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Blockchain & Bitcoin in Thailand: Auf dem Weg zum Kryptoparadies

Blockchain & Bitcoin in Thailand: Auf dem Weg zum Kryptoparadies

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Von Dr. Ulrich Eder

Thailand konkurriert nicht nur mit seinen Nachbarländern um den hochinteressanten Markt digitaler Münzen und Kryptowährungen. Die Befürchtung, dass das neue Regelwerk im internationalen Wettbewerb nachteilig sei, hat sich nicht bewahrheitet. Das Gegenteil ist der Fall.

Thailand und die neuen Regularien

Bekanntlich wurden Mitte März 2018 durch zwei königliche Verfügungen die Grundlagen für eine Regulierung der Industrien um Blockchain & Bitcoin in Thailand gelegt. Eine 90-tägige Gnadenfrist gab den Marktteilnehmern Zeit zur Überlegung und Anpassung ihrer Geschäfte.

Anfang Juli sind dann die Regularien der Börsenaufsicht (Securities Exchange Commission) erschienen. Demnächst werden Veröffentlichungen der Bank of Thailand erscheinen, die sich an die thailändischen Finanzinstitute wenden.

Zum 16. Juli 2018 ist die thailändische Gesetzgebung für Kryptowährungen und digitale Wirtschaftsgüter in Kraft getreten. Damit besteht in Thailand als einem der wenigen Länder die Möglichkeit, in einem regulierten Umfeld digitale Münzen herauszugeben und anderes rund um Blockchain und Bitcoin durchzuführen.

Thailand bietet somit einen idealen Standort, um verlorenes Anlegervertrauen wiederherzustellen. Die strengen regulatorischen Anforderungen sind ein deutlicher Lagevorteil gegenüber nichtregulierten Standorten wie Singapur, der Schweiz, und vielen anderen bisher präferierten Ländern.

ICO – Das neue vierstufige Verfahren

Anders als international üblich, erfordert das thailändische ICO (Initial Coin Offering) die Einhaltung von vier Schritten. Dies beginnt mit der Einschaltung eines speziell lizensierten Prüfungsunternehmens.

Dieses ICO-Portal prüft dann den ICO-Antragsteller. Dies umfasst den Geschäftsplan, die Struktur der Ausgabe der digitalen Münzen, bis hin zur Durchsicht der Programmierung der Software. Zu dokumentieren ist auch, wer eigentlich hinter dem Geschäft steht und ob die Projektstruktur mit Risiken fertig wird.

Ist diese Prüfung erfolgreich absolviert, sieht sich die Börsenaufsicht die ICO-Entwicklung selber genauer an. Hierfür gelten dann weitere Anforderungen. Kritisch sind hierbei der Geschäftsplan und die sich aus den Münzen konkret ergebenen Anlegerrechte. Die Finanzzahlen und andere Kerndaten fließen ebenfalls mit ein.

Bei erfolgreicher Lizenzierung ergeben sich als vierte Stufe der Qualitätssicherung Beschränkungen und Grenzen. Für den Endkunden liegt die erlaubte Maximalinvestition bei nur 300.000 Baht pro ICO. Superreiche Käufer und institutionelle Anleger haben diese Beschränkung nicht.

Weltweite Aufmerksamkeit fand, dass die thailändischen Regulierungsbehörden den Mut haben, sieben Münzen zu adeln. Diese Premiummarken dürfen für den ICO verwendet werden, die über Tausend anderen digitalen Wertmarken jedoch nicht. In Thailand hat der Investor somit acht Möglichkeiten: Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Ethereum Classic, Ripple, Litecoin, Stellar und den thailändischen Baht.

Unsere Durchsicht dieses Vierstufenplans und die erste Erörterung im Mandantenkreis kommt zu einem zuversichtlichen Ergebnis. Unmögliches wird nicht verlangt. Die Kapitalanforderungen sind nicht unbotmäßig und die Einzelelemente sind komplex, aber beherrschbar.

Registrierungspflichten für „Stakeholders

Alle Marktteilnehmer müssen sich bei der Börsenaufsicht registrieren lassen. Dies betrifft keineswegs nur die Ausgabestellen für neue digitale Münzen, sondern auch digitale Wechselstuben, Händler und Makler. Weitere Genehmigungspflichten können sich gegenüber dem Finanzministerium ergeben.

Der gelegentliche private Kauf und Verkauf erfordert keine vorherige behördliche Genehmigung. Was als gelegentlich anzusehen ist, sollte im Einzelfall geprüft werden. Dies betrifft insbesondere die Teilnahme an einem der Privat-an-Privat-Marktplätzen, die online oder offline in Thailand zugänglich sind.

Unterschätzt werden die Möglichkeiten der Behörden, digitalen Münzgeschäften auf die Spur zu kommen. Aus gutem Grund werden nur einigen wenigen Münzsorten die Eigenschaft zugeschrieben, anonym zu sein. Die von der thailändischen Börsenaufsicht akzeptierten sieben Münzen gehören selbstverständlich nicht hierzu.

Die Blockchain ist das digitale Bestandsbuch, in dem jede Einzeltransaktion mit einem Zeitstempel versehen wird und unabänderlich und auf Dauer in unzähligen identischen Kopien gespeichert bleibt. Sie ist der Feind von denen, die alles im Nachhinein glauben, gerade zu rücken und passend machen zu wollen.

Fluchtpunkte im ausländischen Internet

Der elektronische Charakter der Kryptowährungen und digitalen Wertmarken lädt dazu ein, seine Geschäfte vom thailändischen Schreibtisch aus im Ausland zu betreiben. Internetagenturen liefern hierzu ausländische Firmengründungen und Strohdirektoren als weitere Zutaten.

In der internationalen Steuerberatung hieß es schon immer: Wer fast alles richtig macht, macht im Ergebnis alles falsch. Dieses Prinzip gilt nun auch bei der grenzüberschreitenden Strukturierung von Kryptogeschäften.

Die wohlüberlegte Aufteilung der digitalen Wertschöpfungskette zwischen Thailand und einem Offshorestandort ist insbesondere unter den neuen thailändischen Regularien sinnvoller als zuvor. Die Kombination von Steuervorteilen des Auslands mit regulatorischen Vorteilen Thailands bietet interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

Unser Resümee lautet daher: Die Einführung des Regelwerks für digitale Geschäfte ist nicht der Anfang vom Ende des Standorts Thailand 5.0. Er ist vielmehr das Ende vom Anfang.

Dies ist die fünfte und letzte Veröffentlichung der Reihe „Blockchain & Bitcoin in Thailand“. Die Beitragsserie behandelt kaufmännische, rechtliche sowie steuerliche Fragestellungen und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung da.

Für Nachfragen steht der Autor Herr Dr. Ulrich Eder gerne zur Verfügung:
Tel. 0066 (0) 23021410
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