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Der Niedergang der deutschen Kolonien in aller Welt

Der Niedergang der deutschen Kolonien in aller Welt

In der letzten Ausgabe berichtete ich über die deutschen Kolonien, die entgegen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien erst spät und nur zögerlich entstanden. Der Höhepunkt der deutschen Kolonialpolitik wurde in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts erreicht.

In der chinesischen Provinz Schantung bestanden deutsche Bergbau- und Eisenbahnkonzessionen.

Durch den deutsch-spanischen Vertrag von 1899 kamen die Mikronesischen Inseln der Karolinen, Marianen und Palau im Mittelpazifik hinzu. Deutsche Ansprüche auf die Philippinen konnten hingegen nicht umgesetzt werden, verschlechterten aber die diplomatischen Beziehungen zu den USA.

Nach einer Viehseuche im Jahr 1897 in Deutsch-Südwestafrika hatten die Herero ihre überlebenden Viehbestände weit über das deutsche Kolonialgebiet verteilt. Diese Weideflächen waren jedoch zuvor an Großgrundbesitzer verkauft worden, welche nun das Vieh der Herero für sich beanspruchten.

1904 eskalierte die Situation schließlich zum Aufstand der Herero und Nama, dem die personalschwache Schutztruppe der Kolonie nicht gewachsen war. Die Reichsregierung entsandte daraufhin ein Marineexpeditionskorps und später Verstärkungen der Schutztruppe. Mit insgesamt etwa 15.000 Mann unter Generalleutnant Lothar von Trotha wurde der Aufstand der Herero im August 1904 in der Schlacht am Waterberg niedergeschlagen. Trotha erließ den sogenannten Vernichtungsbefehl, Tausende flohen ins nördlichste Südwestafrika und Tausende kamen in der Wüste um. Von den geschätzten 50.000 Menschen des Hererovolkes kam bis 1908 wahrscheinlich die Hälfte ums Leben. Erst vor wenigen Monaten wurde die Bundesrepublik deswegen verklagt, etwas spät für meinen Geschmack. Mit 10.000 Opfern kam auch rund die Hälfte der Nama ums Leben.

Diese hatten zuvor noch auf Seiten der Deutschen als Hilfstruppe bis Ende 1904 gegen die Herero gekämpft.

In Deutsch-Ostafrika kam es 1905/06 zum sogenannten Maji-Maji-Aufstand, bei dem geschätzte 100.000 Einheimische umkamen.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, im August 1914, waren die Truppen in den deutschen Kolonien nicht auf einen Krieg mit europäischen Mächten vorbereitet. Die deutsche Seite hoffte auf die Einhaltung des Beschlusses der Kongo-Konferenz von 1885, die ihrer Auffassung nach alle Kolonialstaaten zur Handelsfreiheit und friedlichen Lösung kolonialer Probleme in Afrika verpflichte. Doch nur wenige Tage nach dem deutschen Kriegseintritt stießen die deutschen Truppen auf starken Widerstand.

Bis Ende 1914 waren Togo, Deutsch-Neuguinea, Samoa und Kiautschou in die Hände der Entente gefallen. In den größeren Schutzgebieten gelangen den Deutschen hingegen Anfangserfolge, etwa in den Schlachten bei Garua oder Sandfontain. Anhaltender Widerstand scheiterte jedoch an der vergleichsweise geringen Truppenstärke sowie dem Mangel an Nachschub und schweren Waffen.

Der Niedergang der deutschen Kolonien in aller Welt
Der Niedergang der deutschen Kolonien in aller Welt

Die 5.000 Mann starke südwestafrikanische Schutztruppe ergab sich im Juli 1915 gegen die zehnmal so starken südafrikanischen Unionstruppen. In die Kolonie Kamerun schickten die Briten und Franzosen insgesamt 19.000 Soldaten und 24 Kriegsschiffe. Trotzdem ergaben sich die deutschen Truppen nicht und traten schließlich im Februar 1916 vor der feindlichen Übermacht in die neutrale spanische Kolonie Rio Muni über, begleitet von 14.000 kamerunischen Eingeborenen, die nicht unter der Herrschaft der Entente-Mächte leben wollten.

Ab 1917 wurden die Interessen des Deutschen Reiches in seinen besetzten Kolonien durch die neutrale Schweiz wahrgenommen, was unter dem Druck der Entente jedoch nur teilweise gelang. Nur in Deutsch-Ostafrika blieben die deutschen Truppen – ihre Höchstzahl betrug im Krieg 16.670 Mann, davon etwa 90 Prozent afrikanische Askaris – unter Führung von Oberstleutnant Paul von Lettow-Vorbeck bis zum Waffenstillstand im November 1918 unbesiegt.

Der König von Tonga ist noch heute stolz auf die deutsche Vergangenheit. Etwas vom deutschen Erbe ist auch in Südwestafrika noch zu bewundern. Ich kenne noch Geschäfte, die sich Kolonialwarenhandel nannten.

Aus den Kolonien gab es da aber nichts zu kaufen, die haben wir ja 1918 verloren, was auch gut ist. Insgesamt war die deutsche Kolonialpolitik nicht so aggressiv wie zum Beispiel die englische, wenn man mal vom Massenmörder von Throta absieht.

In diesem Sinne, verbleibt wie immer,

euer Herby,

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der lieber zu Hause bleibt, als sich auf den Fidschi-Inseln zu bepinseln.

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