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Der Hausputz wird unter den Teppich gekehrt

Der Hausputz wird unter den Teppich gekehrt

Das britische „Hygiene Council“ hat die Putzgewohnheiten in zwölf Ländern unter die Lupe genommen. Dabei schafften es die Deutschen lediglich ins untere Drittel. Die Menschen hätten eine Abneigung, ihren produzierten Dreck beiseite zu schaffen wurde festgestellt.

Wie verhält sich dies mit unserer Vorbildfunktion in der Welt, dass wir ordentlich und reinlich seien und Vorbilder im Organisieren?

Beim Gang durch eine bundesdeutsche Drogerieabteilung wird man mit Produkten konfrontiert, von deren Existenz der Verbraucher weder weiß, dass es sie gibt bzw. was er damit machen soll.

Wofür wird ein „Küchenfrontenreiniger“ eingesetzt – vielleicht mal mit einem Spülmittel versuchen?

Gegen Haustiergeruch soll „Apfelduft-Raumspray“ zum Einsatz kommen – Fiffy mal baden hilft vielleicht auch.

Der Hausputz wird unter den Teppich gekehrt
Der Hausputz wird unter den Teppich gekehrt

Es sind aber nicht nur zahlreiche überflüssige Mittelchen, die gekauft werden sollen. Mit den angebotenen Gerätschaften bewaffnet, könnte der Feldzug gegen Hausstaub und Co. „mühelos“ losgehen, wenn man denn will.

Bei dem „Dampfbesen Aqua Eco“ soll es sich zum Beispiel um ein ansprechendes Modell handeln, das man lieben wird. Was zu beweisen wäre.

Mit dem Einsatz eines „Staubmagnet-Kit“ wird die Aufnahme von dreimal mehr Staub und Haaren vorgegaukelt als beim herkömmlichen Staubtuch. Stellt sich die Frage „dreimal mehr“ von was?

Das wirklich große Highlight beim Kampf gegen den Dreck ist aber das „Staubschwert.“ Es erinnert im Design an eine Laserwaffe aus „Star Wars.“ Das Schwert ist biegsam und soll in die hinterletzte dreckige Ecke kommen. Seine Mikrofasern ziehen den Staub förmlich an, sagt man. Der ausziehbare Griff verfügt sogar über eine Öse zum Aufhängen und das Teil soll sehr gut in der putzenden Hand liegen. Welch großes Vergnügen.

Putzen wird zum Tabu

Frühjahrsputz und Reinigung von Haus oder Wohnung kommen gesellschaftlich nicht vor.

Am Arbeitsplatz wird diese Arbeit meistens über Nacht erledigt. In der Familie übernehmen ungefähr 68 Prozent der Frauen diese Aufgabe. Einige der o.g. technischen Hilfsmittel werden vielleicht eingesetzt und oft kommen auch Haushaltshilfen zum Einsatz.

Das Vermitteln gewisser Abläufe von Mutter zur Tochter oder vom Vater zum Sohn bleibt auf der Strecke.

Während es viele Kochshows im Fernsehen gibt, behandelt keine die traditionelle „Hausarbeit“. Wie wird es wohl in 20 Jahren in den Bundesdeutschen Haushalten aussehen?

Da loben wir doch unsere fleißigen Thai-Engelchen, die ihre Schmutzverteilungsbesen (diese Dinger mit langen Fäden) einmal nass machen und damit das ganze Zimmer „wischen“ oder auch mehr. Die Ecken sind rund und ein „unter der Couch“ gibt es auch nicht. Dafür ist die Arbeit in atemberaubender Geschwindigkeit gemacht und endlich wieder Zeit für die nächste Facebook-Nachricht oder eine kleine Mahlzeit zwischendurch.

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