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Der geheime CIA-Stützpunkt in Thailand

Der geheime CIA-Stützpunkt in Thailand

Gina Haspel ist eine langjährige CIA-Mitarbeiterin, die im März von US-Präsident Donald Trump als CIA-Chefin bestellt wurde. Sie tritt die Nachfolge von Mike Pompeo an, der Außenminister wird. Rex Tillerson war zuvor von Trump entlassen worden.

Bei der 61 Jahre alten Haspel handelt es sich um eine kontroverse Person, die zwar Rückhalt bei der CIA hat, aber vom Kongress vorsichtig beäugt wird, weil sie mit den sogenannten „Black Sites“ der Behörde in Verbindung gebracht wird.

Bei den Black Sites handelt es sich um geheime CIA-Stützpunkte in aller Welt, in der Gefangene auch misshandelt und gefoltert wurden. Haspel war Chefin des geheimen Lagers in Thailand, Codename Cat’s Eye, besser bekannt als „Detention Site Green“. Zwei mutmaßliche Mitglieder der El-Kaida befanden sich in diesem Stützpunkt und wurden gefoltert, um Aussagen zu erzwingen.

Drei Jahre später, Bush war immer noch Präsident, half Hassel dabei, Videoaufnahmen der Verhöre zu vernichte, auf denen zu sehen war, wie bei den Verhören in Thailand gefoltert wurde.

Jede thailändische Regierung und jeder Armeechef hat seit 2002 die Existenz eines solchen Stützpunktes in Thailand dementiert. Zuletzt Vizepremierminister General Prawit Wongsuwon, der nach Hassels Bestellung zur CIA-Chefin wiederholte, dass er nichts über eine Black Site in Thailand wisse.

Die genaue Lage von Cat’s Eye ist unbekannt, auch wenn Hunderte Male seitens der thailändischen und ausländischen Presse versucht wurde, den genauen Standpunkt herauszufinden.

Haspel hatte viele Undercover-Posten im Ausland, nicht nur in Thailand. Sie war auch Chefin des CIA-Büros in London. Sie stieg auf und wurde schließlich Vizedirektorin unter Pompeo, auch wenn es Kritik gab, was ihre Aufgabe in den Black Sites betraf.

Ein US-Beamter, der anonym bleiben wollte, sagte, die Bestellung von Haspel zur CIA-Chefin werde alte Wunden aufreißen. Menschenrechtsorganisationen kündigten Widerstand an. Niemand, der für Folter verantwortlich war, solle eine Bundesbehörde anführen, so das Argument.

2002 war Haspel verantwortlich für das Black-Site-Gefängnis in Thailand, in dem Gefangene missbräuchlichen Verhörmethoden ausgesetzt waren. In einem als geheim eingestuften 6.700 Seiten langen Bericht über die Verhörprogramme der CIA, dokumentierte das Senate Intelligence Committee unter anderem, was CIA-Mitarbeiter und Angestellte dort mit Abu Zubaydah machten, einem saudischen Palästinenser, dem vorgeworfen wurde, eine Schlüsselrolle bei der El-Kaida zu spielen inklusive Wissen über Anschläge. Gleichzeitig ging es auch um Abd ak-Rahim als-Nashiri aus Saudi Arabien, der etwas mit dem Anschlag auf den amerikanischen Zerstörer USS Cole im Jahr 2000 zu tun gehabt haben sollte.

2018 zog ProPublica einen Bericht zurück, wonach Haspel während der Verhöre von Abu Zubaydah Chefin des Geheimstützpunktes in Thailand gewesen sein soll. Laut The New York Times begann Haspels Dienstzeit dort nach Zubaydahs Verhören, aber während der Verhöre von Abd al-Rahim al-Nashiri. Beide sind jetzt in Guantanamo Bay inhaftiert.

Das Komitee veröffentlichte 2014 einen geheimen Bericht, der unter anderem zu dem Ergebnis kommt, dass die CIA in Bezug auf die Natur der Verhörprogramme nicht nur Politiker und Öffentlichkeit in die Irre geleitet habe, sondern dass die bei den Verhören benutzten Techniken sowohl nicht effektiv als auch brutal waren.

Auch wenn Haspels Name nie in dem Bericht auftaucht, so wurde sie in anderen Berichten als Chefin des Stützpunktes in Thailand identifiziert, der Detention Site Green genannt wird, und in dem es Folter während ihrer Amtszeit gegeben hat. Ende 2002 wurde die Einrichtung geschlossen, es dauerte weitere vier Jahre, bis Abu Zubaydah von der CIA nach Guantanamo gebracht wurde, wo er sich seit über elf Jahren befindet.

Der Bericht des Komitees gibt Aufschluss darüber, was sich in Detention Site Green abgespielt hat.

