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Das niedrigste Angebot ist oftmals nicht das Beste

Das niedrigste Angebot ist oftmals nicht das Beste

Thailändische Reisende beschwerten sich kürzlich zurecht, als sie merkten, dass sie bei der Passkontrolle auf den beiden Bangkoker Flughafen vor Automaten standen, die nicht funktionierten.

Hunderte Passagiere, die mit Dutzenden Flügen unterwegs waren, mussten bei der Passkontrolle ihre Dokumente auf „altmodische“ Weise vorlegen. Natürlich gab es nur eine geringe Anzahl von Beamten der Immigration. Denn der Sinn der Automaten ist es, dass diese Beamten, bewaffnet mit Stempel und Stift, eingespart werden. Die automatische Passkontrolle können zurzeit ausschließlich thailändische Staatsbürger benutzen.

Das Problem mit den Passautomaten war, dass sie die Verbindung zum Internet verloren, wo die Software der Immigration gespeichert ist.

Die Flughafendirektoren zuckten mit den Schultern, weil die Automaten nicht zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören. Die Immigration beeilte sich mit der Erklärung, dass es nicht ihr Fehler gewesen sei. (In Thailand ist es bekanntlich nie jemand gewesen.) Der Vertragsnehmer, der für die Verbindung der Automaten zum Internet und den darin enthaltenen Programmen zuständig ist, sei der staatliche Internetanbieter TOT, so die Immigration. Die TOT hat aber kein Budget, um ein Back-up-System laufen zu lassen oder mit Fachkräften rund um die Uhr vor Ort zu sein.

Das war kein Trost für die vielen thailändischen Reisenden, die sich vor ein paar Immigration-Schaltern drängten.

Das niedrigste Angebot ist oftmals nicht das Beste
Das niedrigste Angebot ist oftmals nicht das Beste

Tausende Passagiere hatten ähnliche Probleme. Flugzeuge konnten Flughäfen wie London, Paris, Washington, Zürich, Melbourne, Johannesburg und Singapur nicht verlassen. Das Check-in-System Amadeus Altea hatte versagt. Es dauerte mehr als einen Tag, das System wieder hochzufahren. Hunderte Flüge wurden versäumt, Tausende Reisende waren betroffen.

Diese beiden Vorfälle sind ein starkes Signal zum Thema Automation. Um es kurz zu machen: Große Unternehmen und Staaten installieren komplizierte Systeme, die alle auf Computern basieren. Hier scheint es aber kein Back-up-System zu geben, das anspringt, wenn das eine ausfällt. Wenn nur ein Steinchen in diesem Computermosaik versagt, bricht das gesamte System zusammen. Wenn eine Person oder ein Unternehmen es versäumt, ein Back-up-System einzuplanen, dann ist der Vorwurf von Fehlplanung schnell bei der Hand, weil diese auch verantwortlich dafür sind, wenn ein System versagt.

Doch wenn eine Regierung oder ein Staatsunternehmen diesen Fehler begangen haben, dann wird immer auf die Kosten verwiesen.

Kosteneinsparung bedeutet in jedem Fall Qualitätseinbußen. Es ist ganz einfach für die Immigration und die Flughafenbetreiberin Airports of Thailand, ein funktionierendes Passautomatensystem zu installieren, das mehrere Back-ups hat. Wenn die Verbindung zum Internet abreißt, wird sofort ein Notprogramm gefahren, das eine Back-up-Verbindung zum Internet herstellt. Denken Sie nur einmal an die Krankenhäuser. Wenn der Strom ausfällt, springt der Generator an. Und falls der Generator versagt, gibt es ein Back-up für dieses Back-up.

Es hat nichts mit Fehlplanung zu tun, dass es in Bangkok und aus anderem Grund in der ganzen Welt zu diesem Chaos kam. Es geht um Auslassung, denn in der Planung wurden Notfälle nicht berücksichtigt. Es darf die Frage gestellt werden, ob TOT die beste Internetverbindung in Thailand zur Verfügung stellt. Wer schon einmal Kunde bei TOT war, kennt die Antwort.

Nun ist es aber so, dass Ausschreibungen in der Regel von Unternehmen gewonnen werden, die das niedrigste Angebot abgeben. Das hat nichts mehr mit Qualität zu tun. Ein niedriges Angebot bedeutet, dass derjenige, der die Ausschreibung vornimmt, dann das bekommt, wofür er bezahlt. Die billigen Systeme mögen funktionieren, sie sind aber störanfällig – und es gibt kein Back-up.

Die Back-ups, die wegen des kostengünstigen Angebotes einfach weggelassen werden, sind für Computer aber lebenswichtig.

China gab letztens zu, dass es bei der Planung auch etwas vergessen hat, das Problem ist aber gefährlich. Die Elektroautoindustrie hat gemerkt, dass es kein effizientes System gibt, wie Millionen von gefährlichen und toxischen Lithiumbatterien recycelt werden können. Die Lebensdauer der Batterien beträgt fünf Jahre, und sie müssen in den Fahrzeugen daher regelmäßig durch neue ersetzt werden.

Diese Diskussion wird in Deutschland auch noch beginnen. Hier scheinen jetzt alle Parteien auf das Elektroauto zu setzen. Es wurde bislang aber „vergessen“ zu erörtern, woher der viele Strom kommen und wo die alten Batterien gelagert oder wie recycelt werden sollen.

Die thailändische Regierung verspricht „Thailand 4.0“, eine moderne, digitale Zukunft, aber die Bürger verdienen dann auch eine umsichtige Planung. Es ist einfach nicht zu akzeptieren, dass neuen Technologien mittels billigstem Dienstleister der Weg geebnet werden soll.

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