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Blockchain & Bitcoin in Thailand: Der Erwerb digitaler Münzen

Blockchain & Bitcoin in Thailand: Der Erwerb digitaler Münzen

Von Dr. Ulrich Eder

Ein wichtiger Hinweis vorab: Diese Beitragsserie vermittelt das praktische Wissen, um mit digitalen Währungen umzugehen. Sie behandelt rechtliche und steuerliche Fragestellungen und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar.

Der pragmatische Einstieg in die digitale Welt der Bitcoins und Altcoins liegt darin, einen kleinen Geldbetrag zu investieren. Als Altcoin werden alle virtuellen Währungen bezeichnet, die kein Bitcoin sind. Bekannte Münznamen sind Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Iota. Hinzu kommen Hunderte nur dem erfahrenen Investor bekannte Varianten.

Begriffe sind trügerisch. Sind Kryptowährungen tatsächlich Währungen? Sind digitale Münzen Geld? Wo befinden sich die Münzen eigentlich? Nichts ist wie es auf den ersten Blick erscheint. Das digitale Neuland zu ignorieren, ist aber keine langfristig sinnvolle Strategie.

Erwerbsmöglichkeiten für Interessenten in Thailand

Der Kauf von digitalen Münzen ist vom gewerblichen Händler möglich oder von privat. Banken und Finanzinstitute sind hierfür nicht die erste Adresse. Der gewerbliche Verkäufer betreibt sein Handelsgeschäft im Internet, als thailändischer oder ausländischer „Exchange“. Er verlangt von seinem Kunden hierbei in einem gewissen Umfang einen Identitätsnachweis.

Der gewerbliche Erwerb ist in Thailand nur gegen Baht möglich, während ausländische Anbieter den Kauf in verschiedenen Devisensorten ermöglichen. Hintergrund sind die regulatorischen Anforderungen, die jeder Staat für sich selbst festlegen kann.

Bitcoins können auch privat von privat (P2P) erworben werden. In den USA ist der Erwerb in den Räumlichkeiten einer Polizeistation üblich, in Thailand erfolgt dies typischerweise in der Filiale einer amerikanischen Kaffeehauskette. Bargeld wird dann Zug-um-Zug gegen Bitcoin durch Übertragung der verschlüsselten Daten auf den Laptop oder das Telefon des Käufers übertragen.

Bitcoin-Geschäfte sind legal und legitim

Unabhängig von ihrer rechtlichen Einordnung sind Kryptowährungen in fast allen Ländern unumstritten legal. Dies betrifft den Ankauf, das Halten sowie den Verkauf. Drei Länder sind sogar als besonders kryptofreundlich bekannt: Singapur, die Cayman-Inseln sowie die Schweiz.

Thailand geht beim Umgang mit dem Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten den einen oder anderen Umweg und biegt auch schon mal in eine Sackgasse ein, um dann eine 180 Grad-Wende durchzuführen. Letztlich kann man aber die Erwartung haben, dass das Land des Lächelns die strategische Bedeutung dieser neuen Industrie erkennen und zu einem führenden Krypto-Paradies heranwachsen wird.

Das Münzvermögen im digitalen Portemonnaie ist durchaus vergleichbar mit der eigenen Bank in der Hosentasche. Der Inhaber ist autark, ohne behördliche Kontrolle beim Konsum seines digitalen Vermögens und niemand hat Zugriff oder auch nur notwendigerweise Kenntnis von seinem Kontostand. Ein kleines Stück Freiheit in einer überregulierten Welt.

Die Kehrseite der digitalen Medaille

Weder das Internet noch die Welt der digitalen Vermögenswerte sind ein rechts- oder steuerfreier Raum. Die thailändische Regierung hat sehr deutlich gemacht, dass Münzgewinne besteuert werden sollen. Wer sich genauer mit dieser Materie beschäftigt sieht auch, welche Besteuerungsmöglichkeiten bestehen und wie man diesen durch eine rechtzeitige Steuervermeidungsstrategie effektiv entgegentreten kann.

Bei rechtlichen und steuerlichen Fragen liegt der Teufel im Detail der jeweiligen Gestaltung. Zudem sind nicht alle Münzen gleich. Kryptowährungen sind nur ein Anwendungsbereich der digitalen Münzen. Drei weitere Münzgattungen sollten man ebenfalls kennen:

Die Nutzmünze (Utility Token) gibt dem Inhaber die Möglichkeit, eine Dienstleistung zu nutzen oder den Zugang zu einem Netzwerk. Es ist die digitale Form der Rabattmarken, Kundenkarten oder sonstigen Wertmarken. Derartige Nutzmünzen können erhebliche Wertsteigerungen verzeichnen, wenn sie ein sinnvolles Produkt oder einen zweckmäßigen Service anbieten. Dennoch haben sie nicht das Verständnis, eine Bitcoin-Konkurrenz zu sein.

Die Beteiligungsmünze (Equity Token) gibt dem Inhaber eine Teilhabe an einem Unternehmen oder einem Geschäftsmodell. Derartige Münzen werden geschaffen, um geschäftliche Aktivitäten jeglicher Art ohne großen Aufwand und ohne regulatorische Hürden zu finanzieren. Es handelt sich eigentlich um Effekten (Securities), und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die jetzt noch existierenden legalen Schlupflöcher gestopft sind.
Asset-backed Tokens sind Münzen, die physische Wirtschaftsgüter in die digitale Welt transferieren sollen. Sie versprechen, Gold, Immobilien oder Rohstoffe eins-zu-eins abzubilden. Derartige „digital asset“-Konzepte haben eine große Zukunft. Aktuell werden aber viele Mogelpackungen vermarktet, bei denen die physischen Werte noch gar nicht bestehen, und erst vom Verkaufserlös angeschafft oder errichtet werden sollen. Zudem wäre es in vielen Fällen ehrlicher, statt von einer angeblichen Absicherung mit realen Werten richtigerweise von einer bloßen virtuellen Indizierung zu sprechen. Derartige faule Äpfel schaden der Reputation aller digitalen Münzen.

Dies ist der erste Beitrag der Reihe „Blockchain & Bitcoin in Thailand“. Auch die nächsten Beiträge sollen praktische Handlungs- und Geschäftsmöglichkeiten mit Kryptowährungen aufzeigen.

Für Nachfragen steht der Autor Herr Dr. Ulrich Eder gerne zur Verfügung:
Tel. 0066 (0) 23021410
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