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Blockchain & Bitcoin in Thailand: Der eigene Minenbetrieb

Blockchain & Bitcoin in Thailand: Der eigene Minenbetrieb

Von Dr. Ulrich Eder

Nachdem der erste Beitrag sich mit dem Erwerb digitaler Münzen beschäftigt hatte, geht es diesmal darum, die Kryptowährung selbst herzustellen. Mehr als vier Millionen Bitcoins warten noch darauf, in Minenbetrieben geschürft zu werden.

Die Blockchain als Goldmine

Der Leser dieser Beitragsreihe ist bereits damit vertraut, dass Kryptowährungen nicht zentral verwaltet und gesteuert werden. Die Geschäfte erfolgen stattdessen direkt zwischen Käufer und Verkäufer. Keine Schweizer Bank, kein kalifornischer Internetgigant, kein Facebook und erst recht keine Staatsbank sind hierbei zwischen- oder eingeschaltet.
Damit man die digitalen Münzen nicht mehrfach verkaufen kann, bedarf es einer Rechnungsprüfung und der Führung eines Bestandsverzeichnisses. Letzteres erfolgt digital in miteinander verketteten Bereichen – daher der Begriff Blockchain. Für die Tätigkeit der Rechnungsprüfung und Transaktionsbestätigung hat sich der plakative Begriff „Mining“ gebildet.

Um einen derartigen Minenbetrieb aufzubauen und zu betreiben, muss man die technischen Feinheiten nicht verstehen. Dem Knappen (Bergmann) kommt es vorrangig auf seinen Lohn an, und in der digitalen Mine gilt nichts anderes. Das Mining eines Blocks dauert etwa zehn Minuten und hierfür werden 12,5 Bitcoin als Entgelt ausgezahlt.

Da pro Block nur eine der Minen dieses Entgelt erwirtschaften kann, ähnelt die einzelne Mine einem Lotterielos. Nur einer kann den Preis gewinnen. Daher gibt es die Möglichkeit, sich einem weltweiten Bitcoin-Pool anzuschließen, um gleichmäßige Einkünfte zu erzielen.

Der Erwerb der Minen-ausrüstung

Schaufel, Spitzhacke und Schutzhelm werden nicht gebraucht, dafür aber eine spezielle Computerausrüstung. Der Spezialcomputer ist nicht viel größer als eine Kaffeemaschine. Derartige Anlagen können aber fast beliebig zusammengeschaltet werden, um eine größere Leistung („Hashing Power“) zu erzielen.

Derartige Schürfanlagen könnten grundsätzlich bei den großen Internet-Versandhäusern betriebsbereit erworben werden. Typischerweise gibt es jedoch Wartezeiten und andere Schwierigkeiten zu meistern, bevor die Anlage in Betrieb genommen werden kann. Der Markt ist schwierig und unübersichtlich, was interessante Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.
Möglich sind auch Kleinstanlagen, sei es als Baustein zum haushaltsüblichen Computer, sei es als reine Softwarelösung. Mining ist selbst auf dem Mobiltelefon möglich, aber wirtschaftlich absolut sinnlos. Für einige wenige Baht den eigenen Computer unter Höchstleistung abzunutzen, ist eine teure Spielerei.

Der Minenbetrieb im eigenen Condominium

Mit einer Investition in die Minenausrüstung, der Registrierung bei einem Miningpool und der Inbetriebnahme der eigenen Mine entstehen sofort laufenden Einnahmen für den Betreiber der Einrichtung. Eine Lizenzierung ist nicht erforderlich und alles kann vom Nachbarn abgeschottet und unerkannt betrieben werden.Die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit der Gestaltung hängt von acht Faktoren ab. Dies sind zum einen die Kosten der Mineneinrichtung, der Energieverbrauch und die Energiekosten. In Thailand bietet es sich an, über eine Solareinrichtung nachzudenken, um den erforderlichen Strom direkt auf dem eigenen Dach zum Eigenverbrauch zu erzeugen.

Ebenfalls maßgeblich für den Erfolg sind die Leistungsfähigkeit der Anlage („Hash Rate“) sowie die sogenannte Schwierigkeit („Difficulty“) des Minings, kombiniert mit einer festen Variable. Die Werte sind auch davon abhängig, welche Kryptomünze Gegenstand des Minings sein soll.

Für die Wirtschaftlichkeit der Minenanlage kommt es schließlich auf den Tagespreis von Bitcoin & Co. an. Die Kosten für den Minenpool sind als letzter Wert ebenfalls zu berücksichtigen. Damit schließt sich der Kreis der acht Variablen.

Die Mine in der Wolke

Ab einer bestimmten Größe kann der Minenbetrieb als Arbeit anzusehen sein. Zudem wäre ein Gewerbe im Condominium grundsätzlich nicht erlaubt. Das größte Hindernis ist aber ein rein praktisches: der Lärm und die Hitze.

Eine Mine von wirtschaftlich sinnvoller Größe ist zwar nicht groß, aber laut, heiß und energiehungrig. Der 24-Stunden-Betrieb wäre daher nahe der Wohn- und Schlafstätte unerträglich. Geeigneter sind eine Garage sowie externe Gebäude.

Die Alternative ist, den Minenbetrieb von vornherein in kühleren Gegenden mit einer entspannteren Ausländergesetzgebung und niedrigeren Energiepreisen aufzubauen. Hierzu gibt es verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten an Minen in Island, Schweden, Russland und anderen kryptofreundlichen Ländern, die interessante, im Einzelfall zu begutachtende Konditionen anbieten.

Im Zusammenspiel zwischen thailändischem und ausländischem Standort, grenzüberschreitender Steueroptimierung und der Nutzung von speziellen Standortvorteilen lassen sich noch viele innovative Strukturen realisieren. Neue Märkte sind im Entstehen und kluge Geschäftsmöglichkeiten sind noch längst nicht ausgeschöpft.

Im Alaska in den Zeiten des Goldrush hatten die Minenbetreiber und Ausrüster der Minenbetriebe regelmäßig höhere Gewinne als die Goldgräber selbst. Die Investition in eine Bitcoinmine ist eine überlegenswerte Alternative zum Erwerb der Münzen. Daher besteht die Goldgräberstimmung für die eigene Mine zu Recht fort.

Dies ist die zweite Veröffentlichung der Reihe „Blockchain & Bitcoin in Thailand“. Die Beitragsserie vermittelt praktisches Wissen, um mit digitalen Währungen umzugehen. Sie behandelt kaufmännische, rechtliche sowie steuerliche Fragestellungen und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar.

Für Nachfragen steht der Autor Herr Dr. Ulrich Eder gerne zur Verfügung:
Tel. 0066 (0) 23021410
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