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Chilenen warnen Höhlenkinder vor Ruhm

Chilenen warnen Höhlenkinder vor Ruhm

Die Welt hielt den Atem an, während die zwölf Jungen und ihr Trainer aus der Höhle in Chiang Rai gerettet wurden. Das Drama wurde auch auf der anderen Seite der Welt verfolgt, nämlich von 33 ehemaligen chilenischen Bergarbeitern.

Die waren vor acht Jahren in der Mine San Jose in Nord-Chile 69 Tage lang unter Tage eingeschlossen gewesen. Nach ihrer Rettung waren die Bergarbeiter mit einem Schlag weltberühmt. Sie standen plötzlich im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, und damit begannen die Schwierigkeiten. Beziehungen gingen auseinander, sie hatten psychologische Probleme, es folgten Arbeitslosigkeit und finanzielle Engpässe.

Der ehemalige Vorarbeiter Luis Urzua empfahl den geretteten Kindern, sich nahe bei ihren Familien aufzuhalten und bei finanziellen Angeboten vorsichtig zu sein.

Nachdem die Kinder aus der Höhle gerettet worden waren, blieben sie einige Zeit in einem Krankenhaus. Inzwischen sind sie längst zu ihren Familien zurückgekehrt.

Urzua beschrieb seine eigenen Erfahrungen, die damit begannen, dass er wieder im Freien stand und damit im Mittelpunkt der Medienaufmerksamkeit. Rechtsanwälte belagerten ihn, weil sie die Rechte an seiner Geschichte kaufen wollten, Politiker suchten seine Nähe und benutzten Urzua, um im Rampenlicht zu stehen.

Über die thailändischen Jungen sagte er: „Weder sie noch ihre Familien haben die Möglichkeiten, mit so etwas fertig zu werden. Wir schafften das kaum als Erwachsene.“ Der jetzt 62-Jährige hielt unter Tage zwei Monate lang die Moral aufrecht.

Urzua lobte die thailändischen Behörden, weil sie so vorsichtig mit der Situation umgingen. Anfangs war nicht bekannt, um wen genau es sich bei den Jungen im Alter zwischen elf und 16 Jahren handelte. Sie wurden von der Presse abgeschirmt und waren im Krankenhaus in Quarantäne.

Das ist wichtig, denn damit können sich die Kinder Schritt für Schritt wieder an ihre alte Umgebung gewöhnen, denn sie sind traumatisiert und verletzbar“, sagte Urzua, der hinzufügte, er bete täglich für die Jungen und ihre Familien.

Er empfahl ihnen, erst dann über ihre Erlebnisse zu reden, wenn sie dazu auch bereit seien.

Ich hoffe, dass sie eines Tages in ein paar Jahren ihre Geschichte erzählen können, denn unsere ist eine über Glaube und Hoffnung“, sagte er.

Neun Bergarbeiter, unter ihnen Urzua, führen einen Rechtsstreit gegen zwei Rechtsanwälte, denen sie Betrug vorwerfen. Es geht um die Rechte an einem Buch und einen Hollywood-Film mit Antonio Banderas in der Hauptrolle.

Einer der Anwälte, Remberto Valdes Hueche, sagte, er arbeite nach wie vor mit einem Großteil der Bergarbeiter zusammen. Der Vorwurf des Betruges durch die neun anderen sei „ohne Substanz“.

Ein chilenischer Richter urteilte, es gebe nicht genügend Beweise, um den Grund des Unglücks in San Jose zu belegen. Daher konnte auch niemand zur Verantwortung gezogen werden.

Urzua, der jetzt für Chiles nationalen Bergarbeiterbetrieb und einen geologischen Dienstleister als Motivationsredner arbeitet, sagte, dass viele der damals eingeschlossenen 33 Bergarbeiter nach wie vor psychische Probleme hätten und nicht arbeiten könnten.

Fast jeder hat psychische Probleme. Sie können nicht schlafen oder fühlen sich nicht gut. In Chile weiß es kaum einer, aber sie sind verzweifelt.

Als in den Nachrichten darüber berichtet wurde, dass ein thailändisches Fußballteam in einer Höhle von der Außenwelt abgeschnitten war, sahen sich viele der Bergleute die neuesten Nachrichten ganz genau an. Einer von ihnen konnte die Berichterstattung jedoch nicht ertragen. Es war zu viel für ihn.

Ich habe Angstattacken bekommen und bin heute wieder zu meinem Therapeuten gegangen“, sagte Omar Reygadas.

Jorge Galleguillos, ein anderer der „Verlorenen 33“, so wird die Gruppe in Chile genannt, erinnerte sich an die weltweiten Feiern, nachdem er und seine Kollegen gerettet worden waren. Er wurde nach Hollywood eingeladen, vom Papst, von Israel und auch in den Präsidentenpalast in Chile.

Alles ändert sich“, sagte der jetzt 64-Jährige. „In dem Moment reden alle über dich … in der Presse, im Fernsehen, du bist jeden Tag überall auf der Titelseite – und dann … nichts …

Er fügte hinzu: „Uns wurden so viele Versprechungen gemacht, und dann wurden wir allein gelassen. Jetzt hat man uns vergessen. Ich hoffe, dass ihnen das nicht auch passiert.

Beitragsquelle : https://www.reuters.com/article/us-thailand-accident-cave-chile/chile-miners-urge-rescued-thai-boys-to-be-wary-of-new-found-fame-idUSKBN1K101Y

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