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Brot für die Tonne

Brot für die Tonne

Die Deutschen sind bekannt für ihre Liebe zum Brot. In den 11.000 Bäckereien im ganzen Land werden tagtäglich über 3.200 verschiedene Brotsorten angeboten. Aber nach neuen Erkenntnissen landet auch viel Brot im Abfall.

WWF, die Tier- und Umweltschutzorganisation, präsentierte ihre Ergebnisse und rief Konsumenten, Geschäftsleute und Politiker dringend dazu auf, etwas gegen die Verschwendung zu unternehmen. Das sei insbesondere wegen der Ernteverluste in diesem Jahr, bedingt durch den trockenen Sommer, von großer Wichtigkeit.

Laut den neuesten Statistiken, die so aktuell nicht sind, wurden 2015 4,5 Millionen Tonnen Backwaren hergestellt. Von diesen landeten 1,7 Millionen Tonnen im Müll. Hauptverursacher des Mülls sind Haushalte, gefolgt von Bäckereien und Großhändlern.

90 Prozent der Deutschen essen einmal pro Tag eine Mahlzeit, bei der es auch Brot gibt. Doch das Problem liegt nicht nur an den Leuten, die Lebensmittel wegwerfen, die sie zu Hause nicht gegessen haben. In der Studie stellte sich heraus, dass es eine beträchtliche Überproduktion gibt.

Laut Studie gibt es Bäckereien, in denen jedes fünfte Produkt nicht verkauft wird – handelt es sich nun um ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte oder um ein Kürbiskernbrötchen.

Mittelgroße Bäckereien haben die größte Überproduktion mit Verlusten von bis zu 19 Prozent des Gesamtvolumens. Produkte, die nicht verkauft werden können, werden als Rückwaren klassifiziert und in der Regel gespendet, an Tiere verfüttert, kompostiert oder als Krümel beim nächsten Backvorgang verwendet.

Einige Bäckereien verkaufen altes Brot zu reduzierten Preisen, ein kleiner Teil endet im Abfall.

Der Anteil der Rückwaren beträgt zwischen zwölf und 15 Prozent. Das Gewicht dieser Rückwaren beläuft sich auf jährlich 600.000 Tonnen.

Auswirkungen auf die Natur

Der WWF sagte, dass diese Verluste mit einem Ernteausfall auf 400.000 Hektar Landwirtschaftsfläche gleichgesetzt werden können. Das Feld wäre größer als die Insel Mallorca. Hinzu kommt, dass bei dieser Verschwendung 2,46 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Luft gelangen.

Ein WWF-Sprecher sprach von einer schizophrenen Situation. Um die Ernte zu maximieren, werde der Anbau intensiviert, sagte er. Aus diesem Grund werden auch Dünger und Pestizide eingesetzt, die die Umwelt belasten. Gleichzeitig aber werden Lebensmittel weggeworfen.

Im Hinblick auf den diesjährigen sehr trockenen Sommer sei das sehr wohl problematisch, sagte der WWF.

Nach ersten Schätzungen des Landwirtschaftsverbandes konnten wegen der Trockenheit 2018 26 Prozent weniger Getreide als durchschnittlich zwischen 2013 und 2017 produziert werden.

Extreme Wetterbedingungen werden sich häufen, wenn sich die Erde weiter erwärmt, sagte der WWF. Daher könne man es sich in Zukunft nicht mehr leisten, eine Agrarfläche in der Größe Mallorcas einfach wegzuwerfen.

Handlungsbedarf

Brot für die Tonne

Eine etwaige Überproduktion kann von der Steuer als Verlust abgeschrieben werden. Politiker und Steuerbehörden könnten hier ansetzen. Konsumenten sollten auch darüber nachdenken, ob sie etwas ändern wollen, empfiehlt der WWF.

Dass jedes Jahr die Überproduktion von Backwaren von 400.000 Tonnen an Tiere verfüttert werde, sei laut WWF ebenfalls problematisch.

Das Brot und dessen Verpackung werde von Maschinen automatisch geschreddert. Auszuschließen sei nicht, dass kleine Plastikpartikel von Tieren gefressen werden und schließlich beim Menschen auf dem Tisch landen. Diese Praxis müsse laut WWF dringend überprüft werden.

Die deutschen Behörden hatten erst kürzlich angekündigt, man arbeite daran, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Jedes Jahr wandern in Deutschland elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Diese Menge soll bis 2030 halbiert werden.

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