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Das angeschlagene Image

Das angeschlagene Image

Der herabsetzende Kommentar des gambischen Tourismusministers Hamat Bah, der Thailand als Ziel für Sextouristen empfahl, erschütterte die gesamte thailändische Nation.

Drei Minister, nämlich Außenminister Don Pramudwinai, Tourismus- und Sportminister Weerasak Kowsurat sowie Kulturminister Veera Rojpojchanarat verurteilten die Worte aus Gambia, die im Internet von eTurboNews veröffentlicht worden waren, und flugs ihren Weg nach Thailand fanden, wo sie sich mit Turboantrieb verbreiteten.

Das angeschlagene Image
Das angeschlagene Image

Bah sagte, so wurde berichtet, dass Touristen aus dem Westen, die planen, auf der Suche nach Sex nach Gambia zu reisen, doch lieber wegbleiben sollen. „Wir sind kein Sexreiseziel. Wenn sie ein Sexreiseziel wollen, fahren Sie nach Thailand.

Wumms, das hatte gesessen!

Das Außenministerium bestellte sofort einen gambischen Diplomaten ein, um diesem mitzuteilen, dass man gegen die Behauptung Einspruch einlege, die ein diplomatischer Fauxpas sei.

Außenminister Don sagte, er glaube nicht, was der gambische Tourismusminister gesagt habe, aber die Weltgemeinschaft wäre da wohl anderer Ansicht. Daher beauftragte er den thailändischen Botschafter in Senegal, der auch für Gambia zuständig ist, eine offizielle Protestnote einzulegen und zu beschreiben, wie der Kommentar Thailands Ruf und die Tourismusindustrie schädigen könne.

Insbesondere Don ist der Ansicht, dass die Aussage keinesfalls „mit den Fakten übereinstimmt“.

Kulturminister Veera sagte, die Sexindustrie in Thailand sei „eine Sache der Vergangenheit“ und ließ wissen, dass Touristen wegen der schönen Kultur ins Land kommen.

Thais oder in Thailand länger lebende Expats mögen sich an einen Vorfall erinnert gefühlt haben, bei dem ein britischer Verlag Anfang der 90er Jahre im Longman’s Dictionary of English Language Bangkok als eine Hauptstadt definierte, „in der es viele Prostituierte gibt“.

Danach erfolgten scharfe Anklagen gegen den Verlag bis hin zu Boykottaufrufen und und öffentlichen Bücherverbrennungen.

Was hat sich in den knapp 30 Jahren, die zwischen beiden Vorfällen liegen, groß geändert?

Premierminister General Prayuth Chan-ocha gab seine Sicht der Dinge zum Thema zum Besten und sagte, das Land müsse sein Image als Reiseziel für Sextouristen loswerden.
Wir müssen akzeptieren, dass es einige Leute gibt, die von dieser Art Berufstätigkeit leben. Daher müssen wir das Problem in Bezug auf Beruf und Einkommen dieser Leute lösen. Wichtiger ist, dass wir sehen müssen, ob diese Leute gerne ihren Beruf wechseln würden“, sagte er und fügte hinzu, dass einige Leute teure Dinge mögen, und sie den einfachsten Weg suchen, schnelles Geld zu verdienen.

Dann sagte er, es sei besser, wenn Thais nicht über dieses Thema redeten, denn wenn sie es täten, sei dies nur Wasser auf die Mühlen Dritter. Stattdessen müssten die geltenden Gesetze strikt angewandt werden und gleichzeitig sollten alle mit anpacken, damit das Image Thailands geändert werden könne.

Dies gelte vor allem für Städte wie Pattaya, das Seebad sei ein Reiseziel für Qualitäts-, nicht für Sextouristen.

Zuletzt gab es immer wieder Razzien in Rotlichtbezirken, die sich gegen die Prostitution richteten. Häufig wurde nach diesen Razzien aber auch gesagt, dass die Polizei keine Prostituierten finden konnte.

Solche Razzien und deren Ausgang könnten den Gedanken nahe legen, dass Mafiabanden hinter der Prostitution stecken, die an Polizei und andere Beamte Schmiergelder zahlt.

Zuletzt geriet der Bangkoker Massagesalon Victoria’s Secret ins Visier der Staatsgewalt. Die Sondereinheit der Polizei, DSI, führte dort im Januar eine Razzia durch.

So ein Massagesalon sei zwar legal, hieß es auf der einen Seite, aber der flüchtige Eigentümer des Salons habe sich der Zwangsprostitution und des Menschenhandels schuldig gemacht, hieß es auf der anderen Seite.

Außerdem scheint den Eigentümer eine dubiose Freundschaft mit dem ehemaligen nationalen Polizeichef Somyot Poompunmuang zu verbinden, der zugab, sich von seinem „Freund“ 300 Millionen Baht geliehen zu haben – zu einer Zeit, als er noch Polizeichef von Thailand war.

Falls sich jemand über die Polizei in Thailand gewundert hat: Diese eine Geschichte reicht aus, um alle Facetten zu erklären.

Natürlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass es für dieses Darlehen eine Gegenleistung gab. Beispielsweise keine Razzia durch die Polizei. Daher rückten auch Beamte der DSI an, die mit der regulären Polizei nichts zu tun haben.

Bevor Thailand sein ramponiertes Image in Angriff nimmt, sollte sich das Land lieber erst einmal auf die Rechtsstaatlichkeit konzentrieren.

Euer
Walter Weiß

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