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Blockchain & Bitcoin in Thailand: ICO – Die Versteuerung der Bitcoin-Gewinne

Blockchain & Bitcoin in Thailand: ICO – Die Versteuerung der Bitcoin-Gewinne

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Von Dr. Ulrich Eder

Im Laufe des Jahres 2017 konnten Investoren in Bitcoin & Co. erhebliche Gewinne erzielen, die in den Anfangsmonaten von 2018 wieder zusammengeschmolzen sind. Wie ist dies steuerlich zu behandeln?

Die Versteuerung des Veräußerungsgewinns

Der Marktwert von Bitcoin und anderen Kryptowährungen geht hoch und runter wie auf einer Achterbahn. So erfreulich oder ärgerlich es sein mag, steuerlich hat dies zunächst keine Auswirkungen. Bevor sich Gewinne oder Verluste nicht realisiert haben, ist der Tageskurs für das Finanzamt irrelevant.

Gewinne werden grundsätzlich dadurch realisiert, dass eine Veräußerung stattfindet. Ein Veräußerungsgewinn ergibt sich, wenn der Verkaufspreis höher ist als der damalige Ankaufspreis. Ein Veräußerungsverlust ergibt sich im umgekehrten Fall, also teuer gekauft und billig(er) verkauft.

Veräußerungsgewinne sind in Thailand allgemein steuerpflichtig. Bei der Co., Ltd. unterliegt der Veräußerungsgewinn dem normalen Steuersatz von 20 Prozent. Bei der Privatperson gilt dasselbe, wobei der progressive Einkommensteuersatz zwischen fünf und 35 Prozent liegt.

Die aus Deutschland bekannten Haltefristen, nach deren Ablauf ein Veräußerungsgewinn steuerfrei gestellt wird, gibt es im thailändischen Steuerrecht nicht. In diesen Bereichen ist Deutschland ein Steuerparadies, an das Thailand nicht herankommt.

Was von den obigen allgemeinen Ausführungen gilt nun für den Bitcoin und die anderen digitalen Münzen? Die grundsätzliche Antwort hierzu lautet: Alles. Auch immaterielle Wirtschaftsgüter unterliegen diesen Steuerregeln, und so wird die Kryptowährung von den thailändischen Behörden eingeordnet.

Der Bitcoin als Gegenstand der Besteuerung

Ergibt sich etwas anderes aus dem thailändischen Prinzip, zwischen inländischen und ausländischen Gewinnen zu unterscheiden? Dasselbe Steuerprinzip, nach dem Renten aus Deutschland, Zinsen aus der Schweiz und Lizenzeinnahmen aus Hongkong nicht der thailändischen Einkommensteuer unterliegen?

Die thailändischen Steuerbehörden sehen dies – kaum überraschend – nicht als leichten Ausweg aus der Steuerzahlung. Die thailändische Steuerpflicht bleibt unberührt, selbst wenn das Verkaufsgeschäft während einer Wochenendreise nach Singapur durchgeführt wurde. Die Blockchain ist überall und damit auch im Inland.

Bietet dieser Bereich Möglichkeiten zur Steuergestaltung? Die Nutzung des Charakters als leicht übertragbarer Vermögensgegenstand, der blitzschnell von der eigenen Kryptogeldbörse ins Ausland übertragen werden kann? Absolut. Hierzu müsste man aber weiter ausholen und dafür ist hier nicht der richtige Rahmen.

Quellensteuer als vermeintliche Steuerentlastung

Zum 14. Mai 2018 erschien ein Königlicher Erlass zur Besteuerung des digitalen Münzengeschäfts. Ein Königlicher Erlass hat die Rechtswirkung eines ordentlichen Gesetzes, nur dass das mühsame Gesetzgebungsverfahren vermieden werden kann. So etwas gibt es in Deutschland nicht.

Einer der wesentlichen Punkte der Neuregelung ist eine Quellensteuer auf Münzgewinne von 15 Prozent. Dies war vielfach als gute Nachricht aufgefasst worden. Ein Steuersatz von 15 Prozent auf leicht erzielte Bitcoin-Millionen erschien nicht übermäßig unbillig. Diese Auffassung übersah den Rechtscharakter einer Quellensteuer.

Durch die Krypto-Quellensteuer soll die Steuererhebung gesichert werden. Sie bedeutet für den Zahlenden, dass er Steuern ans Finanzamt abführen muss, auch wenn er keinen Gewinn gemacht hat. Der Zahlungsempfänger enthält eine Steuergutschrift statt der Zahlung. An der Steuerbelastung ändert das überhaupt nichts.

Bei Unternehmensgewinnen (Dividenden) kann der Gesellschafter bestimmen, dass er die Quellensteuer als Definitivbelastung betrachten will und den verbleibenden Netto-Zahlungsbetrag daher aus der Steuererklärung herauslässt. So ist es für die Bitcoin-Versteuerung jedoch nicht möglich.

Die Quellensteuer von 15 Prozent auf Krypto-Gewinne ist also weder eine endgültige Steuerbe- noch eine Steuerentlastung gegenüber dem Regelsteuersatz. Es ist lediglich eine zusätzliche Bürokratie. Der Staat lässt seine Bürger als Steuereintreiber arbeiten und nimmt sie persönlich in Haftung, wenn ihnen dies misslingt.

Steuersünden und Gewinne der Vergangenheit

Während in 2018 viel über Bitcoinverluste geschrieben wird, waren die höchsten Kursgewinne im Steuerjahr 2017 zu verzeichnen. Mit einem Verkauf Ende 2017 haben viele Anleger im Nachhinein eine glückliche Hand bewiesen. Gelten die heutigen Grundsätze auch für das abgelaufene Jahr?

Der Charakter des Bitcoins als nichtfassbares Wirtschaftsgut wurde im Königlichen Erlass möglicherweise erstmals verbindlich festgestellt. Dies ist aber lediglich eine Klarstellung, keine Rechtsänderung für die Zukunft.

Sie gilt daher auch für die Vergangenheit.

Thailand hat erst in 2018 die Unterscheidung zwischen sieben Qualitätsmünzen auf der einen Seite und der Vielzahl der anderen eingeführt, die dieses Gütesiegel nicht haben. Es handelt sich dabei um Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Ethereum Classic, Litecoin, Ripple und Stellar. Steuerlich macht das aber keinen Unterschied.

Gewichtiger ist dagegen der Umstand, dass der Königliche Steuererlass eine Erweiterung des thailändischen Revenue Code mit sich brachte. Sie betrifft gemäß dem Wortlaut sämtliche Vorteile aus dem bloßen Halten und aus der Übertragung von digitalem Vermögen. Dies mag man als neue Einbeziehung von Umgehungstatbeständen ansehen, die die bisherige Steuerpflicht nicht in Frage stellt. Das letzte Wort hierzu ist aber noch nicht gesprochen. Es bleibt spannend.

Dies ist die vierte Veröffentlichung der Reihe „Blockchain & Bitcoin in Thailand“.

Die Beitragsserie behandelt kaufmännische, rechtliche sowie steuerliche Fragestellungen und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar.

Für Nachfragen steht der Autor Herr Dr. Ulrich Eder gerne zur Verfügung:
Tel. 0066 (0) 23021410
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