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Deutsche Bürokratie und doppelte Standards

Deutsche Bürokratie und doppelte Standards

Einer meiner deutschen Freunde hat sich sehr über die deutsche Bürokratie aufgeregt.

Der Glückliche hatte geheiratet, eine Thai, und wollte mit seiner Frau, man kann es ihm nicht verdenken, in die Flitterwochen nach Deutschland reisen. Wo sich der Lebensmittelpunkt der beiden in Zukunft befindet, bleibt abzuwarten. Beide Länder haben so ihre Vorteile, ein Miesepeter würde sagen, beide Länder haben so allerlei Nachteile, wenn auch völlig unterschiedlicher Natur.

Früher war wohl alles einfacher. Da beantragte man für sie ein Touristenvisum, das sie hoffentlich auch erhielt. Danach ging es nach Deutschland, und hier sogleich zum Standesamt. Da wurden diese und jene Papiere verlangt, und wenn man sich ein wenig beeilte und auch das Gericht mit einer schnellstmöglichen Ausstellung des Ehefähigkeitszeugnisses mitspielte, hatte man schon bald alle Unterlagen zusammen und konnte die innerhalb ihrer „Urlaubszeit“ in Deutschland beim Standesamt einreichen und heiraten, bevor ihr Visum ablief.

Nach der Heirat ging es dann zur Ausländerbehörde, die erst einmal einen einjährigen Aufenthalt gewährte, und da waren alle Sorgen vom Tisch, zumindest, was diese amtlichen Belange betrifft. Im Grunde einfach und unkompliziert.
Um die Jahrhundertwende ging das noch. Jetzt kann man die oben beschriebene Vorgehensweise unter „Es war einmal …“ abhaken.

Da hat sich also etwas geändert. Es ist inzwischen schon ein Akt, die Frau überhaupt nach Deutschland zu bekommen. Ob man nun hier heiratet oder dort heiraten will, spielt überhaupt keine Rolle. Da kann man gleich hier heiraten. Ob sie dann auch nach Deutschland darf, scheint da aber nicht so sicher zu sein. Sie muss einen Sprachkurs absolvieren und sich rudimentär auf Deutsch verständigen können.

Da haben die deutschen Ehemänner natürlich einen noch kleineren Anreiz, vielleicht doch einmal etwas Thai zu lernen. Obliegt es hier also der Frau, dafür zu sorgen, dass es mit der Kommunikation klappt – und das, weil der deutsche Gesetzgeber das so will.

Ist diese Hürde geschafft, müssen unzählige Papiere vorgelegt oder übersetzt und vorgelegt, Formulare ausgefüllt werden. Der Umfang würde diese Kolumne sprengen.
Ist das endlich erledigt, steht in den Sternen, wie lange die Bearbeitungszeit dauert. Mein Freund jedenfalls hatte in seiner Naivität gedacht, er kommt nach Thailand, heiratet seine Liebste und kann sie dann nach Urlaubsende nach Deutschland mitnehmen. Nun hielt er sich schon ein paar Monate hier auf, musste aber dennoch allein abreisen, weil alles nicht fertig wurde, und ein Visum bekam sie auch nicht.

Machte sie also die Mitarbeiter bei der deutschen Botschaft verrückt, während er in Deutschland den Leuten bei der Ausländerbehörde Feuer unter dem Hintern machte.
Irgendwann, es waren viele, viele Monate vergangen, erhielt sie endlich das Visum und konnte nach Deutschland reisen.

Das alles lohnte sich. Die beiden sind ein glückliches Paar, und ihr gefällt es in deutschen Landen so gut, dass sie nur noch unwillig nach Thailand reist.
Nach alledem ist mein Freund stinksauer. Die deutschen Behörden hätten seiner Meinung nach schneller arbeiten können. Wenn das denn nicht ginge, dann sollte es eben nicht so viele Vorschriften geben, um die Bearbeitungszeit zu verringern. Es könne doch nicht sein, dass so viel Aufwand betrieben werden muss, nur damit man als Ehepaar im selben Land zusammenleben kann.

Deutsche Bürokratie und doppelte Standards

Dann verwies er in seiner Argumentation, und da ist er völlig im Recht, auf die Zuwanderer aus dem Nahen Osten, Mittelasien oder Afrika. Die Goldstücke und Bereicherer tauchen an der Grenze auf und sagen, ob sie nun Papiere haben oder nicht, das Zauberwort „Asyl“ – und schon sind sie deutsche Staatsbürger.

Nicht ganz, aber sie bekommen alles: Unterkunft, Lebensmittel, Geld. Ob politisch verfolgt, oder nicht, spielt hier keine Rolle, weil sie doch sowieso bleiben und alimentiert werden.

Um dem ganzen Papierkram aus dem Weg zu gehen, hätte die Ehefrau meines Freundes sich zur deutschen Grenze begeben müssen. Dort hätte sie „Asyl“ gesagt, den Grenzposten wäre es nicht erlaubt gewesen, sie zurückzuweisen. Während der Dauer des Asylverfahrens hätte sie nicht nur Unterkunft (bei meinem Freund) bekommen, sondern vom Staat auch Geld. Wenn ihr Asylantrag abschlägig beschieden worden wäre, hätte sie dagegen klagen und weiterhin in Deutschland bleiben können. Durch einige Tricks hätte sie das immer weiter herauszögern können, und irgendwann hätte sie dann ein Bleiberecht erwirkt und dürfte bis ans Ende aller Tage mit meinem Freund in Deutschland zusammen leben.

Als ob diese These bewiesen werden sollte, flüchtete kürzlich ein thailändischer Mönch nach Deutschland. Phra Phrom Methee wird in Thailand wegen Unterschlagung und Geldwäsche gesucht.

Als er in Deutschland ankam, es soll der Frankfurter Flughafen gewesen sein, wurde er in Gewahrsam genommen. Aber die Deutschen wollten ihn der eilig nach Frankfurt gereisten thailändischen Polizei nicht übergeben.

Der Mönch hatte nur ein Wort gesagt, ein Zauberwort, und damit waren die Hände der deutschen Polizei gebunden, und die thailändischen Polizisten mussten mit leeren Händen und ohne Mönch wieder nach Thailand zurückfliegen.
Das Wort lautete „Asyl“.

Euer

WalterWeiß

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