Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Des Deutschen liebstes Kind

Des Deutschen liebstes Kind

Elektroautos und Winter. Passt das zusammen? Schon Kinder in der Schule lernen, dass Kälte Batterien nicht gut tut. Also müssen Batterien im Winter geschont werden. Auch die von Elektroautos.

Der TÜV empfiehlt daher beispielsweise, das Auto über Nacht in der Garage stehen zu lassen. Dann wird nicht nur der Akku entlastet, sondern der Wagen kann auch mit Strom aufgetankt werden. Vor der Abfahrt am Morgen kann man den Wagen in der Garage auch schon einmal aufheizen, damit es beim Fahren auch schön kuschelig ist. Der Winter hat nämlich für Elektroautos auch noch eine andere Überraschung parat: Es leidet nicht nur der Akku, sondern die Heizung verbraucht so viel Strom, dass die Energie, die man fürs Fahren braucht, nur in eingeschränktem Umfang nutzbar ist.

Auf gut Deutsch heißt das, der Wagen könnte auf offener Strecke einfach liegen bleiben. Über den Daumen gepeilt büßt die Reichweite im Winter um die 50 Prozent ein. Daran sollten Elektroautofahrer denken.

Hier liegen auch ein paar Erfahrungswerte vor.

Januar 2017: In Köln wurde die Flotte der Dieselbusse mit Elektrobussen aufgestockt. Im Testbetrieb hatten die aber bei Minustemperaturen Probleme. Ebenfalls Schwierigkeiten machte das Aufladen an den Endhaltestellen.

Anfänglich lief alles glatt, aber als es kalt wurde, begannen die Schwierigkeiten. Die Kälte fraß den Strom der Akkus. Es ging nicht nur um die Heizung, sondern auch um die Beleuchtung, die im Winter länger angeschaltet ist als im Sommer. Um zu vermeiden, dass Fahrgäste auf offener Strecke aussteigen müssen, fuhr in der Nähe eines Elektrobusses auch immer ein Dieselbus. Wohl nicht im Sinne des Erfinders.

Januar 2018: Den Luxus eines Ersatzwagens hatten die Mitarbeiter der Post nicht, als sie mit ihren Elektrolieferwagen, Typ „Streetscooter“, bei kühlen Temperaturen auf der Piste waren.

Die Fahrer hatten die Wahl: Entweder schalteten sie die Heizung aus und froren und hofften, auf diese Weise auch wieder zurück ins Depot zu kommen oder sie ließen die Heizung laufen, froren nicht, blieben so jedoch auf offener Strecke stehen.

Daher konzentrierten sich die Mitarbeiter, so war es jedenfalls vor einem Jahr, eher auf die Batterieanzeige als auf die Briefe und Pakete, die sie zustellen sollten. Der Betriebsrat der Post wies darüber hinaus darauf hin, dass Mitarbeiter wegen der Leichtbauweise der Fahrzeuge Angst vor Unfällen hätten.

Januar 2019: Anfang des Jahres geriet Trier in die Schlagzeilen, weil dort ein Elektrobus liegen blieb. Der Stolz der Stadtwerke hatte 560.000 Euro gekostet und war immerhin zwei Wochen im Einsatz. Danach gab es Probleme mit dem Akku und der Software. Der Bus konnte nicht mehr beschleunigen und sich nur noch in Schleichfahrt fortbewegen. Immerhin schaffte er es so in eine Garage.

Mit modernen Elektroautos kann das alles natürlich nicht passieren, wenn man dem TÜV glaubt. Von dort hieß es, dass immer bessere Batterietechnologie und Wärmesysteme sowie größere Akkus und der Einsatz von Elektronik für ständige Verbesserungen sorgten.

Das glauben wir alle gerne, wenn der TÜV das so sagt.

Februar 2019: Nur einen Monat nach der Geschichte mit dem Trierer Elektrobus gerieten Elektromobile erneut in die Schlagzeilen. Diesmal sogar das Flaggschiff der Elektroauto-Befürworter, der Tesla.

Dass Elektroautos nicht so zuverlässig sind wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, mussten die Amerikaner feststellen. Bei einem plötzlichen Kälteeinbruch hatten die Tesla Modelle keine Chance. Manchmal konnten die geplagten Fahrer nicht einmal in ihren Wagen einsteigen.

Lithium-Ionen-Akkus, die beispielsweise auch Handys betreiben, verlieren bei Minusgraden die Hälfte der Kapazität. Das gilt auch für den Tesla. Fahrer beschwerten sich darüber, dass sie mit ihrem Tesla, mit dem sie normalerweise 290 Meilen fahren konnten, bei der Kälte nur noch 120 Meilen vorwärts kamen. Diese Fahrer hatten noch Glück: Einige konnten gar nicht in ihren Tesla einsteigen, weil die Türgriffe festgefroren waren.

Da hilft eben die vorerwähnte Garage. Wer sich einen Tesla leisten kann, der kann sich bestimmt auch eine eigene Garage leisten. Von einem Parkhaus ist eher abzuraten. Die Leute vom Brandschutz sind besorgt. Wenn die Batterie eines Elektroautos in Flammen aufgeht, brennt es lichterloh und unkontrolliert. Bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bekommt man den Brand eher in den Griff.

Auch das Problem ist nicht neu: Viele erinnern sich bestimmt noch an die Schwierigkeiten mit dem Flugzeug Boeing 787 Dreamliner: Die Lithium-Ionen-Batterien wurden so heiß, dass sie Feuer fingen. Es gab fünf Vorfälle in fünf Tagen, die gesamte Dreamliner Flotte musste daraufhin drei Monate am Boden bleiben.

Des Deutschen liebstes Kind
Des Deutschen liebstes Kind

Zum Schluss die gute Nachricht: Der Winter ist so gut wie vorbei, und da werden Elektroautos keine Probleme mehr mit niedrigen Temperaturen haben. Und wenn man dem Mainstream glauben will, gibt es sowieso keine kalten Winter mehr. Hatte doch das umstrittene Magazin „Der Spiegel“ bereits vor 19 Jahren geschrieben, dass es in Deutschland wohl keine kalten Winter mehr geben wird.

 

Ähnliche Beiträge