich bestimmt noch an die Silvesternacht in Köln 2015/2016. Es hat vier Tage gedauert, bis zaghaft über die Hetzjagden von Migranten auf deutsche Frauen berichtet wurde. Danach versuchten die deutschen Journalisten, die Ereignisse klein zu reden und zu relativieren, weil sie nicht in ihr Weltbild passten.

Hier wird wohl mit zweierlei Maß gemessen. Eine andere Erklärung gibt es nicht.

Deutschland scheint inzwischen ein Tollhaus geworden zu sein. Der Regierungssprecher spricht von Zusammenrottung und Hetzjagden und die Bundeskanzlerin ist über Demonstranten in Chemnitz empörter als über Messerstecher. Der Präsident des Verfassungsschutzes dementiert die Hetzjagden, was dazu führt, dass er um seinen Arbeitsplatz fürchten muss. Der Innenminister würde kriminelle Asylbewerber gerne abschieben, darf es aber nicht, und der Außenminister übt sich in Volkserziehung, während der Bundespräsident linksradikales Antifa-Musikgut, in dem zur Gewalt gegen Polizisten aufgerufen wird, preist. Die SPD-Vorsitzende, deren Partei zur Regierung gehört, bezeichnet den Innenminister als „Ausfall“ und fordert den Rücktritt des Verfassungsschutzpräsidenten.

Aber keiner von ihnen war in Chemnitz. Nur die Familienministerin, die für Selfies in Kameras und Telefone grinste und ihre Kabinettskollegen aufforderte, doch auch einmal nach Chemnitz zu reisen. Dieser Aufforderung kam indes niemand nach.

Die AfD muss eigentlich gar nichts tun, sie muss sich nur zurücklehnen und darauf warten, neue Wählerstimmen einsacken zu können.

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