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Der Niedergang der Universitäten

Der Niedergang der Universitäten

Die thailändischen Universitäten sind beim Asia University Ranking (AUR) in diesem Jahr abgrundtief abgestürzt. Sieben der zehn besten thailändischen Universitäten sackten im Vergleich zum Vorjahr im Ranking ab, zwei behielten denselben Platz und nur eine verbesserte sich.

Die thailändischen Universitäten sind bezüglich demographischer Änderungen anfällig, das heißt, bei weniger Studenten wird der Wettbewerb untereinander größer, und außerdem mischen jetzt auch chinesische Institute in diesem Wettbewerb mit.

Die knallharte Wahrheit ist allerdings, dass die thailändischen Universitäten nicht genügend Forschung in Gesellschaftswissenschaften betreiben, wobei viele wichtige Themen nicht öffentlich diskutiert werden können.
Die Mahidol University steht an der Spitze und kam wie letztes Jahr auf Rang 97. Das bedeutet in anderen Worten das unter den 100 besten Universitäten Asiens nur eine einzige thailändische ist, die es wieder einmal nur gerade so in das Ranking geschafft hat.

Die übrigen thailändischen Universitäten sind King Mongkut’s University of Technology Thonburi (KMUTT) auf Rang 114, Chulalongkorn University auf Rang 164 und Suranaree University of Technology auf Rang 168.

Auf den Plätzen 201 – 250 (hier erfolgt keine genaue Angabe mehr) finden sich die Chiang Mai University und King Mongkut’s Institute of Technology Ladkrabang (KMITL).

Die Universitäten Kasetsart, Khon Kaen und Prince of Songkla sind auf den Plätzen 251-300 und das King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB) auf 301-350.

Das Magazin Times Higher Education, Verleger von AUR, wendet im Grunde dasselbe System an, um das Ranking der Universitäten in aller Welt festzulegen. Das Ranking setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen wie Lehr- und Lernumfeld, Forschungsvolumen, Einkommen und Reputation, Einfluss auf Forschung im Wege von akademischen Zitaten etc. Der Schwerpunkt der Faktoren liegt mit 60 Prozent auf Forschung.

Die beste asiatische Universität ist die National University of Singapore (NUS). 2017 wurden 6.150 akademische Artikel der Universität veröffentlicht. Das ist es, was man braucht, um die beste Universität in Asien zu sein und im weltweiten Vergleich auf Rang 22 zu landen. Hauptsächlich ging es in diesen Veröffentlichungen um Ingenieurswesen (21,6 Prozent), Medizin (19,1 Prozent) und Biochemie, Genetik, Molekularbiologie (16,4 Prozent).

Von der Mahidol University wurden 2017 2.107 Artikel veröffentlicht. Hier waren es 53,7 Prozent in Medizin, 21,3 Prozent in Biochemie, Genetik Molekularbiologie, 11,5 Prozent in Immunologie und Mikrobiologie, aber nur 4,7 Prozent in Gesellschaftswissenschaften. Weniger als bei der NUS.

Diese Schwäche in Bezug auf Gesellschaftswissenschaften lässt sich bei allen thailändischen Universitäten finden. Es kann gesagt werden, dass die Forschung in Bezug auf Gesellschaftswissenschaften an thailändischen Universitäten eine Katastrophe ist.

Die beste Universität der Welt ist laut AUR die University of Oxford. Hier wurden 2017 8.790 Artikel veröffentlicht. Davon 1.102 in Gesellschaftswissenschaften, also 12,5 Prozent – im Vergleich zu den 4,7 Prozent der Mahidol University.

Dabei wären Thailands Universitäten, vor allem die Regionaluniversitäten wie beispielsweise die in Chiang Mai oder die Universität in Khon Kaen doch prädestiniert, über soziale Probleme und ähnliche Themen Forschung zu betreiben.
Doch daran hat die thailändische Militärregierung kein Interesse, die immer wieder gegen das Recht auf Meinungsfreiheit vorgeht. Über gewisse Themengebiete darf nicht gesprochen, geschweige denn geforscht werden.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1414267/thai-universities-in-drastic-decline

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