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Der Ventilator

Der Ventilator

Ich habe einen schönen Ventilator in einem großen Elektronikgeschäft gekauft. Nachts habe ich immer die Klimaanlage an, aber vor allem in den Sommermonaten ist es mir manchmal trotzdem zu heiß. Daher hat mein Ventilator eine Fernbedienung. Da muss ich nicht aufstehen. Ich liege schön in meinem Bett und kann den Ventilator von dort aus an- oder ausschalten. Wie es mir beliebt. Ohne mich zu rühren.
Manchmal klappert er. Das ist dann, wenn der schon älter ist und die Lager langsam ausleiern. Das Problem kennen bestimmt viele. Je langsamer er läuft, umso mehr klappert es. Da bekommt die Redensart „Er läuft nicht rund“ eine ganz neue Bedeutung, nämlich eine klapprige. Wenn es sehr laut klappert, kann ich nicht schlafen, weil ich dem Klappern lausche. Ich will aber nicht vom Thema abschweifen. Ich nehme dann einfach meine Fernbedienung, schalte auf eine höhere Stufe, und das Klappern ist meist verschwunden.
Dieser schöne Ventilator von  Hatari ging jedenfalls kaputt. Es rührte sich nichts mehr. Es  klapperte nicht einmal mehr etwas. Sehr traurig. Ich beauftragte meine Frau, im Elektrogeschäft anzurufen, in dem wir damals den Ventilator gekauft hatten. Ob die den Hatari reparieren könnten? Gesagt getan.
Meine Frau rief an und gab der Dame in der Telefonzentrale durch, dass es sich um einen „Hatari“ handelte. Sie wollte noch die Typennummer wissen. Also raste meine Frau zum Gerät und gab das telefonisch durch. Wir sollten uns mit dem Ventilator ins Geschäft begeben, lautete dann die Auskunft.
Wir brachten das Trumm in mein Auto. Vor lauter Aufregung vergaß ich, dass man die Rückbänke umklappen kann. Ich Depp hatte den Wagen doch nur gekauft, weil man die Bänke so schön umklappen kann. Irgendwie passte der Ventilator dann doch ins Auto und meine Frau auch. Ich aber nicht mehr. Zum Glück fiel mir dann noch ein, warum ich das Auto überhaupt habe. Als das Trumm nach dem Umklappen der Sitze gut verstaut war, fuhren wir den relativ langen Weg von Naklua zu dem Elektrogeschäft.
Dort zerrten wir den Ventilator von den umgeklappten Rückbänken und schleppten das Trumm durch den halben  Elektroladen. Als wir ihn zur Reparatur abgeben wollten, wurde uns eröffnet, dass man dort nur Mitsubishi reparierte, nicht aber Hatari.
Meine Frau fiel in Ohnmacht, ich bekam einen Schreikrampf.
Immerhin bekamen wir eine Adresse, wo man den Hatari reparieren lassen kann. Das war ja gleich in der Nähe von meiner Wohnung in Naklua! Gleich neben dem Banglamung Hospital.
Man könnte es in Stichpunkten beschreiben: Trumm zum Auto geschleppt, auf die Rückbank gewuchtet, zum Geschäft in Naklua gefahren. Trumm aus dem Auto gezerrt und zur Eingangstür des Ladens geschleppt.
Die war zu, weil der Laden zu war.
Wir hatten schlagartig jegliches Interesse verloren und ließen den Ventilator vor der Tür stehen. Meine Frau machte erst mal das, was Thais in solchen Situationen immer machen: Sie ging zu einem Straßenstand und bestellte sich eine Nudelsuppe.
Ich selbst begab mich ins Banglamung Hospital in der Hoffnung, einen Arzt zu finden, der meinen Nervenzusammenbruch behandelte. Nächstes Mal kaufe ich einen Ventilator von der Firma Mitsubishi.
Klaus Altmeister, Naklua

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