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Der nicht trockene Sumpf

Der nicht trockene Sumpf

Korruption und die Beheimatung ausländischer Banden stehen laut einem Kommentar in The Nation der Umwandlung Pattayas in einen Urlaubsort für Familien im Wege. Aber wohl nicht nur das.

Bei einer Feier in Bangkok vor zehn Jahren anlässlich der Übernahme des Fußballclubs Manchester City durch den ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra, der damals schon im Exil lebte, sang die Sängerin Mai Charoenpura: „Pattaya, hier komme ich!“ Die Partygäste wollten weiter feiern, und die Stadt mit den Stränden und Bars im Osten muss ausgesehen haben, als sei sie dafür wie geschaffen.

Keinesfalls sollen die namentlich erwähnten Personen oder die Feiernden mit dieser Anekdote verleumdet werden, aber sie zeigt, wie jeder in Thailand zu Pattaya steht. Und das ist in der ganzen Welt so. Seitdem amerikanische Soldaten in Vietnam ihren Urlaub in Pattaya verbrachten. Das Seebad ist berühmt für seine Strände, die Bars und vor allem die Prostitution. Sex kann einfach gekauft werden und ist deutlich billiger als eine Fußballmannschaft.

Es ist ein Ort, von dem sich die meisten Thais wünschten, dass er nicht existierte, zumindest nicht in dieser Form, aber man ist doch zu gerne bereit die Augen zu verschließen, weil man wohl genau weiß, wie viel Pattaya zu dem nationalen Umsätzen am Tourismus beisteuert. Pattaya ist immerhin eines der beliebtesten Reiseziele für Ausländer, und wenn Bangkoker Urlaub machen möchten, dann gibt es Alternativen am selben Küstenstreifen.

Unglücklicherweise wird die Lage in Pattaya immer schlimmer. Die Anzahl der ausländischen Touristen ist derartig dramatisch angestiegen und die urbane Entwicklung hat derartige Auswüchse angenommen, dass ausländische Investitionen, oft verschleiert, in den Himmel schossen. Ausländische Banden haben die Kontrolle über Immobilien, Unternehmen und viele Dienstleistungsbetriebe übernommen. Britische und russische Bandenmitglieder stehen im Wettbewerb um Profit, es gibt auch welche aus Japan, einigen afrikanischen Ländern und dem Nahen Osten. Überflüssig zu erwähnen, dass sie ihre Einkünfte mit Thais teilen müssen, wenn sie im Geschäft bleiben wollen. Es kursiert aber eine ganze Menge Geld.

Daher war es schon erstaunlich, als die Regierung und die Polizei verkündete, man werde die Sexindustrie in Pattaya abschaffen. Wobei einige ihre Existenz grundsätzlich bestritten. Kürzlich gab es eine Kampagne mit Leuten, die in Kostümen lächelnder Fische auftraten. Vielleicht sollten es auch Delphine sein. Diese Fische also sollen Pattaya in ein Reiseziel für Familien umwandeln, und da geht Prostitution gar nicht.

Die anwesenden Journalisten dürften gegrinst haben. Doch die thailändischen Behörden scheinen wirklich besorgt zu sein über die Unmoral in Pattaya. Was könnte man tun? Ein paar Vorschläge.

Es beginnt mit der Korruption, denn die ist die Wurzel allen Übels. Thailändische Geschäftsleute und ausländisches organisiertes Verbrechen verstoßen gegen Gesetze, was Prostitution, Geldwäsche, Drogen, Sperrstunde, Lautstärke und vieles mehr betrifft. Korrupt sind auch Beamte auf mittlerer und höherer Ebene, die die Gelder gerne annehmen oder verlangen. Die Problemlösung kommt der Quadratur des Kreises nahe.

Die Regierenden sagen einerseits, dass die Moral im Seebad kontrolliert werden müsse, während sie gleichzeitig auf die immensen Einkünfte in Pattaya nicht verzichten wollen. Da man Prostitution nur schwer unterdrücken kann, in Pattaya dürfte es unmöglich sein, bliebe nur die Akzeptanz.

Besser als in Fischkostümen herumzulaufen wäre es vielleicht, die Leute in Fun City weiterhin Spaß haben zu lassen. Zivilisierten Spaß, indem Prostitution legalisiert wird, die Prostituierten in das Sozial- und Krankenversicherungssystem aufgenommen werden. So wird ihre Arbeit anerkannt, und sie müssen nicht im Falle eines Verbots in den Untergrund gehen, was sehr viel gefährlicher ist.

Thailändische Frauenverbände, die sich für die Rechte von Prostituierten einsetzen, haben immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es im Grunde wäre, Prostitution zu legalisieren.

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