Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Das Interview – Dr. Ulrich Eder, Bangkok

Das Interview – Dr. Ulrich Eder, Bangkok

Das Recht der Großstadt

Gibt es Unterschiede zwischen rechtlichen Gestaltungen in Bangkok und den Immobilien- und Gesellschaftsstrukturen in Thailands Provinzen? Die Anwaltskanzlei PUGNATORIUS Ltd. ist Lesern des HALLO-Magazins bereits durch gelegentliche Inserate bekannt. Wir sprachen mit deren Managing Director, Herrn Dr. Ulrich Eder.

Herr Dr. Eder, was verbirgt sich hinter dem Namen PUGNATORIUS?

Wir sind eine unabhängige Steuer- und Wirtschaftskanzlei mit Hauptsitz in Bangkok und einem Büro in Koh Samui. Unsere Mandanten wohnen typischerweise außerhalb Thailands, so dass wir bei den Residenten in Pattaya wohl nur begrenzt bekannt sind. Bangkok ist aber immer eine Reise wert und der Weg für unsere Mandanten normalerweise nicht zu weit.

Das Büro in Bangkok kümmert sich vorwiegend um die Bereiche Gesellschaftsrecht, Investitionsrechnung und Steuerrecht, während die Kollegen in Samui auf Immobilientransaktionen und die damit verbundenen Strukturfragen konzentrieren. Das Büro in Koh Samui wird von einem französischen Geschäftspartner geführt und dieser ist auch zuständig für unsere französische Webseite.

Grundsätzlich sind wir daran interessiert, unter der Marke „PUGNATORIUS“ auch an anderen Standorten präsent zu sein. Wenn wir ein zu uns passendes Team von qualitätsbewussten Anwälten finden, wird es auch in Pattaya, Phuket und anderswo bald eine Niederlassung geben. Dazu bedarf es keiner Kanzleifusion, sondern einer Übereinstimmung der Grundvorstellungen, Geschäftspraktiken und Vorgehensweisen.

Was veranlasst einen Mandanten in Pattaya oder aus anderen Provinzen, sich mit seiner Angelegenheit an Sie in Bangkok zu wenden?

Er kann bei uns erwarten, etwas anderes zu bekommen als von seinem lokalen Anwaltsbüro. Nicht nur einen anderen Weg, sondern auch ein anderes Ziel. Manchmal unbequemer, häufig auch etwas teurer, aber – so unsere Auffassung – dafür richtig.

Vielen Deutschen wird suggeriert, dass das strenge, aber auch rechtssichere thailändische Recht an den Stadtgrenzen Bangkoks endet und fernab von der Hauptstadt die Dinge anders gesehen werden können. Dass der Aufwand einer sorgfältigen Rechtsberatung unnötig sei und man das Immobilien- oder Geschäftsprojekt unter Verwendung von Vereinfachungen, Abkürzungen und Einsparungen realisieren könne. Dass billig auf Dauer aber nicht funktioniert, spricht sich immer mehr herum.

Können Sie uns hierzu Beispiele nennen?

Aus meiner Sicht und der meiner Kollegen gleichen viele in früheren Jahren aufgebaute Gesellschafts- und Immobilienstrukturen einem Kartenhaus, das selbst bei kleinen Erschütterungen zusammenfällt. Blanko-Anteilsübertragungen, unterdeklarierte Grundstücksverträge, Erbrechtsklauseln im Mietvertrag, Gesellschaftsversammlungen, die nur auf dem Papier stattfinden, Hauskaufverträge ohne Erbbaurechtsvereinbarung, die Liste der rechtlich unwirksamen Regelungen ist fast endlos.

Es klingt auch nur auf den ersten Blick gut, dass der Leasingnehmer durch die Eintragung seines Mietvertrages beim Landamt geschützt wird. Dies ist eine der vielen schönen Illusionen, die sich bei genauerem Hinsehen als falsch herausstellen.

Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Thailand?

Wenn Sie die monatlichen Statistiken der thailändischen Förderbehörde „Board of Investment“ verfolgen, sehen Sie eine bedenkliche Entwicklung. Europa und die USA haben sich als Investorenländer praktisch verabschiedet und sind nur noch im Rahmen von steuergünstigen Holdingstandorten von Bedeutung. Japan und Korea sind eine konstante Größe. Die Gegenwart und Zukunft liegt in Thailands Partnerschaft und zunehmende Abhängigkeit von China.

Als Anwaltskanzlei stellen wir uns entsprechend auf. Sie finden bei uns nicht nur eine fortlaufend aktualisierte Webseite in feinstem Mandarin, sondern auch eine eigene chinesischsprachige Infrastruktur in Thailand, aber auch in Shanghai und anderen Wirtschaftszentren Chinas.

Wir wenden uns hiermit nicht an die örtlich ansässigen chinesischen Geschäftsleute. Stattdessen bieten wir „Mainland China“ einen leichten Zugang zu thailändischen Investitionen und bewährten Investitionsstrukturen.

Investieren die Chinesen denn anders als Deutsche, Briten und Amerikaner?

Ja, und das lässt sich auch leicht erklären. Die Immobilienprojekte in Thailand orientieren sich bisher an den westlichen Werten und im Westen bekannten Begriffen wie beispielsweise Freehold und Leasehold. Das chinesische Grundeigentum gehört dagegen dem chinesischen Staat und es werden der privaten Seite nur bestimmte Nutzungsrechte eingeräumt – mit Sonderregelungen für Ausländer. Dies muss in Thailand hinreichend berücksichtigt werden, will man das Vertrauen und das Vermögen der Chinesen erreichen. China-kompatiblen Strukturen gehört die Zukunft – auch mit deutscher Beteiligung.

Und was bedeutet nun PUGNATORIUS?

Ein lateinischer Begriff aus dem alten Rom. Pugnatorius ist der Schwertkämpfer. Wir kämpfen für unsere Mandanten.

Herr Dr. Eder, danke für das Gespräch. Wir werden die Entwicklung der Kanzlei mit Interesse weiterverfolgen.

Ähnliche Beiträge