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Der weiße Mann

Der weiße Mann

Da gibt es einen alten antisemitischen Spruch, der weit verbreitet, aber dennoch einfach nur lächerlich ist. Antisemiten werfen den Juden vor, Jesus getötet zu haben.

Nun wissen es Leute mit ein wenig Geschichtswissen oder rudimentären Bibelkenntnissen natürlich besser: Nicht die Juden haben Jesus gekreuzigt, sondern die Römer. Und im Übrigen ist das schon 2.000 Jahre her. Was also haben die Juden, die heute leben, mit Jesus am Hut? Die Nachfahren der Römer sind die Italiener. Man könnte also nach Italien fahren und dann allen Italienern erzählen, ob sie es hören wollen oder nicht, dass sie am Tod von Jesus schuld haben. Hört sich das lächerlich an? Natürlich!

Nun bin ich nicht jüdischen Glaubens, doch ich bin weiß und männlich. Das ist in diesen Zeiten, sagen wir einmal seit der Jahrtausendwende, zur Belastung geworden. Die Entwicklung der westlichen Gesellschaft geht in eine Richtung, die aus der Sicht eines weißen Mannes als, um es milde zu formulieren, merkwürdig angesehen werden kann.

Ich kann ja mal ein paar Dinge aufzählen, die mir vorgeworfen werden, nur weil ich männlich bin (dafür kann ich nichts), ein weißer bin (dafür kann ich auch nichts) und auch nicht mehr der Jüngste bin. (Ich hätte mir da wohl schon längst die Kugel geben sollen.)

Als Weißer ist man insbesondere auch wegen seines genetischen Erbes für alles Leid der Welt verantwortlich, und zudem für das, was sonst noch so schief läuft. Wenn man dazu noch ein deutscher weißer Mann ist, ist sowieso alles zu spät.

Als Weißer bin ich völlig uninteressant, kaum zu ertragen und ein Störenfried, wenn ich mit anderen Leuten zusammen bin, die keine Weißen sind. Allein bei meinem Anblick fühlen sich die Nichtweißen an mein genetisches Erbe erinnert. Dieses Erbe kann mit einem Wort zusammengefasst werden: Schuld.

Alles, was ich je erreicht habe, konnte ich nur schaffen, weil ich quasi dem „Geheimbund des Weißen Mannes“ angehöre. Wäre das nicht der Fall, hätte ich nie erreicht, was ich geschafft habe. Mit Wissen oder Geschick hatte das jedenfalls nichts zu tun, sondern nur mit meiner Hautfarbe.

Alles, wirklich alles, was ich sage oder mache, ist völlig wertlos, denn ich bin ein weißer Mann, das Gegenteil von weiser Mann. Am besten ich halte den Mund. Noch besser, ich bleibe zu Hause und lasse mich draußen nicht blicken.

Ich habe gelernt, dass ich als Weißer die Inkarnation des Bösen bin.

Nicht weisse Männer
Nicht weisse Männer

Ich und alle anderen weißen Männer sollten einfach aufhören zu existieren und bis in alle Ewigkeit durch nicht weiße Männer ersetzt werden. Alle Probleme dieser Welt, ob Politik, Wirtschaft oder Soziales, wären damit gelöst. Die Menschen würden sich in die Arme fallen und alle hätten sich ganz doll lieb. Endlich wurden sie vom Joch befreit.

Menschen wie die weißen Männer sind einfach entsetzlich, und es gibt keinen Grund, weshalb sie existieren sollten.

Als weißer Mann bin ich automatisch ein Rassist. Es spielt dabei keine Rolle, wer ich bin oder was ich mache. Weiße Männer sind durch ihren Rassismus vorbelastet und blicken nicht durch. Gefühle wie Empathie sind einem weißen Mann wie mir völlig fremd.

Alle Errungenschaften oder Erfindungen meiner Familie, meiner Freunde oder der weißen Rasse im Allgemeinen sind Betrug. Hinter jeder einzelnen Errungenschaft und Erfindung steht eine farbige Person, die großartige Ideen hatte oder hat, die dieser Person von bösen weißen Männern gestohlen wurden. Die gaben dann das geistige Gut der farbigen Dritten als eigene Idee aus.

Weiße Männer, und dazu zähle ich auch, sind im Grunde zurückgebliebene Vollpfosten, die nur wissen, wie man Menschen anderer Hautfarbe unterdrückt und versklavt. Die Weißen wissen nur, wie man Leute gut ausbeutet, die kreativer und klüger sind als die Weißen.

Jedwede kulturelle Errungenschaft meiner weißen Generation oder meiner weißen Vorfahren ist nur erfunden und nicht existent. Wenn es etwas geben sollte, dann haben das die Weißen von einer anderen Kultur gestohlen.

Damit die Botschaft auch richtig rüberkommt, wird vor allem in Film und Fernsehen gezeigt, wo es lang geht. In den USA beträgt der Anteil der Schwarzen an der Bevölkerung rund zehn Prozent. In einem Film oder einer Serie kämen demnach auf neun weiße Schauspieler einer, der schwarz ist, wenn man denn eine Quote einführen wollte.

Die Tendenz geht jedoch in die umgekehrte Richtung. Es tummeln sich allerlei Hautfarben in Filmen und Serien, Weiße werden immer seltener. Der Weiße darf dann noch die Rolle des Bösewichts übernehmen. Das ist gestattet.

Wie die Indoktrination funktioniert, kann man an den britischen Harry-Potter-Filmen sehen. In den ersten Teilen sind Harrys Klassenkameraden alle weiß. Im Laufe der Zeit, Großbritannien wurde mehr und mehr „politisch korrekt“, wurden weiße Klassenkameraden zur Seltenheit. Es sind Schwarze, Inder oder Asiaten zu sehen.

Wenn man die Buchreihe jetzt verfilmen würde, wäre Harry Potter ein Schwarzer. Das garantiere ich mit Brief und Siegel!

Euer Walter Weiß

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