Vom 4. August bis 23. August 2002 war das CIA-Subjekt Abu Zubaydah den verstärkten Verhörtechniken auf einer beinahe 24-stündigen Basis pro Tag ausgesetzt. Nachdem Abu Zubaydah 47 Tage lang komplett isoliert war, begann die aggressivste Verhörphase gegen 11.50 Uhr am 4. August 2002.

Sicherheitspersonal betrat die Zelle, fesselte Abu Zubaydah, setzte ihm eine Kapuze auf und entfernte sein Handtuch. (Abu Zubaydah war dann nackt.) Ohne Fragen zu stellen legten die Vernehmer ein zusammengerolltes Handtuch um seinen Hals und drückten ihn gegen die Wand. Die Vernehmer nahmen dann die Kapuze ab, machten auf sich aufmerksam, und Abu Zubaydah musste zusehen, wie eine große Kiste in die Zelle gebracht und auf den Boden gestellt wurde. In einem Kabel heißt es, dass die Kiste „wie ein Sarg aussah.

Die Vernehmer verlangten dann detaillierte Informationen über geplante Operationen von Terroristen gegen die USA inklusive Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Kisten mit Waffen, sicheren Unterkünften und allen Personen, die damit zu tun hatten.

Die CIA beschrieb Abu Zubaydahs Haltung zu dieser Zeit als ängstlich. Jedes Mal, wenn er abstritt, weitere Informationen zu haben, wurde er von den Vernehmern ins Gesicht geschlagen oder am Gesicht gepackt. Gegen 18.20 Uhr wurde das erste Mal Waterboarding angewendet. Zweieinhalb Stunden lang hustete er, übergab sich und hatte „ungewollte Spasmen der Brust und der Extremitäten.

CIA-Mitarbeiter bemerkten, dass ihm „während des Prozesses Fragen gestellt wurden und er die Möglichkeit hatte, auf Fragen über Bedrohungen zu antworten“, aber Abu Zubaydah sagte weiterhin, er habe keine weiteren Informationen.

Ein Amtsarzt notierte, dass bei den Sitzungen Waterboarding, große Kiste, das Drücken gegen die Wand und kleine Kiste abgewechselt wurden. Er scheine sehr resistent gegen das Waterboarding zu sein, schrieb der Amtsarzt und fügte hinzu, es gebe bislang keine nützlichen Informationen. „Ich gehe jetzt zurück für eine weitere Waterboarding-Sitzung.

Die verstärkten Verhörtechniken der CIA wurden ohne Unterbrechung 17 Tage lang angewendet. Dazu gehörte neben Waterboarding das Drücken gegen die Wand, Schlagen und Packen des Gesichts, Stresspositionen, Geräusche und Schlafentzug. Wenn Abu Zubaydah in dieser Zeit allein gelassen wurde, musste er eine Stressposition einnehmen, er lag auf dem Waterboard mit einem Textil über dem Gesicht oder er war in einer der beiden Kisten eingesperrt.

Die „aggressive Phase der Verhöre“ ging bis zum 23. August 2002 weiter. In den 20 Tagen verbrachte Abu Zubaydah insgesamt 266 Stunden (elf Tage, zwei Stunden) in der großen Kiste, die die Größe eines Sargs hatte, und 29 Stunden in der kleinen Kiste. Die Vernehmer sagten Abu Zubaydah, er würde das Gelände des Stützpunktes nur in der sargähnlichen Kiste verlassen.

Laut Kabeln von Detention Site Green habe Abu Zubaydah oftmals geschrien, gebettelt und geschluchzt, aber immer bestritten, weitere Informationen über mögliche Bedrohungen gegen die USA oder Terroristen in den USA zu haben.
Am sechsten Tag des Verhörs, am 9. August 2002, meldete das CIA-Vernehmerteam dem Hauptquartier, es sei „unwahrscheinlich“, dass Abu Zubaydah weitere Informationen habe.

Es wurde weiter gefoltert.

Einen Tag später, am 10. August, meldeten die Vernehmer, es sei „höchst unwahrscheinlich“, dass Abu Zubaydah Informationen habe, nach denen man suche.

Dennoch wurde erbarmungslos tagelang weiter gefoltert.

Schließlich informierte das CIA-Personal in Detention Site Green das CIA-Hauptquartier, dass die verstärkten Verhörtechniken „das legale Limit erreichten“. Daraufhin antwortete Jose Rodriguez, Chef des CIA Counterterrorism Center, er rate dringend dazu, jedwede spekulative Wortwahl im Schriftverkehr (E-Mail oder Kabel) zu unterlassen, weil dies nicht hilfreich sei.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/news/world/1427606/new-cia-chief-ran-thailands-secret-waterboarding-site

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