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Der Thai-Führerschein

Der Thai-Führerschein

Ich besitze seit 1972 einen deutschen Führerschein, damals für Klasse 3 (Pkw) und fahre seit dem immer ein Auto.

Während meiner Tätigkeit in Bangkok erhielt ich 1981 von einem thailändischen Arbeitskollegen einen Thai-Führerschein, ohne dass ich jemals auf dem Straßenverkehrsamt gewesen war. Natürlich hatte ich auch einen internationalen Führerschein, den ich bei Verkehrskontrollen vorlegte.

Glück hatte ich, dass die kontrollierenden Polizisten weder das christliche Jahr noch den Monat auf das Thai-Datum umrechnen konnten, sonst hätten sie festgestellt, dass mein internationaler Führerschein nach thailändischen Regularien abgelaufen war.

2009 zogen meine Frau und ich nach Samut Prakan. Selbstverständlich hatte ich wieder einen neuen internationalen Führerschein und auch eine neue Limousine gekauft.

Auf dem Straßenverkehrsamt erkundigte ich mich vorab, welche Dokumente man dort für den Thai-Führerschein von mir haben wollte: Kopie vom gelben Hausbuch, internationaler Führerschein, Kopien von Pass und Visum sowie Gesundheitszeugnis (Messung von Blutdruck, Gewicht, Körpergröße, ein kurzes Gespräch mit dem Arzt, der mein Herz abhörte, in meinen Rachen schaute und den Puls fühlte).

Dann präsentierte ich meinen alten Thai-Führerschein von 1981. Mit dem hätte ich aber nach Bangkok fahren müssen und hätte den neuen Führerschein gleich mit einer Gültigkeit von fünf Jahren erhalten. Das war mir zu umständlich – denn so gerne fahre ich in Thailand kein Auto.

Jedenfalls beantragte ich erst einmal den Führerschein mit einer Laufzeit von einem Jahr. Am nächsten Tag übergab ich alle Dokumente, und es gab den Führerscheintest. Ein Witz, wie die meisten Besitzer eines Thai-Führerscheins bestätigen können.

Schlussendlich war ich der glückliche Besitzer eines neuen Thai-Führerscheins.

Im darauffolgenden Jahr beantragte ich den fünfjährigen Führerschein. Wieder legte ich die oben aufgeführten Dokumente vor, aber einem erneuten Test musste ich mich nicht unterziehen. Für das Gesundheitszeugnis musste ich jeweils 100 Baht, für den Jahresführerschein 205 Baht und den Fünf-Jahres-Führschein 605 Baht bezahlen.

Nun sind schon wieder fast fünf Jahre vergangen, und ich informierte mich bei der Zulassungsstelle in Pattaya, welche Dokumente für einen neuen Führerschein jetzt verlangt werden. Man übergab mir einen kleinen Zettel auf dem gedruckt stand: Residence Certificate (from Immigration), Passport + Visa (Original, Copy), Thai Driving License (Original, Copy).

Aber durchgestrichen war „Medical Certificate“. Nur durch das kurze Ansehen meiner Person durch einen Laien konnte man feststellen, dass ich kerngesund bin. Man, war ich froh, 100 Baht gespart.

Wegen des geforderten Residence Certificate zückte ich sofort meine rosa ID-Card und legte sie vor.

Kein Interesse“, war die Bemerkung des Schalterbeamten. „Die erkennen wir nur bei Kambodschanern an“. Man würde aber die Vorlage des gelben Hausbuches akzeptieren.

Toll. Abgesehen von der Diskriminierung wissen diese qualifizierten Mitarbeiter nicht einmal, dass man die rosa ID-Card nur erhält, wenn man im Besitz des gelben Hausbuches ist, oder gibt es noch andere Wege?

Henry Birkenhagen, Pattaya

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