Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Das China-Syndrom

Das China-Syndrom

Der wachsende Einfluss Chinas auf Thailand ist nicht zu übersehen.

Die Durian-Preise schossen wegen der starken Nachfrage aus China in den letzten Jahren nach oben. Was den Kauf von Bangkoker Eigentumswohnungen betrifft, haben Chinesen Anfang des Jahres die Japaner überholt. In Pattaya sind die Schilder an Innobilienbüros häufig ausschließlich mit chinesischen Schriftzeichen versehen (siehe Foto oben). Hochglanz-Immobilienzeitschriften sind nicht mehr auf Englisch, sondern Chinesisch.

Das Wirtschaftsforschungszentrum der Kasikorn Bank prognostiziert, dass in diesem Jahr mindestens 10,6 Millionen Chinesen nach Thailand kommen werden. An Touristenattraktionen wie beispielsweise dem Grand Palace kann man sich mit eigenen Augen davon überzeugen, wie hoch der chinesische Anteil an den Touristen ist.

Immer mehr Restaurants und Geschäfte mit chinesischen Schriftzeichen sind zu sehen, auch der Zen Department Store, eines der größten Kaufhäuser in der Innenstadt Bangkoks gehört dazu.

In den letzten paar Wochen meldeten sich mehrere Akademiker zu Wort wie Thitinan Pongsudhirak von der Chulalongkorn Universität und Prajak Kongkirati von der Thammasat University sowie Larry Diamond von der Stanford Universität und erklärten der Öffentlichkeit, was der chinesische Einfluss für Menschenrechte und Demokratie in Thailand und Südostasien bedeute.

Prajak sagte, die thailändischen Militärs hätten nach dem Putsch im Mai 2014 von China gelernt und könnten daher trotz Druck aus den USA, der Europäischen Union und Australien nach über 50 Monaten immer noch an der Macht sein.

Sind diese Experten paranoid?

Nun, China ist ein Einparteien-Staat (auf dem Papier kommunistisch) und berüchtigt wegen der Menschenrechtsverstöße, vor allem bei Oppositionellen. Es ist also schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, wenn man glauben will, dass sich China für Demokratie oder Menschenrechte interessiert. Hinzu kommt, dass demokratische Staaten wie Japan oder Südkorea es versäumten, Thailand oder die Militärs unter Druck zu setzen. Für sie ist alles wie immer.

Der Unterschied ist, dass China in Thailand weitaus einflussreicher ist als in Japan oder Südkorea.

In dem Buch Thailands Annäherung von den USA an das aufsteigende China erinnert sich Autor Bejamin Zwawacki, dass er vom Sicherheitsexperten Panitan Wattanayagorn, der Berater von Vizepremierminister General Prawit Wongsuwan ist, darauf hingewiesen wurde, dass China schon darauf gewartet habe, den Putsch für sich zu nutzen.

Die Herangehensweise der Chinesen in Thailand ist ausgeklügelt. Es handelt sich eher um eine Charmoffensive, hier wurde eine neue Ebene erreicht, was die engere Beziehung in Bezug auf Politik betrifft. Die Chinesen haben sehr schnell begriffen, welche Möglichkeiten sie nach dem Putsch am 22. Mai 2014 haben“, sagte Panitan, der meinte, dass China darauf vorbereitet war und quasi auf der Lauer gelegen habe, um dann zuzugreifen.

Abgesehen davon, dass China ein verlässlicher „Freund“ für die Militärregierung in Thailand ist, kultiviert der chinesische Einfluss in Thailand eine Alternative zur Demokratie.

Zawacki zitiert den in Bangkok lebenden britischen Akademiker Chris Baker, der beschrieb, wie thailändische Bankiers ihre Sympathien gegenüber Chinas „autoritärem Kapitalismus“ bekräftigten.

Einer dieser Banker habe erst China gelobt und sei dann (vor dem Putsch) zu einer Demonstration der Anti-Regierungs-Organisation Volksdemokratisches Reformkomitee (PDRC) gegangen und protestierte auf der Straße gegen die demokratisch gewählte Regierung Yingluck Shinawatra in dem Versucht, diese zu stürzen.

Sie waren in einer Art und Weise vorbereitet wie nie zuvor, ihr Geld auf die Niederlage der Demokratie zu setzen, weil sie sich vor den Massen fürchteten“, schrieb Zawacki.

Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit und Redefreiheit sind gefährdet, wenn in der thailändischen Politik und Verwaltung das chinesische Modell übernommen wird. Das ist eine reale Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte.

Kambodschas Regierungschef Hun Sen hat so viel von China gelernt, dass er sich sicher fühlt und alle demokratischen Normen fallen lässt. Er verbietet andere Parteien und Zeitungen, sperrt Oppositionelle ein und behauptet, bei „freien“ Wahlen 100 Prozent aller Parlamentssitze erhalten zu haben. Von so einem Wahlergebnis träumte sogar Erich Honecker.

Das China-Syndrom
Das China-Syndrom

Der Preis dafür ist, dass Kambodscha ein chinesischer Vasallenstaat wird, in dem die Ungerechtigkeit regiert und die Korruption nicht bekämpft wird, in dem die Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung immer weiter auf dem Rückzug sind.

Ähnliche Beiträge