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Chinesischer Filmstar spurlos verschwunden

Chinesischer Filmstar spurlos verschwunden

Das Pekinger Managementbüro von X-Man-Star Fan Bingbing ist dunkel und liegt verlassen da. Ihr Geburtstag Ende September kam und ging, ohne dass sich viele Leute in den chinesischen sozialen Medien an die so beliebte Schauspielerin erinnern wollten.

Fan ist einer der Superstars und in China und Hollywood eine aufstrebende Schauspielerin. Doch sie ist seit einiger Zeit spurlos verschwunden. Hat es mit Anschuldigungen möglicher Steuerhinterziehung zu tun oder hat sie sich mit den chinesischen Behörden angelegt?

Fan spielte in Dutzenden chinesischen Filmen und TV-Serien mit. Ihren internationalen Durchbruch erzielte sie 2014 in der Rolle der Blink in X-Men: Days of Future Past. Sie sollte mit Penelope Cruz im Hollywood-Film 355 spielen und hat eine Rolle in Air Strike erhalten, an ihrer Seite Bruce Willis und Adrien Brody.

Doch seit fast vier Monaten hat die Öffentlichkeit von Fan nichts gesehen oder gehört.

Fan gehört zu den reichsten chinesischen Unterhaltungskünstlern, sie hat viele Millionen Dollar für ihre Rollen bekommen, außerdem vermarktete sie sich bei Auftritten sowie Produkte wie Schmuck. Einige dieser Verträge brachten ihr womöglich Schwierigkeiten mit den Behörden ein.

Fans Name fiel in Berichten über eine gewöhnliche Praxis in der Unterhaltungsindustrie. Ein Schauspieler hat zwei Verträge: einen öffentlichen für die Behörden und einen privaten Vertrag mit den korrekten Angaben über die weitaus höhere Gage.

Talkmaster Cui Yongyuan sagte im Mai, dass Fan solch ein Arrangement gehabt habe, das dabei hilft, Steuern zu hinterziehen. Er berichtete über Einzelheiten und löste damit einen öffentlichen Aufschrei aus. Später entschuldigte sich Cui.

In Fans Managementbüro im Pekinger Stadtteil Dongcheng sind die Türen verschlossen, die Lichter gelöscht. Neben Postern von Fan und ihren Filmen hängt ein Kalender, der den Monat Juli zeigt. Eine Angestellte aus einem in der Nähe liegenden Büro sagte, sie könne sich nicht erinnern, wann sie zuletzt jemanden im Fans Büro gesehen habe.

Fan wurde am 16. September 37 Jahre alt, aber nur eine Handvoll Entertainer grüßte sie online. Ein starker Kontrast zu früheren Jahren, als ihr Geburtstag nicht nur im Netz gefeiert wurde. Letztes Jahr wurde ihr zu ihrem Geburtstag von ihrem Freund Li Chen ein Heiratsantrag gemacht.

Ein automatischer Geburtstagsgruß auf ihrem einst sehr aktiven Account von Weibo, dem größten Mikroblogging-Service in China, wurde offenbar von Unbekannten gelöscht. Auf Weibo hat sie 62 Millionen Follower.
Shi Shusi, ein Kolumnist und Kommentator über die chinesische Popkultur, meinte, Fans Beliebtheit ließ sie zum Ziel für Beamte werden, die ein Exempel statuieren wollen, wenn es um Steuerhinterziehung in der nicht mehr so blühenden chinesischen Wirtschaft geht.

„So eine berühmte Schauspielerin, und niemand weiß, wo sie ist. Und keine Behörde hat dazu etwas gesagt. Das ist das wirklich Spannende daran“, sagte Shi.
Fans Verschwinden lockte sogar Hu Xijn aus der Reserve, Redakteur der Global Times, die bekannt ist für ihre pro-kommunistische Hardliner-Haltung.

Wenn die Öffentlichkeit bezüglich Fan Bingbing informiert und rechtzeitig Klarheit geschaffen worden wäre, hätte das auch in Bezug auf andere Länder nicht geschadet, meinte Hu Mitte September.

Im Juni hatte Fans Produktionsfirma bestritten, dass Fan jemals einen „Yingyang“-Vertrag unterzeichnet hätte, so heißen die Verträge wegen ihrer Doppelbödigkeit. Fan, ihr Agent und ihre Produktionsfirma konnten aber schon im Juni nicht mehr für einen Kommentar erreicht werden.

Die chinesische Polizei teilt selten mit, gegen wen ermittelt wird oder welchen Stand laufende Ermittlungen haben.

Fans Verschwinden geschah zeitgleich mit der Vorgabe chinesischer Behörden, die Gage von Schauspielern zu beschneiden, die manchmal den größten Teil der Produktionskosten ausmacht. Im Juni wurde beschlossen, dass Stars in TV-Serien nicht mehr als 40 Prozent der Produktionskosten verdienen dürfen, in Filmen alle Schauspieler zusammen nicht mehr als 70 Prozent.
China ist inzwischen der zweitgrößte Markt für Filme, und die Behörden kontrollieren chinesische Produktionen ganz genau. Sie geben vor, welcher Regisseur, welches Drehbuch verfilmen darf und welche Schauspieler dabei sein dürfen.

Falls Fan den Behörden auf die Füße getreten ist, wäre es ein Einfaches, ihre Karriere zu zerstören, zumal chinesische Behörden die Macht haben, Verdächtige festzuhalten und zu verhören ohne der Öffentlichkeit hierüber etwas mitteilen zu müssen.

Anfang Oktober brachen staatliche Medien das Schweigen und teilten mit, dass Fan Bingbing ihre Steuerschuld begleichen und eine Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung zahlen müsse. Insgesamt belaufe sich die Summe auf 130 Millionen Dollar. Nach Zahlung werde die Staatsanwaltschaft von einer Anklage absehen.

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