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Chao-Phraya-Uferpromenade stößt auf Kritik

Chao-Phraya-Uferpromenade stößt auf Kritik

Die Bangkoker Ufer entlang des Chao Phraya River wurden zu einem Hotspot für Bauunternehmer. In den letzten Jahren entstanden hier viele neue Hochhäuser.

Dann meldete sich Premierminister General Prayuth Chan-ocha zu Wort und erklärte, dass er für 14 Milliarden Baht eine neue Promenade bauen wolle, die er „Das neue Wahrzeichen Thailands“ taufte.

Die ersten 14 Kilometer sollen zwischen der Rama-VII.-Brücke bis zur Pin-Klao-Brücke auf beiden Seiten des Flusses entstehen. In einer zweiten Phase soll die Promenade bis zur Phra-Nang-Klao-Brücke und in einer dritten Phase bis zur Rama-III.-Brücke erweitert werden.

Doch das „Neue Wahrzeichen“ blickt jetzt schon Herausforderungen ins Auge. Architekten drückten ihre Sorge über die Pläne aus, die auch eine 3,5 Meter hohe Kaimauer umfassen. Die Promenade selbst soll 19,50 Meter breit werden, wobei die Pläne auf alten Planungen beruhen, die bereits vor zwei Jahrzehnten gemacht wurden. Ursprünglich wollten die Behörden Uferstraßen bauen und diese mittels einer Kaimauer schützen.

Architekturdozentin Khaisri Puksukcharoen von der Chulalongkoorn Universität sagte, man freue sich über das Projekt, man sei aber über die geplante Betonstruktur beunruhigt. Sie schlug vor, dass zunächst eine Umweltverträglichkeitsstudie in Auftrag gegeben wird und öffentliche Anhörungen durchgeführt werden. Die Einheitsgröße des Projekts sei den physischen und komplexen Gegebenheiten am Chao Phraya River abträglich. „Der Fluss ist kein gerader Kanal, sondern eine kulturelle und ökologische Landschaft, deren Charakteristika unterschiedliche Gemeinden mit verschiedenen Kulturen sind.“ Es gebe unterschiedliche Tempel mit mehreren Glaubensarten, Schulen und mannigfaltige Ökosysteme.
Um das geplante Projekt genau kontrollieren zu können, bildeten die Universitäten Chulalongkorn, Silpakorn, Thammasat und Kasetsart eine Allianz mit Bürgerrechtsgruppen und nennen sich Chao Phraya Riverside Area Development Alliance.

Das hat aber nichts genutzt, denn die Behörde für Umweltschutz erklärte schlichtweg, für das Projekt brauche man kein Umweltverträglichkeitsgutachten. Die Projektgegner werden zahlreicher. Die Thamasat Universität, Hospitäler und Eigentümer von Gebäuden entlang der Flussufer sind alarmiert. Panit Pujinda, Dozent für Stadtplanung an der Chulalongkorn Universität, warnte, dass die Flussufer ein Schandfleck werden könnten, wenn man bedenke, wie viel Beton dort am Stück verbaut werden soll.

Die Gruppe will auch nicht glauben, dass die Betonbarriere als Kaimauer nützlich sei, vielmehr könne diese sich kontraproduktiv auswirken. Der Chao Phraya wird durch Kanäle gespeist, die das Wasser aus dem Inland in diesen transportieren. Wenn ein 3,5 Kilometer langer Deich die Zuflüsse blockiert, könne das Inland zu einer „Schüssel mit Suppe“ werden, argumentieren die Wahrzeichen-Gegner.
Der stetig wachsende Widerstand hat dazu geführt, dass Stadtplaner die Promenade in der Breite beschneiden wollen.
Architekturdozentin Ariya Aruninta von der Chulalongkorn Universität wies darauf hin, dass die Pläne des Bauwerkes altmodisch seien. Man habe inzwischen gemerkt, dass Betonbauten keinesfalls Überschwemmungen verhindern können und dass, je mehr gebaut wird, umso höher die Fluten steigen. Das vorliegende Projekt verhindere, dass Wasser in Gebiete fließen kann, in die es natürlicherweise fließen sollte.

Die Dozentin erklärte, dass neue Wasserwirtschaftsprojekte, die Überschwemmungen verhindern sollen, sich heutzutage an der Natur orientieren sollen. Das heißt, es werden natürliche Abflussgebiete geschaffen, in die das Wasser ausweichen und vom Boden absorbiert werden kann. Diese Methode sei in Thailand zuvor bereits zum Einsatz gekommen, nämlich mittels vieler Kanäle und Feuchtgebiete.

Demnach ist es der falsche Weg, Kanäle zuzuschütten und auf ihnen Straßen zu bauen. Das Bangkoker Kanalnetz wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte auf diese Weise bereits erheblich ausgedünnt.

Beitragsquelle :
http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/590173/chao-phraya-promenade-project-faces-opposition

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