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Der Thai-Führerschein – Teil 2

Der Thai-Führerschein - Teil 2
Der Thai-Führerschein – Teil 2

Endlich war es so weit, und circa 30 Führerscheinbewerber trafen sich im Trainingsraum. Es waren Männer und Frauen, Deutsche, englisch sprechende, Araber, Japaner und Thais. Sie alle wollten entweder einen Auto- oder Mopedführerschein erwerben. Alle Teilnehmer wurden dann aufgefordert, sich in einen abgesperrten Bereich zu begeben. Dort befand sich an einem Ende eine größere runde Tafel mit verschiedenen Farbpunkten in rot, gelb, grün und blau. An dem anderen Ende, etwa drei Meter entfernt, befanden sich ein Plastikstuhl und davor zwei Pedale für einen Brems- und Reaktionstest.

Reihum wurden die Aspiranten befragt, welche Farbpunkte sie sahen, auf die die junge Frau mit ihrem Zeigefinger hinwies.

Unterhalb dieser runden Farbscheibe befand sich ein kleiner schwarzer Kasten mit Guckfenster. Im Innenraum waren zwei senkrechte Stäbe, einer davon war rot markiert. Dieser konnte mittels Fernbedienung nach vorne oder hinten bewegt werden. Ziel war es, beide Stäbe auf einen gleichen Abstand zueinander zu bringen, um das räumliche Sehen zu testen. Die Teilnehmer setzten sich nacheinander auf den Stuhl und nahmen die Fernbedienung in die Hand. Jeder versuchte sein Glück, und die meisten schafften es im ersten Versuch. Ein Kandidat benötigte drei Anläufe bis zum Bestehen.

Und nun der Reaktionstest … nee, der fiel einfach aus, und wir wurden gleich in den Trainingsraum mit etwa 50 Sitzplätzen gebeten.

Unsere Vorturnerin hielt dann eine kleine Ansprache. Ein Lehrfilm würde gezeigt werden.

Alle Anwesenden starrten intensiv auf den Bildschirm. Der 40-minütige Film war unter anderem mit Schockbildern gespickt, von Unfällen mit Verletzten und Toten.

Man wurde mit so vielen Informationen überhäuft, dass man diese am nächsten Tag schon wieder vergessen hatte. Gut wäre gewesen, wenn man das noch in Form eines Heftchens mit Abbildungen zum Nachlesen bekommen hätte.

Nach einer Weile erschien unsere Lehrgangsleiterin und rief jeden Teilnehmer mit Namen auf. Sie überreichte jeden Anwesenden die Bewerbungsunterlagen. Auf einer dieser Seiten waren die Einzelheiten des neuen Führerscheins, Name und Adresse notiert, und wir sollten mit einer Unterschrift die Richtigkeit bestätigen. Die alten Führerscheine wurden dann eingezogen.

Die nächste Prozedur war die Bezahlung der Gebühren. Auf der anderen Seite der Etage befand sich die Kasse. Wieder im Gänsemarsch, einer nach dem anderen, gingen wir zur Geldeintreiberin. Die neue Führerscheinkarte kostete insgesamt 1.114 Baht.

Wieder bekam ich eine Wartenummer, ich weiß nicht die wievielte heute. Endlich wurde meine Nummer aufgerufen. Ich begab mich zu einer Fotografin und setzte mich. Klick. Fertig.

Dann erhielt ich meinen neuen, fünf Jahre lang gültigen Führerschein.

Henry Birkenhagen, Pattaya

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