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Das Wirtschaftsparadox

Das Wirtschaftsparadox

Die thailändische Wirtschaft ist ein Paradox. Einerseits erwirtschaftet Thailand einen hohen Handelsüberschuss, den besten in Asien, während andererseits die Binnennachfrage wegen der hohen Privathaushaltsschulden zu wünschen übrig lässt. Diese Schulden machen 79 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus.

Die schwache Binnenwirtschaft steht im Kontrast zur Stärke der Außenwirtschaft des Landes. Letztes Jahr verzeichnete Thailand einen Handelsüberschuss von 48 Milliarden Dollar oder elf Prozent des BIP. Dieses Jahr wird es nicht viel anders sein. Aber fast die Hälfte des Überschusses dürfte der Privatsektor wieder investieren, und zwar im Ausland: im Westen und in Nachbarländern wie Burma oder Vietnam, wo das thailändische Kapital gute Renditen erzielt.

Die ausländischen Währungsreserven wachsen ebenfalls und werden bald die Grenze von 200 Milliarden Dollar durchbrechen. Das liegt daran, dass die Bank of Thailand fleißig Dollar kauft, um den Baht zu stärken. Die Staatsverschuldung beträgt 140 Milliarden Dollar, die meisten Kredite haben lange Laufzeiten.

Insgesamt deuten die Zahlen darauf hin, dass die Geschäfte laufen, aber innerhalb Thailands gibt es nur wenige Investitionen, die Arbeitgeber gewähren aber kaum oder keine Lohnerhöhung.

Die ambitionierten Pläne der Regierung, die Ostküste Thailands zu entwickeln und ausländisches Kapital anzuziehen und damit hoch entwickelte Technologien anzusiedeln, sind in der Theorie eine schöne Sache, werden aber vermutlich am Facharbeitermangel im Land scheitern. Japanische und andere ausländische Investoren sollen Geld und Fähigkeiten mitbringen. Indem diese sowieso schon reiche Region gefördert wird – Chonburi, Rayong und Chachoengsao – wird dies nicht dabei helfen, die Ungleichheit zwischen dem reichen Bangkok und Umland einerseits und dem armen Norden, Nordosten und dem nicht ganz so reichen Süden auszugleichen.

Der Import von Investitionsgütern und die Eisenbahnprojekte werden den jetzigen Handelsüberschuss schmälern, aber diese Megaprojekte nehmen nur langsam Gestalt an. Hinzu kommen die politische Ungewissheit und die Abneigung konservativer Bürokraten gegen eine höhere Verschuldung.

Investoren sollten sich klar machen, dass Thailands Arbeitskräfte seit 2009 statisch sind. Selbst wenn sie durch illegale Arbeiter aus Burma und Kambodscha aufgestockt werden, sind diese statischen und immer älter werdenden Arbeitskräfte wenig attraktiv.

Der Tourismus bleibt an der Spitze, aber die Produktivität kann kaum gesteigert werden, insbesondere dann nicht, wenn mehr Wert auf Zahlen als auf Kaufkraft gelegt wird.

Das Wirtschaftsparadox
Das Wirtschaftsparadox

Auf einem Gebiet gab es allerdings Fortschritte, und das ist die Einsparung von Arbeitskräften in der Landwirtschaft. 2010 waren es 14,6 Millionen Arbeiter, jetzt sind es 11,7 Millionen. Das bedeutet eine Steigerung der Produktivität, die positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum mit zwischen 2,5 und 3,5 Prozent hat. Die Arbeitskräfte, die normalerweise auf dem Land blieben, gehen auf diese Weise in andere Arbeitsbereiche, die in Bezug auf das Wirtschaftswachstum als wertvoller angesehen werden.

Wenn es so weiterginge, könnte der Prozess auf Dauer regionale und politische Spannungen reduzieren. Dies ist allerdings ein sehr langfristiger Ausblick. Was jetzt zählt, ist bessere Produktivität, um das Wirtschaftswachstum auf über drei Prozent halten zu können.

Das Kapital ist zwar da, aber es wird so viel im Ausland investiert, dass die Binnenwirtschaft immer hinterher hinken wird, und Thailand auf Exporte und Tourismus setzt.

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